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  • Mo., 29. Februar 2016, 22:46 Uhr
    Konzert „Tach, Herr Bach“ – prima gemacht

    Spritziger Musikcocktail mit heiterer Wortgarnierung

    Musik mit der heiteren Note, aber total stimmig auch mit ungewöhnlichen Instrumenten. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – „Tach, Herr Bach“ ist auf dem besten Wege in Lampertheim ein Markenzeichen für außergewöhnliche Unterhaltung mit Musik und heiterer Moderation zu werden. Die Musikschule Lampertheim, Veranstalter und Ideengeber, servierte am Samstagabend einen spritzigen Musikcocktail mit heiterer Wortgarnierung. Unterstützung erhielt die Musikschule wie im vergangenen Jahr beim ersten Konzert mit dem Titel „Tach, Herr Bach“ von „cultur communal“ der Stadt Lampertheim sowie vom Lions Club und Rotary Club – ein leistungsstarkes Quartett.  Der Konzertabend mit zwanzig Lehrern der Musikschule Lampertheim im zauberhaft illuminierten Saal der Notkirche war eine Gesamtkomposition aus Musik vom Barock bis zum Jazz, mit geselligen Tischrunden, leckerem Fingerfood und flüssigen Erfrischungen bis hin zu Sekt und einer Weinauswahl, die Dekan Karl Hans Geil zu verdanken war, der als hervorragender Weinkenner gilt. „Der gute alte Herr Bach ist wieder dabei“, kündigte Musikschulleiter Joachim Sum an. Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) als Namensgeber der Konzertreihe eröffnete das Konzert mit dem Allegro aus dem Italienischen Konzert BWV 917, einfühlsam und beschwingt von Maurizio Viggiani am Klavier gespielt, der im Hauptfach Klavier lehrt und als Solist in China, Italien und Deutschland Konzerte gab. Ohne Bach, aber mit siebzehn weiteren Komponisten ging es weiter. Insgesamt in drei Blöcken zu etwa je dreißig Minuten führte die musikalische Genussreise aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit des Barocks, ins 19. und 20. Jahrhundert, um dann mit eigenen Kompositionen von Cathrin Ambach und Karsten Opitz im 21. Jahrhundert anzukommen. Heitere und ergreifende Stücke begeisterten das Publikum, von den Musikern als Solisten oder in verschiedenen Ensembles mit Spielfreude inszeniert – nicht nur zuhören, auch zuschauen war ein Kunsterlebnis. Die Kunst, ihre Musik unterhaltsam zu präsentieren wurde von den angenehmen Farbwechseln der Strahler eindrucksvoll unterstützt. Die Moderne punktete manchmal weniger mit einschmeichelnder Harmonie als mit ungewohntem Klang und Rhythmus. Anja Leonbacher demonstrierte mit ihrer Klarinette lustig und eindrucksvoll, dass Können nicht allein von der Länge und Vollständigkeit des Instruments abhängt – am Ende des Stücks war ihre Klarinette bis auf das Mundstück geschrumpft. Ein mitreißender Groove erfasste die Musiker und die Zuschauer immer wieder, auch beim „Mig Mug“, wobei Instrumente wie der Löffel im Wasserglas oder ein Quietschtier neben Klavier und weiteren Instrumenten tonangebend waren. Heitere Musik bestimmt sich nicht nur von den Noten her, war die schöne Erfahrung des Abends. In den beiden Pausen hatten die Konzertbesucher Gelegenheit sich kulinarisch zu versorgen, was auch im Interesse der Musikschule lag, wie Moderator und Schulleiter Sum dem Publikum in seiner Ansage an Herz legte. Die Einnahmen des Konzertabends werden der Musikschule und ihrer Jugendarbeit  zugutekommen. In der Zeit knapper Kassen bei der Stadt Lampertheim und einer verpflichtenden Schwarzen Null im nächsten Haushalt, ist die Musikschule Lampertheim als gemeinnütziger Verein mit städtischer Unterstützung mehr denn je auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Seit 40 Jahren erfüllt sie den öffentlichen Bildungsauftrag der Stadt Lampertheim. Alle der fast dreißig Lehrer haben ein Hochschulstudium abgeschlossen. Dr. Nikolaus Selzer, 1. Vorsitzender des Vereins und auch Lions-Past-Präsident, erklärte dem Publikum das umfassende Angebot der Musikschule für Jung und Alt, für insgesamt 700 Schüler. Selzer machte deutlich: Die Musiklehrer sind als Musiker auch Künstler, die eine Bühne brauchen. Deshalb auch diese neue Art der Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre mit einer größeren Öffentlichkeit als es bisher bei den Lehrerkonzerten im Römersaal möglich war. „Die Musik spricht für sich allein, vorausgesetzt wir geben ihr eine Chance“, zitierte Marianne Michels-Junglas, Past-Präsidentin des Rotary Clubs, den weltberühmten Geiger und Humanisten Yehudi Menuhin.

    Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich schon vor dem ersten Klang begeistert und bekannte, dass er gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. Musikschulleiter Joachim Sum, der selbst mehrfach mitspielte, bewies zudem als Moderator seine Meisterschaft in der Ansage und witzigen Überleitung. Einlass war eine Stunde vor Konzertbeginn, doch nachdem eine Stunde vor Mitternacht die letzten Töne verklungen und die weißen Rosen unter den Mitwirkenden verteilt waren, war noch nicht Schluss. Vielmehr waren die Konzertbesucher aufgerufen, noch zu bleiben und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Hannelore Nowacki

    Drei am Klavier im musikalischen Einklang mit witziger Präsentation der Glockenspiel-Polka von Wilhelm Kramer: Maurizio Viggiani, Svitlana Karikh und Ju-Hee Oh.Was im Bild noch so ruhig aussieht, wird im Handumdrehen zum artistischen Klavierakt. Foto: Hannelore Nowacki


    Information

    Zwanzig Musiklehrer begeisterten die Konzertbesucher mit ihrem Können (Angaben aus den Lebensläufen): Cathrin Ambach (Hauptfach Querflöte), Georg Burghardt (Hauptfach Waldhorn), Elena Haag (Klavier, Akkordeon und Orchesterdirigieren, Elementare Musikpädagogik), Cordula Hamacher (studierte Jazzsaxofon), Martin Jungkunz (spielt Gitarre und Bass, studierte Musiktherapie,  Philosophie und Soziologie), Svitlana Karikh (Hauptfach Klavier und weitere Diplome), Stanislav Klimov (Gast, Hauptfach Posaune), Anja Leonbacher (Klarinette), Edwin Monninger (Cellolehrer, mehrere Diplome), Ulrike Müller (Hauptfach Gesang und Blockflöte), Claudia Nicolai (Hauptfächer Klavier und Chorleitung, schreibt Kinderlieder), Gabi Noe-Müller (Fach Gitarre, seit 1990 Leitung des Fachbereichs Zupfinstrumente an der Musikschule), Ju-Hee Oh (Diplom-Musikpädagogin mit Hauptfach Klavier), Karsten Opitz (Hauptfach Gitarre, Bandcoaching), Joachim Sum (Diplommusiklehrer mit Hauptfach Gitarre, seit 2006 Schulleiter der Musikschule Lampertheim), Maurizio Viggiani (Hauptfach Klavier), Rudi Weinacker (Hauptfach Gitarre), Susanne Weinacker (Hauptfach Violine, Nebenfach Harfe), Jonas Wichert (Hauptinstrumente Klavier und Schlagzeug, Musiktherapeut), Sebastian Woytinnek (Hauptinstrument Schlagzeug).

     

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