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    75 JAHRE TC BÜRSTADT: 300 Zuschauer jubelten beim Schaukampf / Deutscher Meister Patrick gewann gegen Filzball-Zauberer Oliver Marks 

    Sportwoche zum Jubiläum mit vielen Höhepunkten gespickt

    Viele Autogramme auf dem gelben Filzball waren gefragt. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Sommerliche Hochstimmung schon zur Eröffnung der Sportwoche zum 75-jährigen Jubiläum des Tennis-Clubs Bürstadt (TC) am vergangenen Samstag - das Wetter mit viel Sonne zeigte sich von seiner besten Seite und lockte eine Menge Besucher auf das Vereinsgelände inmitten grüner Natur. Das Budendorf im Schatten der großen Bäume lud zum gemütlichen Aufenthalt ein. Wobei die zahlreichen helfenden Hände bei der Bewirtung und Organisation ins Schwitzen kamen. Jeden Abend steht gemütliches Beisammensein mit Musik im und um das Festzelt auf dem Programm. Hauptorganisator Dieter Baierle, mit Alfons Mendel und Volker Finkelmeyer im geschäftsführenden Vorstand, war überall gefragter Ansprechpartner. Beim „Tennis-Frühschoppen“ am Sonntagvormittag mit buntem Unterhaltungsprogramm für jedes Alter war die Tombola mit drei Hauptpreisen der Renner. Besonders freut sich Baierle, dass zum Schaukampf am Sonntagnachmittag mit dem amtierenden Deutschen Meister Patrick Zahraj gegen den Filzball-Zauberer Oliver Markus 250 Zuschauer im Vorverkauf Karten erworben hatten und dann noch über 50 Besucher spontan kamen. Eine beachtliche Spendensumme konnte an die Kinderkrebshilfe übergeben werden. 

    Deutscher Meister bejubelt – Autogramme auf Tennisbällen 

    Ein Höhepunkt der Woche: Auf dem Platz standen sich am Sonntagnachmittag der amtierende Deutsche Meister Patrick Zahraj und Filzball-Zauberer Oliver Markus gegenüber – über 300 Zuschauer hatten allen Grund zu jubeln. Geboten war ein Match der Extraklasse, wenngleich ein Schaukampf. Unterhaltsam mit Witz und Musik unterlegt kommentierte Moderator Jens Schneider von Radio Regenbogen und Stadionsprecher bei den Adler Mannheim das Spiel. Beifall, Lachen und rhythmisches Klatschen auf der Zuschauertribüne  wechselten im Verlauf des gut einstündigen Ballwechsels im Langsatz bis zum Jubelsturm am Ende. Die beiden Profis reichten sich die Hände, mit 9:3 hatte hatte der Deutsche Meister gesiegt. Unzählige Autogramme schrieb Zahraj nachdem er das rote Shirt des TC Bürstadt übergestreift hatte. Tennisbälle, Shirts und alles, was die begeisterte Menge mitbrachte, trägt nun seine begehrte Unterschrift. Auch viele Fotos wollten die jungen Fans mit ihm machen.  Als kleiner Junge habe er auch bei seinen Tennishelden für ein Autogramm angestanden, erzählte Zahraj im Gespräch mit dem TiP am Spielfeldrand. Immer wieder waren kurz noch Hände zu schütteln und ein Autogrammwunsch zu erfüllen.   

    Rollstuhl-Tennis ist im Kommen. Das HTV-Team Hessen machte es auf dem Platz beim Tennis-Club Bürstadt vor. Foto: Hannelore Nowacki


    Patrick Zahraj im Gespräch – die Olympiade 2028 im Blick

    Als Profi will der 26-jährige Deutsche Meister 2023 Patrick Zahraj in der Weltklasse weiterkommen, auf dem Plan stehen Grand-Slam-Turniere wie die US Open und Wimbledon Championships, als Fernziel steuert Zahraj auf die Olympiade 2028 in Los Angeles zu. Ambitioniert meint er im Gespräch mit dem TiP, immerhin habe er dafür noch ein paar Jahre Zeit. Zurzeit sei er auf der Weltrangliste noch auf Platz 640 im Einzel und 340 im Doppel, doch am Ende des Sommers will er unter den ersten 500 Weltbesten sein und Ende 2025 steht der Platz 240 als Ziel. Mit Los Angeles verbindet er gute Erinnerungen, denn dort hat er an der renommierten University of California UCLA Management und Politische Wissenschaft studiert. Wo er wohnt? Einen Wohnsitz hat er in Frankfurt, doch als Profi ist er 40 Wochen und mehr im Jahr unterwegs. Wie man das aushält? „Spaß am Tennis“ antwortet er. Tennis ist ihm praktisch in die Wiege gelegt, denn sein Vater war schon Tennis-Profi. Und was ist für ihn das Faszinierende am Tennis? „Weil man selbst verantwortlich ist“, sagt Zahraj. Auch den Mannschaftssport liebe er, da man Teil eines Ganzen sei. Als Kind habe er großes Glück gehabt, viele Sportarten ausprobieren zu können. „Das ist wichtig“, betont er. „Tennis hat mir am meisten Spaß gemacht“. Das Besondere beim Tennis ist für ihn „die Komplexität des Sports, für jeden Gegner verschiedene Taktiken zu überlegen“, erklärt Zahraj und nennt weiter die erforderlichen motorischen Eigenschaften wie die Hand- und Augen-Koordination und die Kunst jedes Mal Wege und Lösungen zum Sieg zu suchen. „Jeder Schlag, jede Lösung ist anders und jeder Tag“. Beim TC Bürstadt schätzt er die Jugendarbeit, das sei eine große Aufgabe und betont: „Sport ist eine universelle Sprache, Sport verbindet“. Das Rollstuhl-Tennis-Projekt begrüße. Seine Meinung: „Tennissport soll für alle barrierefrei sein“. Ein großes Lob hat er für den TC Bürstadt: Die Organisation findet er hervorragend. 

