Sozialdemokraten antworten „Rettet den Lampertheimer Altrhein“-Sprecher Norbert Klippel in offenen Brief
SPD unterstützt Altrheininitiative
LAMPERTHEIM – „Die SPD Lampertheim begrüßt und unterstützt das Vorgehen der Initiative „Rettet den Lampertheimer Altrhein““ – mit diesen Worten unterstreichen SPD-Spitzenkandidat Marius Schmidt und SPD-Fraktionsmitglied Karl-Heinz Horstfeld das Engagement der Lampertheimer Sozialdemokraten für den Erhalt des Lampertheimer Altrheins als Sportstätte und Freizeitangebot. Die SPD antwortete der Initiative auf ihr Anschreiben an die Fraktionen im Lampertheimer Stadtparlament nun in einem offenen Brief. Diesen unterschrieben auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten Norbert Schmitt und Christine Lambrecht.
Der Lampertheimer Altrhein soll als Sportstätte und Freizeitangebot erhalten bleiben – dieser Wunsch wird auch durch die hiesigen Sozialdemokraten unterstützt. Archivfoto: Hannelore Nowacki
Die Initiative unter Federführung von Rudolf Klippel hatte nach einem gescheiterten Anlauf die hessische Umweltministerin Priska Hinz für eine Ausbaggerung des Altrheins zu gewinnen nun vorgeschlagen, dass 200.000 Euro für den Altrhein in den städtischen Haushalt für das Jahr 2016 eingestellt werden mögen: Jeweils 100.000 Euro für die geforderte Untersuchung auf Munition und für einen Pilotversuch zur Ausbaggerung: „Die SPD hat bereits in der Vergangenheit allen Maßnahmen unterstützt, den Altrhein auszubaggern und so vor einer Verlandung zu bewahren, zugestimmt. Daher sehen wir auch den neuen Vorschlag der Initiative grundsätzlich positiv. Wir haben bereits 2010 500.000 Euro in den Haushalt einstellen lassen, um eine Ausbaggerung vorzufinanzieren. Leider haben Vorgaben des Regierungspräsidiums verhindert, dass wir diese hätten nutzen können. Der Stadt Lampertheim nun die Kosten für eine Munitionssuche aufzubürden, obwohl viele in der Stadtbevölkerung wissen, dass der Altrhein einmal nach dem Krieg bereits ausgebaggert wurde, grenzt an den vielzitierten Behördenwahnsinn. Auch haben wir bislang jeder einzelnen Maßnahme für Pilotversuche auskömmlich finanziert, selbst im Rahmen von Vor-Ort-Terminen begutachtet und unsererseits bei SPD-Politikern in Kreis und Land für eine Unterstützung geworben“, erklärt die SPD. So waren im Europawahlkampf Thorsten Schäfer-Gümbel und im Landratswahlkampf Kandidat Gerald Kummer am Altrhein und hätten ihrerseits Sympathie für den Erhalt des Altrheins als Kulturlandschaft signalisiert.
Derweil sind die Sozialdemokraten „gespannt“ auf das nun angekündigte Tourismuskonzept: „Wir hoffen, dass dieses überraschend ins Spiel gebrachte Konzept unsere Erwartungen erfüllt und kein Aktionismus ist.“ Nur nachhaltige Überlegungen für Hessens drittgrößtes Naturschutzgebiet eröffnen die Chance auf Fördergelder aus Brüssel. Die SPD sieht insbesondere im leer stehenden Restaurant Fährhaus Potential, um entweder einen gastronomischen Betrieb anzusiedeln oder ein Altrheininformationszentrum zu schaffen. Gleichzeitig fordert die SPD allerdings auch, dass „eine ungezügelte Vermarktung nicht stattfinden darf. Kostenloser und ungehinderter Zugang für alle Bürger zum Biedensand muss genauso sichergestellt sein, wie die Wahrung des Naturschutzes um Tieren und Pflanzen Raum zur artgerechten Entfaltung zu geben.“ zg