Di., 08. März 2016, 22:03 Uhr
Lions Club informiert sich bei Flüchtlingsinitiative / Spenden für Schulmaterialien gewünscht
„Sprachunterricht dank Ihrer Hilfe möglich”
LAMPERTHEIM – Wie sieht die aktuelle Flüchtlingsarbeit in Lampertheim aus? Wofür werden die Spendengelder verwendet? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen Dr. Nikolaus Selzer und Lions-Präsident Dirk Weiland auf der einen sowie dem Koordinator der Flüchtlingsinitiative Lampertheim, Kurt Stass, sowie Kristina Delceva und Horst Schmitt, in der Lampertheimer Verwaltung für die Flüchtlingsbetreuung zuständig, auf der anderen Seite.
„Der Lions Club ist bisher unser größter Spendengeber, gerne geben wir daher einen Überblick über die Verwendung der Mittel”, betonte Stass. „Im letzten Jahr haben wir mit Ehrenamtlichen Vorschulkurse begonnen, dankenswerterweise stehen uns hierfür die Räume der alten Pestalozzischule zur Verfügung. Ziel muss es sein, allen Flüchtlingen die Sprache beizubringen. Sechs bis sieben Kurse sind derzeit mit insgesamt 18 Ehrenamtlichen in Planung, um 100 Personen auf das A1-Niveau und anschließend mindestens 30 auf das A2-Niveau zu bringen.” Erfreulich sei das Engagement der Ehrenamtlichen, wobei auch eine Lehrerin, die selbst zwei Kinder hat, noch neben ihrem Beruf und Familienleben für die Flüchtlinge da ist und diese unterrichtet.
„Die Planung für die neuen Kurse erfolgt derzeit”, erläuterte Kristina Delceva. „Auch hierfür werden Lehrbücher benötigt, die durch die Spende des Lions Clubs finanziert werden können.” Ein Kurs mit insgesamt 156 Stunden kostet zwischen 3.500 und 4.000 Euro, in diesem Jahr seien 14.000 Euro für die Sprachkurse für die Flüchtlinge nötig.
„Jeder soll die gleichen Voraussetzungen haben”, weiß Kurt Stass um die Bedeutung der Sprache, betont aber zugleich die Wichtigkeit, den Flüchtlingen beizubringen, wie wichtig Pünktlichkeit, Engagement und regelmäßige Teilnahme sind. „Hierfür haben wir ein Punktesystem eingeführt, um Anreize zu schaffen. Die Flüchtlinge müssen Interesse zeigen, ehrenamtliche Aufgaben zum Beispiel beim Bauhof übernehmen oder sich sportlich betätigen. Alle, die regelmäßig teilnehmen, werden gefördert und somit schneller vermittelt.”
Gespannt verfolgten Dr. Nikolaus Selzer und Dirk Weiland die Ausführungen von Kurt Stass, Kristina Delceva und Horst Schmitt. „Der erste Schritt für die Integration ist die Sprache. Deshalb ist es uns wichtig, der Flüchtlingshilfe gerade hier unterstützend zur Seite zu stehen. Wir haben eine erstaunlich hohe Summe bereitstellen können, auch dank eines Fonds und einer Stiftung. Dabei müssen wir das Geld, das wir spenden, selbst erwirtschaften”, betonte Dr. Selzer.
„Ein herzliches Dankeschön an den Lions Club für die Unterstützung, aber auch an all die anderen Unterstützer in Lampertheim für die große Spendenbereitschaft”, freute sich Kurt Stass über das außergewöhnliche Engagement der Bürger in der Spargelstadt.
Doch auch an anderen Stellen wird Unterstützung benötigt: „Besonders jetzt im nahenden Frühling benötigen wir dringend Fahrräder für die neu ankommenden Flüchtlinge”, betonte Kurt Stass. Und da auch immer mehr Familien mit Kindern auch in Lampertheim ankommen, sind auch alle möglichen Materialien für Schul- und Kindergartenkinder nötig, um diesen einen gelungenen Start in ihrer neuen Heimat zu ermöglichen – seien es Ranzen, Kindergartentaschen, Mäppchen, Lineale oder Stifte. „Diese können jeden Samstag zwischen 10 und 12 Uhr in unserem Hilfeladen in der Kaiserstraße neben dem ehemaligen Jeans Shop abgegeben werden”, hofft Stass auf die Unterstützung seitens der Bürger. Benjamin Kloos