    Auf der Tribüne fieberten 300 Zuschauer beim Schaukampf mit. Foto: Hannelore Nowacki


    Filzball-Zauberer Oliver Markus im Gespräch

    „Das war heute ein toller Abschluss“. Mit dem Deutschen Meister auf dem Platz gestanden zu haben, sei etwas ganz Besonderes, sagt Oliver Markus im Gespräch mit dem TiP ganz ohne Wehmut nach 32 Jahren im Profitennis. Es sei zwar der krönende Abschluss seiner Profikarriere beim TC Wolfsberg Pforzheim, doch als Leiter seiner Tennisschule Filzballzauber und Trainer beim TC Bürstadt bleibe er weiter aktiv. Eingefädelt hatte er die Begegnung durch den glücklichen Umstand, dass er schon mit Patrick Zahrajs Vater Tennis gespielt habe. Mit drei Jahren hatte er schon den Schläger in der Hand und wollte Profi werden, erzählt der Filzball-Zauberer, als Vierzehnjähriger gehörte er zu den Top 5 in Europa. Tennis ist bei ihm Familiensache, denn seine Eltern haben zwei Tennisclubs mitbegründet. 

    Die beiden Tennisprofis mit den fleißigen Ballkindern. Foto: Hannelore Nowacki


    Rollstuhl-Tennis im Kommen

    Als ersten Höhepunkt der Woche richtete der Tennis-Club am Samstag Rollstuhl-Tennisspiele aus. Vier Rollstuhl-Spielerinnen des Teams Hessen vom Hessischen Tennis-Verband (HTV) waren angereist und zeigten ein brillantes Match. Auf ihren leuchtend orangefarbenen T-Shirts aufgedruckt ist „HTV PARA TENNIS“. Mit einem herzlichen Dank und prächtig gewachsenen „Sonnenhüten“ im Topf verabschiedete Baierle die Sportlerinnen. Im Sitzen müssen besondere Armkräfte zum Einsatz kommen bei gleichzeitiger Wendigkeit, das spürten Spielerinnen und Spieler, die sich probeweise mit Rollstuhl ein Match lieferten. Eine ganze Reihe verschiedener Rollstühle am Spielfeld standen zur Verfügung, um Rollstuhltennis selbst zu erleben. „Das geht ganz schön in die Arme“, meinte eine Spielerin. Aber es habe Spaß gemacht. Im Gespräch mit dem TiP gab Baierle einen Ausblick auf die weitergehenden Pläne. Mehrere Vereine will der Tennis-Club im Sinne der Inklusion zusammenbringen. Im Zusammenwirken mit der Lebenshilfe Lampertheim und Ried und Sportvereinen, mit dem Inklusionsbeirat der Stadt Bürstadt und Ulrike Gliem, der Inklusionsbeauftragten des Sportkreises Bergstraße, ist im Gespräch, einen Verein zu gründen, in dem unterschiedlich behinderte Menschen Sportangebote wahrnehmen können. Hans-Dieter Niepötter vom Inklusionsbeirat Bürstadt, der sich das Rollstuhl-Tennis angesehen hatte, ist von der Idee begeistert. Zunächst will Baierle jedoch im Tennis-Club schon mal eine Rollstuhl-Gruppe gründen. Durch die komplette Erneuerung der Wege auf dem Vereinsgelände ist für Barrierefreiheit gesorgt. Wie Dieter Baierle gegenüber dem TiP erklärte, komme jetzt noch ein Behinderten-WC und ein Plattformlift für die Terrasse – 35.000 Euro für den Lift als Fördermittel von Land, Kreis und Stadt seien beantragt. Mit Eigenarbeit würden die Kosten begrenzt. 

    Hannelore Nowacki

    Der deutsche Meister der Gegenwart und die deutschen Meister von Morgen. Foto: Hannelore Nowacki


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