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Mo., 03. Juli 2017, 14:25 Uhr
Gut besuchter Jahresempfang der Bürgerstiftung mit Vortrag von Professor Reinhard Gaier
Stiftungsvorstand wünscht sich mehr Stifter und Spender
Beim Jahresempfang der Bürgerstiftung Lampertheim kommen Referenten mit Rang und Namen zu Wort – dieses Mal der ehemalige Bundesverfassungsrichter im 1. Senat Professor Reinhard Gaier, der auch Fragen aus dem Publikum beantwortete. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Mit einem Imbiss im gläsernen Turm des Volksbank-Zentrums Rosenstock und lebhaften Gesprächen fing der Jahresempfang der Bürgerstiftung Lampertheim am Donnerstagabend an, garniert mit einem schönen Rundblick über die Dächer der Stadt bis zum Odenwald. Auf den Stehtischen lag der Geschäftsbericht 2016 der Bürgerstiftung zum Mitnehmen aus, eine umfangreiche Darstellung der Aktivitäten und Projekte. Eine Stunde später versammelten sich die Stifter und Gäste im Konferenzraum, um den Lichtbildervortrag von Professor Reinhard Gaier zum Thema „Wer spricht ‚Im Namen des Volkes?‘ - Aus der Arbeit des Bundesverfassungsgerichts“ zu hören. Von 2004 bis 2016 war der gebürtige Lampertheimer als Richter am Bundesverfassungsgericht tätig, hat jedoch durch Mutter und Schwester immer noch starke familiäre Verbindungen nach Lampertheim. Stiftungsvorstandsvorsitzender Erich Maier begrüßte die Gäste, betonend, dass es ein weiteres Mal gelungen sei, einen Referenten mit Lampertheimer Wurzeln zu finden. In den Jahren zuvor hielten Klaus Schlappner als China-Kenner Maier und der Politikwissenschaftler Dr. Karl-Rudolf Korte Vorträge. Maier, der sich freute, dass auch Stiftungsratsvorsitzender Gottfried Störmer gekommen war, informierte das Publikum in einem kurzen Rückblick über die Aktivitäten der Bürgerstiftung seit ihrer Gründung 2009. Aktuell laufen zwei Projekte – die Schilderaktion mit Informationstafeln an ausgesuchten Standorten mit historischer Bedeutung und das Sitzbank-Projekt „Bitte nehmen Sie Platz“ für öffentliche Bereiche, um das sich Dieter Goll als Projektbeauftragter kümmert. Für beide Projekte sucht die Bürgerstiftung weiterhin Sponsoren, da die Bürgerstiftung selbst nur die organisatorischen Aufgaben übernimmt. Im Gespräch mit dem TIP erläuterte Projektbeauftragter Goll das Sitzbank-Projekt mit bislang drei gespendeten Sitzbänken am Friedhof in Rosengarten, am Guldenweg in Feldrandlage und am Rhein in der Verlängerung des Weidweges, dort rechts abzweigend. Sponsoren und weitere Vorschläge für die Platzierung von Sitzbänken aus der Bevölkerung sind erwünscht, ebenfalls Ideen für die Schilderaktion, betonte Goll, allerdings werden für die Schilder schöne historische Bildmotive benötigt, die womöglich in Schubladen und alten Fotoalben schlummern. Wenn sich zunehmend Leute aus den Stadtteilen mit Vorschlägen und als Sponsoren beteiligen, würde sich Goll freuen. In seinem Vortrag nahm Professor Gaier das Publikum mit auf eine virtuelle Besichtigungstour zum und durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das nach dem zweiten Weltkrieg als moderner Zweckbau ohne Pomp in fünf Pavillons in bester Lage auf dem Gelände des zerstörten Hoftheaters erbaut wurde, jedoch nicht zur Freude aller Karlsruher Bürger. Mittlerweile stehe der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz. Große Glasflächen sorgen für die vom Architekten gewünschte Transparenz, man könne sogar die Mitarbeiter von draußen bei der Arbeit sehen. Die beiden Senate sind mit je acht Richtern besetzt, dies sei eine Besonderheit. Während die Urteilsverkündung öffentlich sei und gefilmt werden dürfe, seien die selbst nicht öffentlich. Jeder Bürger könne sich mit einer Verfassungsbeschwerde kostenfrei an das Bundesverfassungsgericht wenden, allerdings seien nur 2,5 Prozent aller Beschwerden erfolgreich. Hannelore Nowacki Die Spargelschälerin aus Bronze mit Familie im Herzen der Stadt Lampertheim war ein Projekt der Bürgerstiftung Lampertheim, das der Stiftungsvorstandsvorsitzende Erich Maier hervorhob, ebenso den Literatur-Schrank im Stadtpark, die Kleinspielgeräte auf dem Schillerplatz und Courage-Auszeichnungen. Foto: Hannelore Nowacki