10. Lampertheimer Adventsmarkt begeisterte Besucher mit Kunsthandwerk
Stimmungsvoll, schön und lecker
BUZ: „Kleine Kinder, große Kinder, warten auf die größte Tür, die ist noch nicht dran“. Fröhliche Lieder mit Freude gesungen, – der Chor der Schillerschule unter der Leitung von Claudia Haußmann-Jäger erfreute die Zuhörer mit modernen Weihnachtsliedern. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Frohe Weihnacht, merry Christmas – ja, die Freude ist überall“. Mit diesem Lied stimmte der Chor der Schillerschule unter der Leitung von Claudia Haußmann-Jäger die Besucher des Lampertheimer Adventsmarktes am Samstagmittag auf die kommenden Stunden ein. Auf den Ausstellertischen im großen Saal der Notkirche war die bunte Vielfalt zu bewundern, ein Funkeln und Glänzen, handgefertigter Schmuck und Kugeln, jede einzelne ein Kunstwerk. Wie die Herzen, die der künstlerische Leiter Helmut Meister mit winzigen Perlen verziert und die Glas- und Holzkugeln von Elena Dibner mit Szenen aus Figaros Hochzeit. Die Kunst des Papierfaltens, kreative Glückwunsch- und Weihnachtskarten, charaktervolle Hüte und textile Accessoires mit täglichem Nutzen. Über 30 Aussteller aus dem In- und Ausland waren im Innenbereich und Adventsdorf im Innenhof vertreten. Der Lions Club hatte Bürgermeister Gottfried Störmer als Schirmherrn gewonnen, der nach der Begrüßungsrede des Lions-Präsidenten Christofer Daurer in seiner kurzen Ansprache den Gedanken des Helfens lobte, den der Lions Club mit dieser Veranstaltung verbindet. Nachdem die Stadtverwaltung auf das Versenden von Weihnachtspost verzichtet, konnte Störmer den eingesparten Betrag von 500 Euro für den guten Zweck spenden, dem auch dieser Adventsmarkt gewidmet war. Gefördert wird diesmal ein Schulprojekt im Landesinnern von Ecuador, ein Erdbeben Anfang des Jahres hatte das Land heimgesucht und auch die Schule in dem kleinen Ort Mariscal Sucre einstürzen lassen. Nun wird mit Hilfe der Spendengelder aus Deutschland eine neue, erdbebensichere Schule gebaut. Dr. Jürgen Haist, Lions-Club-Mitglied und Leiter der Deutschen Schule in der Hauptstadt Quito, der zuvor das Lessing-Gymnasium leitete, kümmert sich dort um die sachgemäße Verwendung der Gelder. Landrat Christian Engelhardt schloss sich den Worten an und zeigte sich beeindruckt von der künstlerischen Ausrichtung des Adventsmarktes, den er anschließend mit seiner Familie erkundete. Kunstwerke im Zustand des Werdens waren zu sehen, wie bei Gertrud Maier aus Dudenhofen. Feinste Pinselstriche auf filigranen Zinnfiguren mit Ölfarbe erschaffen fantasievolle Szenen voller Leben. Zwei bis drei Tage braucht sie für ein zierliches Werk, das eine ganze Geschichte erzählt. Unter dem hellen Licht ihrer Lampe nahm gerade der Nikolaus mit zwei Kindern Gestalt an, ein Sack voller Spielsachen steht hinter dem Schaukelstuhl, das Kätzchen schaut neugierig hoch. Am Schluss zeichnet die Künstlerin für den dreidimensionalen Eindruck die Konturen mit dunkler Farbe ganz fein nach. Porzellanmalerei war bei Monika Hoffmann aus Groß-Umstadt zu sehen, weihnachtliche Kugeln und Geschirr bemalt sie und brennt die Werke bei 800 Grad Schicht um Schicht. Viel Zeit brauchte sie für das außergewöhnliche, lebendige Affenportrait. Feine Körperbutter in Herzform und kleine „Gute-Laune-Tüten“ waren ideale kleine Geschenkideen. Aus duftender Zirbelkiefer kann man Uhren fertigen oder den Geist der Berge in die Flasche zaubern, wie sich an anderer Stelle zeigte. Ein Ensemble der Musikschule, Alphörner, Posaunenchor und die Chöre Ephata und Chorisma umrahmten die vorweihnachtliche Stimmung klangvoll. Glühwein gab es auf dem Adventsmarkt des Lions Clubs natürlich auch, sogar aus gutem Winzerwein, geschmacklich mit erlesenen Gewürzen im Sudbeutelchen zum Glühwein-Erlebnis gemacht. Am Lions-Stand kümmerte sich Vizepräsident Dieter Herb um die Füllung der Glühweinbecher. Die Pause zum Auftanken unter freiem Himmel durfte bei moderaten Temperaturen länger sein, zum Beispiel um auch die besonders leckere Bratwurst mit knusprigem Brötchen vom Lions-Grillteam zu genießen. Hannelore Nowacki
Der 10. Adventsmarkt des Lions Clubs am Wochenende in und an der Notkirche bot ein stimmungsvolles Ambiente und interessante Einblicke in die künstlerische Arbeit wie hier bei Helmut Meister mit kleinsten Perlen und funkelnden Steinchen. Foto: Hannelore Nowacki