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Mo., 09. Januar 2017, 09:49 Uhr
Prinzenpaar verabschiedet - Inthronsierung der Stadtprinzessin gefeiert
Stadtprinzessin Ann-Cathrin I. regiert die Narren
Stadtprinzessin Ann-Cathrin I. wurde am Sonntag fröhlich-festlich in ihr Amt eingeführt, begleitet von ihrer bunten Prinzessinnengarde. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Draußen grauer Himmel, im Festsaal heitere Stimmung unter den Abordnungen der Bürstädter Karnevalvereine, Gästen und Vertretern der politischen Zunft und Bürgermeisterin Barbara Schader. Gefeiert wurde am Sonntag der fröhliche Abschied des Stadtprinzenpaars Silke I. und Erhardt I. mit anschließender offizieller Übergabe der närrischen Amtsgeschäfte an die neue Stadtprinzessin Ann-Cathrin I. Im bürgerlichen Leben heißt die charmante Fastnachterin Ann-Cathrin Thomas und kommt aus einer Familie, die wie sie im Bürstädter Fastnachtsclub (BFC) ihre närrische Heimat hat. „Mutti, ich spiel die Retterin“, dieser Ausruf ist überliefert, nachdem die ursprünglich vorgesehene Stadtprinzessin im August aus beruflichen Gründen absagte. „Die besinnliche Zeit ist vergangen“ - mit diesen Worten bereitete Sandra Beilstein, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bürstädter Vereine (Vereins-AG), die dicht gedrängte Zuhörerschar im Festsaal des Historischen Rathauses auf die kommenden närrischen Wochen vor. Einstimmig habe sich die Arbeitsgemeinschaft auf Ann-Cathrin Thomas geeinigt. Erster Vereinsvorsitzender Richard Tremmel eröffnete die Inthronisationsfeier im Jubiläumsjahr der Stadt Bürstadt, das Bürgermeisterin Schader in ihrem Grußwort mit dem Dank an die Bürstädter Fastnachtsvereine verband. „Die Narrenschar feiert im Jubeljahr“, so verkündet es auch der Jahresorden zum 1250-jährigen Jubiläum der Stadt Bürstadt. Ein donnerndes dreifaches Helau fachte die Stimmung an, sodann sprach Präsidentin Beilstein von der großen Last, die neue Stadtprinzessin zu finden, doch plötzlich kam es dank Gott Jokus wie es kommen musste. Wie aber war es wohl vor 1250 Jahren, wie feierten die Narren dazumal? Gab es einen Umzug, hat man sich kostümiert? Präsidentin Beilstein machte mit diesen Fragen auf das Jubiläumsjahr neugierig. In der Neuzeit jedenfalls geschehe es in der Nacht, dann werden die Büttenreden geschrieben, über die ganz Bürstadt lacht, die nun die Bürgerstadt mit Herz ist und ein neues Logo habe. Eine besondere Ehrung wurde Annegret Fettel zuteil, die über elf Jahre als Präsidentin der Vereins-AG die närrischen Fäden in der Hand hatte. Für das Stadtprinzenpaar war es Zeit Abschied zu nehmen vom Amt als letztes Stadtprinzenpaar der „Sonnenstadt“ und „danke“ zu sagen. Prinz Erhardt I. und Prinzessin Silke I. erhoben ihre Gläser zum Anstoßen. Früher sei Sekt in den Gläsern gewesen, merkte Erhardt I. kurz an. Ihre Regentschaft endete mit der Übergabe der Aberkennungsurkunde durch Präsidentin Beilstein, auch die Privilegien sind sie nun los, sie traten wieder in den Bürgerstand ein. Nur eine schmale Gasse konnte die Narrenschar für den Einmarsch der neuen Stadtprinzessin und ihr Gefolge freimachen, darunter BFC-Gardemitglieder und die eigene bunte Prinzessinnengarde. Einen ganz besonderen Migrationshintergrund hat sie auch mitgebracht – der Vater ist Saarländer, die Mutter Pfälzerin. „Hauptsache, ich komm net aus Lampertheim“, meinte sie scherzend. Wesentliches aus ihrem Lebenslauf hatte die Präsidentin bereits vorgestellt. So hatte das Publikum erfahren, dass die neue Stadtprinzessin 9.123 Tage alt sei, geboren im Jahr 1991 und schon früh in der „Rasselbande“ beim HCV Bürstadt und sportlich bei der TSG aktiv. Auch gesanglich treffe sie immer den richtigen Ton und fühlt sich beim BFC, Skifahren und Snowboarden wohl. Nach ihrem Studium der Sonderpädagogik werde sie im Lehramt tätig sein, sei aber schon länger in ihrer Freizeit bei sozialen Projekten engagiert. Anstelle von Blumen und Süßem wünsche sich die Stadtprinzessin viel „Futter“ als Spende in den großen Hafersack für die Reittherapie im Lorscher Projekt. „Lasst es krachen und miteinander lachen“ ist ihr Motto im Jubeljahr, das beim närrischen Publikum gut ankam. Eine lange Reihe von Gratulanten, die bis in den Flur hinein warteten, überreichten anschließend ihre Präsente. Hannelore Nowacki