Über Bürstadt ziehen derzeit viele Kraniche in der typischen Keilformation am Himmel. Foto: oh
SÜDHESSEN – In den letzten Tagen konnte man in Südhessen ungewöhnlich viele Kraniche am Himmel beobachten. Hessen liegt zwar in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von der Ostsee in die Winter-Quartiere im Südwesten Europas, doch befindet sich der Haupt-Zugkorridor eher in Ober- und Mittelhessen. Durch Winde aus nördlichen Richtungen wurden sehr viele Kranichtrupps jedoch in den letzten Tagen nach Süden abgedrängt, so dass Michael Held vom Naturschutzbund (NABU) Bürstadt alleine am Montag Nachmittag insgesamt über 2300 Kraniche zählen konnte, die in Trupps von je meist etwa 50 bis über 300 Individuen über Bürstadt hinwegzogen. Die über einen Meter großen Vögel mit ihren langen Beinen und ihrem charakteristischen "trompetenden" Ruf ziehen meist in Keilformation. Auch in den nächsten Tagen lohnt sich der Blick in den Himmel von allem am Nachmittag. Denn die bei uns durchziehenden Tiere starten am frühen Morgen von ihren Sammelplätzen beispielsweise bei Rügen und an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo sich im Herbst 80.000 bis 100.000 Kraniche einfinden. Bei einer Fluggeschwindigkeit von 50-70 km/h benötigen die Kraniche je nach genauem Startort und Windverhältnissen etwa sieben bis zehn Stunden bis sie am Nachmittag und bis in die Dunkelheit hinein in Südhessen durchziehen auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete. Hierbei ist das Ziel der meisten Kraniche die spanische Extremadura. zg