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  • Di., 12. Mai 2015, 10:10 Uhr
    Arbeitskreis Dorferneuerung stimmte über Planungen ab / Kein Investor fürs Bauen auf Messplatz

    Streitpunkt Katholisches Pfarrzentrum

    Die geplante Pflasterung am Alten Rathaus, die Landschaftsarchitekt Ronald Ofenloch dem Arbeitskreis Dorferneuerung vorstellte, soll durch changierendes Beige-Grau besonders harmonisch wirken. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Drei Hauptthemen standen bei der Sitzung des Arbeitskreises Dorferneuerung (AK) am Donnerstag auf der Tagesordnung. Im Sachstandsbericht zur Gestaltung der  Außenanlagen am Alten Rathaus teilte AK-Moderator Stefan Lösch mit, dass die Unterlagen zur Ausschreibung für die weiteren Baumaßnahmen den städtischen Gremien im Mai vorliegen. Der Zeitplan sieht vor, dass bis zum Kerwebeginn am 22. August die Außenanlagen mit neuer Pflasterung und Möblierung nutzbar sein sollen. Die Bepflanzung erfolge jahreszeitlich bedingt zu einem späteren Zeitpunkt im Herbst und werde von Bauhof und Stadtgärtnerei erledigt. Am 9. Juni finde die Submission im Rathaus statt, eine nicht öffentliche Sitzung mit Firmen, die ein Angebot abgeben wollen. In der Magistratssitzung am 15. Juni soll der Auftrag vergeben werden, am 29. Juni sei Baubeginn und am 14. August soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Die Rampe für den barrierefreien Zugang zum Erdgeschoss mit gelbem Granitpflaster wurde bereits vom Bauhof angelegt.  Landschaftsarchitekt  Ronald Ofenloch stellte vor Sitzungsbeginn die geplante Pflasterung vor. Der Betonwerkstein „Padio“ in Seidengrau fein stellt sich farblich von beige zu grau changierend dar und werde in zwei verschiedenen Längen in Reihen verlegt. Wie Ofenloch erklärte, sei das Pflaster mit PKW und Kleinlastwagen befahrbar. In der Abstimmung einigten sich die dreizehn Sitzungsteilnehmer auf eine etwas dunklere Farbvariante. Die sogenannte Garage aus Fertigbauteilen zum Unterstellen von Geräten wird nicht über das Dorferneuerungsprogramm gefördert. Das Dach muss von der Denkmalpflege genehmigt werden. Eine Stromversorgung für Weihnachtsbaum, Mastleuchten und Pumpe der Brunnenanlage ist vorgesehen. Die Möblierung besteht aus fixierter Sitzgruppe und Tisch sowie drei auf eine Mauer aufgeschraubte Sitze und drei freistehende Sitze. Mit einer Gegenstimme entschieden sich die Sitzungsteilnehmer für stilgerechte drei Meter hohe Leuchten. Helmut Dollak, bei der Stadt Bürstadt für die Baumaßnahme zuständig, berichtete von der Fenster-Ausschreibung und Außenputzgestaltung, wobei der neue Putz kostengünstig und Zierputz erhaltend auf die geglättete Fläche aufgebracht werde. Nach Vorgabe des Denkmalschutzes werden Holzfenster mit Sprossen und Oberlichtern eingebaut. Das Vordach wird nach Mehrheitsentscheid der Versammlung als Pultdach gebaut. Der Tagesordnungspunkt Katholisches Pfarrzentrum sorgte für kontroverse Diskussionen. AK-Moderator Lösch berichtete von Plänen der Stadtverwaltung zur notwendig gewordenen Renovierung des Foyers der Sporthalle. Die neue Idee: Die Verwaltung wird mit der Prüfung beauftragt, ob das Foyer mit einem Anbau über das Dorferneuerungsprogramm als zukünftiger Versammlungsraum und Treffpunkt für die Bürger gefördert werden kann. Beim ursprünglichen Plan des Arbeitskreises sollte das Pfarrzentrum in geeigneter Weise barrierefrei für die Bürger als Raum für Feiern und Veranstaltungen saniert werden. Als Problem habe sich der zu verhandelnde Nutzungsvertrag zwischen Stadt Bürstadt und dem Bistum Mainz erwiesen, erklärte Lösch. Rudi Pumm reagierte auf den neuen Vorschlag erzürnt und enttäuscht. Seine Kritik: Der Vertrag liege seit Jahren bei der Stadt. Immer wieder werde er von Mitbürgern gefragt, wann die Renovierung endlich beginne. Tatsächlich liege der Vertragsentwurf seit drei Jahren bei der Stadt, räumte Lösch ein, zuvor sei das Bistum zwei Jahre lang damit befasst gewesen. Knackpunkt sei unter anderem die Frage, wer den Erlös aus der Bewirtschaftung erhalte. Da dem Bistum vertraglich die Gebäudeerhaltung über 25 Jahre auferlegt werden solle, müsse auch das Geld ans Bistum gehen, meinte Pumm. Lösch hingegen führte das Argument an, dass das Pfarrzentrum mit Steuergeldern aufwändig saniert werden würde. Seiner Meinung nach könnte die Barrierefreiheit des Pfarrzentrums als private Maßnahme vom Dorferneuerungsprogramm mit 35 Prozent gefördert werden, was einem Betrag von 30.000 Euro entspreche. Allerdings müsse dies vorab geprüft werden. Auch die neue Variante Sporthallenfoyer mit Anbau müsse flott geprüft werden, da das Programm nur noch bis 2017 laufe. Mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Arbeitskreis dafür, die Stadt mit der Machbarkeitsprüfung für das Foyer mit Anbau zu beauftragen und dies mit dem Kreis Bergstraße als Hallen- und Grundstückseigentümer abzuklären. Der Sachstandsbericht zum „innerörtlichen Entwicklungskonzept“ mit Messplatzbebauung ergab, dass es derzeit keinen Investor gebe, der sich hier engagieren will. AK-Sprecher Volker Utz berichtete, dass sieben Unternehmen angeschrieben wurden, von denen nur eines ein „vages“ Interesse bekundete. Ein Grund sei wohl die rege Bautätigkeit in Bürstadt. Fazit: „Es gibt keine Riesennachfrage“. Einen neuen Sitzungstermin gibt Moderator Lösch bekannt, sobald neue Informationen vorliegen. Hannelore Nowacki

    Drei Bäume werden im Herbst auf dem Platz am Alten Rathaus gepflanzt. Die Möblierung, die Landschaftsarchitekt Ronald Ofenloch hier am Plan zeigt, soll zur Kerwe fertig sein. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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