Internationaler Lampertheimer Ostermarkt – ein Ruf, der weit reicht
Stimmungsvolles Ambiente und Eier mit Format
Hier blüht der Filz und auch die Ostereier sind aus weichem Filz gestaltet. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Frühling hatte am Wochenende seine blühenden Boten in die Hans-Pfeiffer-Halle gesandt – und der Osterhase durfte sich über viele kunstfertige Helfer freuen. Ein Meer von Farben empfing die Besucher des Internationalen Lampertheimer Ostermarktes, der nach vielen Jahren in der Altrheinhalle nun zum ersten Mal in der ansprechend dekorierten Hans-Pfeiffer-Halle stattfand. Das diesjährige Motto „Schwebende Osterträume“ ließ der blühenden Fantasie freien Raum. Gärtner des Betriebshofs und Floristen hatten diese Augenweide geschaffen. Zur Eröffnung am Samstagmittag hatte der Schulchor der Goetheschule unter der Leitung von Bettina Wosch fröhliche Lieder einstudiert. Mit dem Lied „Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März – immer wieder bringt er Licht in unser Herz“ drückten die Kinder aus, was die Besucher des Ostermarktes bei ihrem Rundgang selbst erleben konnten. Kunst rund ums Ei und andere frühlingshafte Themen war geboten. Bürgermeister Gottfried Störmer, der auch Schirmherr der Veranstaltung war, die seit 2005 vom Lionsclub Lampertheim organisiert wird, sagte im Namen von Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass und Erstem Stadtrat Jens Klingler: „Wir sind begeistert von dieser Farbenpracht und Fülle“. Spargelkönigin Elena I. und Landrat Christian Engelhardt bekräftigten diesen Eindruck. Landrat Engelhardt ist sicher: „Der Frühling beginnt in Lampertheim“. Den Erlös aus Ausstellergebühren, Eintrittsgeldern und Bewirtschaftung wird der Lionsclub Lampertheim zur Fortführung seines Projekts mit Sprach- und Orientierungskursen für Flüchtlinge in Lampertheim, Bürstadt und Biblis verwenden. Über 50 Aussteller bewiesen eindrucksvoll, dass Osterhase und Osterei als Kunstobjekte für den Genuss unentbehrlich sind. Wobei der handgefertigte Osterhase aus edler Schokolade schnell das Nachsehen hat, wenn der Appetit über die Kunst siegt. Andere Hasen haben es besser, aus Holz und hübsch bemalt, kommen sie sogar als alte Hasen vom Vorjahr aus dem Keller wieder zu Ehren. Verliebte Hasenpaare und nette Einzelgänger hatte Elke Mayer an ihrem Stand ausgestellt und ganz schnell verkauft. Peter Böhm, Glasbläser aus Thüringen, formt Ostereier aus Glas, sogar die wetterfeste, schöne Bemalung ist aus Glas und entsteht in der Hitze des Feuerstrahls. Meister Lampe, wie der Osterhase auch respektvoll genannt wird, bekommt von Edith Ruthenberg aus Frankfurt ein Fellkleid aus ganz feiner Malerei mit Rotmarderpinsel aufs Osterei gemalt, mit feinsten Messerchen arbeitet sie die Strukturen nach. Hase auf Putenei ist größenmäßig eine gute Kombination. Früher malte sie nur auf Porzellan, doch Eier findet Edith Ruthenberg spannend. Auf Eierschalen jeder Größe platziert die Künstlerin ihre naturgetreuen Werke. Die biblische Geschichte und die Pracht ägyptischer Pharaonen sind bei Adelheid Harms Themen für das Ei – in Gestalt von Gänsedoppeleiern oder Eiern von Ente und Pute. Ein neugieriges Straußengesicht schaute den Betrachter am Stand von Brigitte Ziegler an – das Ei als Gute-Laune-Bringer würde der Osterhase sofort mitnehmen.
Mit Hasen und Blumen wie mit allen Figuren setzt Elke Mayer seit Jahren erfolgreich auf Holz und fantasievolle Bemalung. Foto: Hannelore Nowacki
Auf einem anderen Ei hatte sich gerade ein glückliches Auerhahnpaar gefunden. Die Vollkommenheit der Kunst auf dem Ei – andere Eier haben von Natur aus eine schöne Schale mit, die sich künstlerisch bearbeiten lässt. Eier aus alten Weinfassdauben und dem Holz von Rebstöcken drechselt Heinrich Andreas Schilling aus Grünstadt, hier und da glänzt ein kleines Goldei im Holzei. Bestrickende Ideen fürs Ei hat Brigitte Klepacz aus Sandhofen, die mit ganz dünnen farbigen Fäden schmückende Eikleider strickt. Das gehe schneller als die Deckchen, erklärte sie. Kein Ei gleicht dem anderen und jedes Jahr gibt es auf dem Ostermarkt Neues zu entdecken. Löwenköpfchen und Kleinsilber hatte Stefan Hilsheimer vom Kaninchenzuchtverein H65 Lampertheim zur Freude von Kindern und Erwachsenen mitgebracht. Die flauschigen, niedlichen Tierchen ließen sich von den Besuchern gar nicht aus der Ruhe bringen. Im Tagescafé legten viele Besucher eine Pause ein, während gleich nebenan in der Kinderecke Erzieherinnen mehrerer Kindergärten mit Kindern bastelten. Am Samstagnachmittag spielten im Foyer mehrere Ensembles des Lessing-Gymnasiums, am Sonntagvormittag waren die Ostermarktbesucher zur Jazz-Matinee der LA Reed Band eingeladen. Hannelore Nowacki
Info: Ein Video zum Internationalen Lampertheimer Ostermarkt finden Sie auf unserer Internetseite www.tip-verlag.de unter TIP-TV.