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  • Di., 04. Dezember 2018, 12:22 Uhr
    Irina Findling seit drei Jahren als Integrationslotsin in Räumen der Baugenossenschaft tätig / Unterstützung in allen Lebenslagen

    Sprachbarrieren brechen und Brücken bauen

    Irina Findling (Mitte) ist als Integrationslotsin in Räumen der Baugenossenschaft zu finden – über das Angebot freuen sich Wolfgang Klee, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft (l.) und Silke Reis, die dieses wichtige Projekt seitens der Stadtverwaltung betreut. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund nimmt eine immer größere Bedeutung ein – dies hat die Stadt Lampertheim frühzeitig erkannt und mit Hilfe des Lernmobil e.V. aus Viernheim Integrationslotsen ausgebildet. Mittlerweile hat sich dieses Projekt zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das Menschen aktiv bei der Integration unterstützt. 

    So wie in den Räumen der Baugenossenschaft Lampertheim in der Wilhelmstraße 64: Hier ist seit Januar 2016 Irina Findling als Lotsin tätig. Ihre Sprechzeiten sind dienstags von 10.30 bis 11.30 Uhr. Eine Terminvereinbarung außerhalb dieser Sprechzeit ist ebenfalls möglich. Zuvor steht sie bereits von 9.30 bis 10.30 Uhr in der Goetheschule als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

    Als Integrationslotsin gibt sie unter anderem Hilfestellungen beim Ausfüllen von Formularen, hilft durch Übersetzungstätigkeiten Reibungs- und Zeitverluste abzubauen, trägt zur Informationsvermittlung zur Vermeidung von Konflikten etwa beim Thema Hausordnung bei, telefoniert im Auftrag und Beisein des Kunden und vermittelt beim Austausch zwischen den Kunden sowie Ämtern und Behörden.

    „Ich bin mittlerweile im dritten Jahr als Losten aktiv, inklusive der Ausbildung. Anfangs war viel Geduld erforderlich, im ersten Jahr gab es kaum Resonanz. Dies hat sich mittlerweile geändert und ich bin jetzt sehr zufrieden, einige Menschen kommen auch regelmäßig, um Hilfe zu erhalten”, betonte Irina Findling bei einem Pressegespräch. Die aus Usbekistan stammende Lotsin, die in den Sprachen Deutsch und Russisch berät, kam aufgrund eigener Erfahrung zu der Tätigkeit. „Als ich nach Deutschland kam, wurde mir nicht geholfen, es war sehr schwer in der anderen Kultur. Deshalb möchte ich selbst gerne anderen Menschen helfen. Zeit, Geduld und Ausdauer sind für diese ehrenamtliche Tätigkeit wichtig. Aber es macht auch sehr viel Freude.”

    Wolfgang Klee, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft, ist froh über das Angebot. „Dieser Service ist gerade bei Übersetzungen für unsere Mieter interessant, beispielsweise bei Themen wie der Mülltrennung. Zudem koordiniert Irina Findling den Kontakt zu anderen Lotsen, die andere Sprachen anbieten. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Menschen dieses Angebot in Anspruch nehmen.”

    Dass der Austausch zwischen den Lotsen gelingen kann, liegt am vielfältigen Sprachangebot, welches von Deutsch und Russisch über Englisch, Griechisch und Litauisch bis zu Türkisch, Arabisch, Kurdisch, Somalisch, Dari, Farsi und Udu zahlreiche Sprachen abdeckt – sowie der guten Organisation seitens der Stadt Lampertheim und hier insbesondere von Silke Reis, die dieses wichtige Projekt seitens der Stadtverwaltung betreut. „Das Angebot der Integrationslotsen wird immer besser und regelmäßig angenommen – auch in den Schulen”, freut sich Silke Reis. „Mittlerweile haben wir auch zwei Lotsen in den Flüchtlingsunterkünften und einen regen Austausch mit den Lotsen in der Region, sei es auch Viernheim, Bensheim oder Bürstadt. Durch die gute Vernetzung ist es möglich, Hilfe in noch mehr Sprachen anbieten zu können.” Dabei sei Sprache allein aber nicht entscheidend, sondern vielmehr, dass man sich Zeit nimmt und für die Menschen da ist – auch wenn die Verständigung nur über Hände und Füße läuft. 

    „Unsere Aufgabe und Ziel ist es, dass Sie sich bei uns wohlfühlen – wir freuen uns auf Ihren Besuch” laden Irina Findling und die weiteren Integrationslotsen alle Menschen, die aufgrund von Sprache Unterstützung benötigen, in die offenen Sprechstunden ein. Benjamin Kloos

    Info: Ein Flyer, der unter anderem in der Baugenossenschaft und im Rathausservice im Haus am Römer erhältlich ist, informiert über die Sprachen und die Stellen, an denen Integrationslotsen zu finden sind. Zudem steht Silke Reis bei Fragen unter der Nummer 06206/953-363 oder per E-Mail unter Silke.Reis@lampertheim.de zur Verfügung.

     

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