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  • Di., 04. Juli 2017, 09:12 Uhr
    Stadtverordnetenversammlung stellte Weichen vor der Sommerpause

    „Stadtmarketing Neu“ für mehr „Lust auf Lampertheim“ verabschiedet

    In Lampertheim ist die Baustelle für das „Stadtmarketing Neu“ eröffnet. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Die 9. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend war die letzte vor der Sommerpause, nach eindreiviertel Stunden und elf abgestimmten Tagesordnungspunkten verabschiedete Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass die Parlamentarier. Etwa 20 Zuschauer verfolgten die Sitzung. Neun Beschlussvorlagen und ein Antrag der SPD-FDP-Koalition zur städtischen Unterstützung der Lampertheimer Tafel waren einstimmig angenommen wurden. Auch beim Tagesordnungspunkt 10 hätte das Abstimmungsergebnis „einstimmig“ lauten können, doch es kam anders. Das Konzept zur Neuorganisation des Stadtmarketings mit dem Titel „Stadtmarketing Neu“ wurde bei drei Gegenstimmen der Grünen angenommen, die damit eine harte Linie bei den Sachkosten zogen. In den gemeinsamen Workshops mit Vertretern aller Fraktionen, aus der Wirtschaft und Verwaltung, die an dem neuen Konzept mitwirkten, hatten die Teilnehmer an einem Strang gezogen und dem Konzept zugestimmt. „Ein Konsens über alle Gruppen hinweg, das gab es in Lampertheim schon lange nicht mehr – darauf können wir stolz sein“, resümierte Dr. Gernot Diehlmann (FDP) in seiner Stellungnahme. In der Koalitionsvereinbarung von SPD und FDP sei das Stadtmarketing ein Schwerpunkt. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird das Stadtmarketing umstrukturiert und als sogenannter Regiebetrieb geführt, eine Rechtsform, die gegenüber einer GmbH keine Gründungskosten verursacht, steuerliche Vorteile mit sich bringt und von der Stadtverordnetenversammlung als Entscheidungsträger kontrolliert werden kann. Diehlmann ließ die gemeinsamen Vorarbeiten Revue passieren und fasste die Ziele und Aussagen des Konzepts zusammen. Um diese Themenbereiche geht es: Das City- und Eventmanagement, die Wirtschaftsförderung sowie Tourismus und Freizeit. Festgelegt seien die Rahmenbedingungen, nicht alle Details, die Konkretisierung der Ziele solle mit dem zukünftigen Leiter des Stadtmarketings erarbeitet werden. Diehlmann sprach von einem „Modell 3 plus 1“, das mit einer geringen Steigerung der Personalkosten auskomme. Neben drei vorhandenen Fachstellen werde eine Leitungsstelle geschaffen, die gleichermaßen Fachstelle sei und ebenfalls in die Tagesarbeit eingebunden werde. Die Personalkosten steigen durch die Neuorganisation von 245.000 Euro auf 260.000 Euro. Demgegenüber stehen 150.000 Euro Sachkosten für Aktionen, eine Summe, die zum Minderheitenvotum der Grünen führte. Die Stadt Lampertheim wolle sich zukünftig nach dem Grundsatz „alles aus einer Hand“ stärker nach außen vermarkten, erklärte Diehlmann. Ein Meilenstein sei nun gesetzt, in der Folge werde das Konzept der Öffentlichkeit erklärt. Wer sich einbringen wolle, könne dies tun, Kritik sei ausdrücklich erlaubt und gewünscht. Alexander Scholl (CDU) wertete das Konzept als gelungen, auf breiter Basis seien die Grundlagen zu schaffen und mit Leben zu erfüllen. Bedauerlich fand er die Kritik der IHK Darmstadt. Dieser IHK-Kritik hatte sich Gregor Simon (Grüne) in seiner ausführlichen Stellungnahme angeschlossen – er bemängelte ebenfalls zu hohe Ausgaben und fehlende operationale Ziele. Mit Blick auf die strittigen Sachkosten kritisierte SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt die Grünen in scharfem Ton, lange Jahre hätten die Grünen Zeit gehabt, Dinge in Lampertheim zu ändern. Aktuell seien im Haushaltsplan 90.000 Euro an Sachkosten vorgesehen, diese werden nun um 60.000 Euro erhöht, die Personalkosten steigen um 15.000 Euro, fasste Schmidt die Finanzlage zusammen. „Heute – das ist kein Abschluss, das ist ein Anfang“. Zudem sei die SPD optimistisch, dass die Mittel in den Stadtsäckel zurückfließen werden. „Wir wollen Lust auf Lampertheim machen“, sagte Schmidt, der die eigenen Bürger ebenso wie auswärtige Gäste begeistern will. In diesem Sinne appellierte auch Lisa Galvagno (CDU) an die Stadtverordneten, als sie sagte: „Lampertheim ist mehr als ‚wir geben Geld erst, wenn was reinkommt‘“. Die Liebe zur Heimat sei zu bewerben, es gehe darum, die Stadt lebens- und liebenswert zu machen. „Hört bitte auf, alles ins Wirtschaftliche reinzupressen, wir machen Politik für unsere Bürger und unsere Stadt“. Bürgermeister Gottfried Störmer erklärte in seiner Wortmeldung, dass man die personellen Ressourcen stärken müsse und mehr Sachmittel brauche. Sein Resümee des bisherigen Stadtmarketings: „Was bisher geleistet wurde, war per se nicht schlecht“, doch eine jährliche Wiederholung wie die nun 9. Lampertheimer Sommernacht im gleichen Gewand, „da sollte das eine und andere verändert werden“. Im Blick hat Störmer die Menschen in Lampertheim und das Potenzial von acht Millionen Menschen in der unmittelbaren Umgebung von der Rhein-Main-Region bis zum Neckar. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung könne nun die Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit informiert werden. Hannelore Nowacki

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