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Fr., 07. Oktober 2016, 10:22 Uhr
Musikkultur im Alten Kino – grandioser Auftritt bei „Umsonst-Event“
Starke junge Band „Roads to Rome“ ist nicht “weichgespült”
Die junge Band „Roads to Rome“ brachte das nicht ganz volle Alte Kino in Hochstimmung: Benjamin Ihrig und Adrian Störmer (Gesang und Gitarre), Patrick Baum am Bass und Nico Braun am Schlagzeug. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Das Publikum war nicht umsonst ins Alte Kino gekommen – das dynamisch rasante „Umsonst-Event“ am Donnerstagabend mit der Band „Roads to Rome“ mit Nico Braun, Patrick Baum, Adrian Störmer und Benjamin Ihrig auf der MIL-Stammbühne war ein eintrittsfreies Ereignis der Spitzenklasse in Sachen Nachwuchsförderung durch die Musiker-Initiative Lampertheim (MIL), der Stadt Lampertheim mit „cultur communal“ und Stadtjugendförderung. MusikkulturEXTRA im Alten Kino präsentierte die zweite Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Projektnamen „Bandthrust“, ein Anstoß für junge Nachwuchsbands für ihre weitere Karriere. Die vier Musiker von „Roads to Rome“ bringen Banderfahrung bereits mit und haben schon Auftritte in dieser Formation seit Oktober letzten Jahres erfolgreich absolviert. Allein die weitere Bekanntheit und Bühnenerfahrungen fehlen noch. Zwanzig Stücke hatte die Band „Roads to Rome“ auf ihrer Setliste im Alten Kino, ein Programm mit sechs eigenen Stücken und Einflüssen aus Rock, Pop, Country und Blues bis zu hartem Metal. „Roads to Rome“ stellte vorwiegend Songs in englischer Sprache vor, doch hin und wieder bekam wie bei „Tanzt du nochmal mit mir“ das deutsche Sprachgefühl eine verdiente Chance. Das eigene Profil der Band war unverkennbar, den Kontakt zum Publikum schaffte die Band ganz entspannt, nach der Pause sogar noch dichter. Ein paar Superlative müssen schon sein, wenn man der Band nach diesem Abend gerecht werden will, denn sie können das Publikum beeindrucken, zum Beispiel mit ihrem Rhythmus, der herrlich emotional vorwärts treibt und dabei stimmungsvolle Höhenflüge befeuert. Sie haben eigene Stücke, die musikalisch den Coversongs in nichts nachstehen. Die abwechslungsreich ausgewählten Coversongs interpretieren sie mit eigenem Charakter. Mit Adrian Störmer hat die Band eine großartige Stimme, mal ein wenig rauchig, dann wieder mit tiefgründigem Schmelz. Die Band ist stark in der ganzen Bandbreite der vorgestellten Songs – vom heftigen Metalsound bis zur gefühlvollen Ballade, vom Rock’n Roll eines Elvis wie bei „Hound Dog“ bis zum eigenen „Devil’s Girl“. Harmonisch das Zusammenspiel, instrumental ausbalanciert mit dem E-Bass sowie die vielseitige Performance auch mit akustischer Gitarre.
Die Flamme der Begeisterung ließ die Handys leuchten – das Publikum verlangte nach Zugaben und bekam sie. Foto: Hannelore Nowacki
Der Schlagzeuger ist am harmlosen Cajón, der Kistentrommel zum Sitzen, ebenso überzeugend wie am Schlagzeug, das er zu hemmungslosen, mitreißenden Einsätzen nutzt und im Publikum das Feuer der Begeisterung entfachte. Auch das wurde klar: Frontmann Adrian Störmer erklärte dem Publikum, dass „Roads to Rome“ keine „weichgespülte“ Musik macht wie sie oft im Radio zu hören sei. MIL-Sängerin Barbara Boll und Musikschulleiter Joachim Sum, die im Rahmen des Projekts „Bandthrust“ als Coaches ein paar Tipps gegeben hatten, strahlten mit der Band gemeinsam als Adrian Störmer sie am Schluss auf die Bühne holte. Alle Wege führen nach Rom heißt es in einem geflügelten Wort, das die Band zu ihrem Namen inspirierte. Hannelore Nowacki