
LAMPERTHEIM – Da sind sie! Die Freude auf der Domwiese steigerte sich als das große Feld der 160 Tourteilnehmer auf ihren Rennrädern von der Römerstraße in die Kaiserstraße, Domgasse und Domwiese einbog, eine Motorrad-Polizeieskorte und Begleitfahrzeuge führten die „Tour der Hoffnung“ an. Das Erkennungszeichen der Radler: Leuchtend grüne Shirts und gelbe Fahrradhelme. In bester Stimmung, manche fröhlich winkend, zeigten die Tourteilnehmer keine Erschöpfung, nur einen Riesendurst und einen Hang zum Schatten, den die Domwiese angenehmerweise reichlich bot. Erwartet wurden die sportlichen Spendensammler am Samstagnachmittag von Bürgermeister Gottfried Störmer und Spargelkönigin Nadine III. gemeinsam mit einer Zuschauerschar – Bierzeltgarnituren luden Verweilen ein und der Getränkestand hielt Kühles zur Erfrischung bereit.
Foto: Hannelore Nowacki
Eine sportliche Hochleistung mit über 70 Kilometern bei heißen 30 Grad im Schatten hatten die Teilnehmer an diesem dritten Tag bereits erbracht, ab Butzbach machten sie mehrfach Station, auch in Bürstadt auf dem Bildungs- und Sportcampus war ein Empfang organisiert. Auf der Domwiese war die Bühne für die Moderation aufgebaut, musikalisch sorgten Matthias Karb am Keyboard und Bernd „Schepper“ Schäfer an der Gitarre mit Gesang für schwungvolle Stimmung, zum Abschluss mit „Scheppers“ eigenem Liedtext zur Melodie des Müller-Westernhagen-Songs „Hier in der Kneipe fühl ich mich frei“. Umgedichtet hieß es nun „Hier auf dem Rad“. Im mitreißenden Lied hieß es „Ihr helft den Kindern bei jedem Tritt“ und „die Tour der Hoffnung ist eine gute Sach“. Der Jubel der Tourteilnehmer war riesig, betont mit der eigenen Jubelformel. Dann noch das große Lob: „Ihr seid spitze“. Aus der geplanten halben Stunde Pause war eine ganze Stunde geworden als die Tour der Hoffnung zum letzten Ziel der insgesamt 240 Kilometer langen Fahrstrecke nach Oggersheim aufbrach. Als musikalische Botschafterin der Tour der Hoffnung begeisterte die Duisburger Musical-Sängerin Jessica Kessler die große Zuschauerrunde mit ABBA-Hits und mitreißender Performance. Unter den sportlichen Radlern war die Prominenz aus Sport und Film vertreten, die Bürgermeister Störmer auf der Bühne begrüßte, unter ihnen der Schauspieler Johann von Bülow, Felix Magath und Jupp Kapellmann aus der Fußballwelt. Schirmherrin Petra Behle ist mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Biathlon und Marina Kielmann, die mit Dieter Hämmelmann moderierte, war im Eiskunstlauf erfolgreich. Besonders freute sich Störmer mit Nicole Reinhardt eine echte Lampertheimerin als Tourteilnehmerin begrüßen zu können, die im Kanusport 2008 Olympiasiegerin wurde und mehrfache Europa- und Weltmeisterin ist, aber zum ersten Mal auf einem Rennrad saß, wie sie berichtete. Die Organisatoren dankten der Polizei, ohne deren Unterstützung die Tour der Hoffnung nicht möglich wäre.
Foto: Hannelore Nowacki
Ernstes Thema – hoffnungsvolle ehrenamtliche Begeisterung
Um ein ernstes Thema geht es bei der Tour der Hoffnung, aber mit Begeisterung durch das Zusammenwirken von sportlicher Leistung und gemeinschaftlichem Handeln als große Familie der Tour-der Hoffnung, zu der auch die Gastgeber und Spender in den Städten und Gemeinden der Tour-Stationen gezählt werden. Alljährlich werden die Spendengelder zugunsten krebskranker Kinder an Einrichtungen wie Kinderkliniken, betreuenden Einrichtungen für die kranken Kinder und ihre Familien und für die Forschung weitergeleitet. Vor einem Jahr wurden laut Homepage 1,32 Millionen Euro auf dem Spendenkonto verbucht, die 25 Kinderkliniken, Forschungslaboren, Elternvereinen und Rehaeinrichtungen zugutekamen. Ein unabhängiges medizinisches Kuratorium entschied über die Anträge. Am ersten Tag dieser 42. Tour der Hoffnung letzte Woche waren es 428.500 Euro und allein in Lampertheim kamen am Samstag über 5.000 Euro zusammen – die Volksbühne hatte einen Spendenscheck über 1.000 Euro mitgebracht. Der Erfolg der Krebsforschung und Behandlung von Kindern ist beachtlich, denn 80 bis 90 Prozent der Kinder können geheilt werden. Als der Gießener Klinikleiter und Professor Dr. Fritz Lampert die Tour der Hoffnung vor 42 Jahren gründete, hatten nur etwa 30 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder eine Chance auf Heilung.
Hannelore Nowacki








































