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  • Fr., 21. Februar 2020, 09:53 Uhr
    Studenten stellten acht städtebauliche Lösungen für das Bahnhofsumfeld vor

    Studienprojekt der TU Kaiserlautern mit innovativer Bürgerbeteiligung

    Bahnhofsvorplatz begrünt mit Spargel- und Erdbeerhäuschen. Abbildung: © TU Kaiserslautern, FG Stadtumbau+Ortserneuerung


    LAMPERTHEIM – „umsteigen: BAHNHOF LAMPERTHEIM“ – unter diesem Titel stellten acht Arbeitsgruppen mit 25 Studenten der TU Kaiserlautern (TU) ihre Endergebnisse des Studienprojekts vor. Für das Problem Bahnhofsumfeld gibt es aus städtebaulicher Sicht der Studenten im Masterstudiengang gute Lösungen. Davon konnten sich am Mittwochabend in einer öffentlichen Veranstaltung im Sitzungssaal des Stadthauses Bürger, Bürgermeister Gottfried Störmer, Vertreter aus der Lokalpolitik und Verwaltung überzeugen. In einer Planungswerkstatt am 12. Dezember hatten die Studenten mit Lampertheimer Bürgern eine Analyse und Lösungsideen erarbeitet, die ebenfalls auf einer Stellwand im Sitzungssaal präsentiert wurden. An der Planungswerkstatt hatten Jochen Halbauer, aktiv im Behinderten- und im Fahrgastbeirat, und Franz Korb, Stadtverordneter (CDU) mitgewirkt. Beide waren bereits an der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) beteiligt.  Waltraud Zapf war die dritte Bürgerin im Bunde. Auch das Bürgerportal „sag’s doch mol“ mit der Online-Befragung wurde dabei ausgewertet. Nicht alles wird bei der Umsetzung ankommen, aber es sind Vorschläge, die beim Stadtumbau inspirieren können. „Wir werden uns die Rosinen herauspicken“ sagte Bürgermeister Störmer, verbunden mit einem Dank an die engagierten Studenten. Keine Denkverbote, einfach alles in Modelle packen, was den Studenten sinnvoll erschien, war die fruchtbare Methode, die Professor Schmidt erläuterte. Innovativ und kreativ sei die Herangehensweise gewesen, betonte Bauassessorin Körby. Der Planungszeitrahmen  mit zehn Jahren für die Förderung ist weit gesteckt, viel Zeit für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, das eine Besonderheit aufweist, wie die Projektbetreuer feststellten - die große Busschleife.

    An den Stellwänden fanden intensive Diskussionen statt. Im Bild (von links): Professor Holger Schmidt und Bürgermeister Gottfried Störmer im Gespräch mit studentischen Ideengeberinnen. Foto: Hannelore Nowacki


    Das Thema Busse wurde auch bei einem Zwischengespräch an der TU in Kaiserslautern mit Bürgermeister Störmer, den beteiligten Fachbereichen der Stadtverwaltung und Vertretern des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) beraten. Die Busse müssen wenden können, die Fahrräder müssen geparkt werden und zugleich soll am Bahnhof Aufenthaltsqualität entstehen. Mit ihrem Professor Dr. Ing. Holger Schmidt vom Fachgebiet Stadtumbau + Ortserneuerung und Bauassessorin Diplom-Ingenieurin Ragna Körby vom Fachbereich Raum- und Umweltplanung hatten die Studenten  das Bahnhofsumfeld  der Spargelstadt bereits am 6. November bei einem Besuch intensiv in Augenschein genommen. Dabei war ihnen aufgefallen, dass Funktionen wie WC-Anlage, Fahrradparkplatz, Busbahnhof und Autoverkehr offensichtlich ohne besonderes Konzept entstanden waren. Ein erlebbares Ergebnis: keine Aufenthaltsqualität, die Lage unübersichtlich. Die acht studentischen Lösungsvorschläge bieten überraschende Möglichkeiten. Der Bahnhofsvorplatz könnte mit Wasserspielen und Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen, mit viel Grün im Umfeld,  natürlich auch wegen des Klimas. Eine Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer könnte die Innenstadt mit dem Gewerbegebiet einschließlich der dortigen Einkaufsmöglichkeiten verbinden. Die Fahrräder bekommen einen Stellplatz und die PKW-Parkplätze werden nicht weniger. Die Unterführung könnte als bequeme Rampe ausgebaut werden. Der Busbahnhof wird komfortabel in das Verkehrsgeschehen eingebunden. Nicht schnell weg, sondern gerne dableiben ist das Ziel – auf dem Bahnhofsvorplatz könnte ein beliebter Treffpunkt mit Gastronomie für die Bürger entstehen, selbst an ein Spargel- und Erdbeerhäuschen wurde gedacht. Auch wenn das Bahnhofsgebäude in privater Hand ist, haben sich die Studenten überlegt, dass eines Tages hier ein Café einziehen könnte. Denn es gab ja keine Denkverbote. Nach der Präsentation in kurzen Vorträgen waren die Besucher eingeladen, an den informativen Stellwänden mit den Arbeitsgruppen zu diskutieren. Ein Angebot, das gerne genutzt wurde. Begeistert äußerte sich Jochen Halbauer: „Ich finde es sehr gut umgesetzt“. Eine andere Perspektive kennenzulernen fand auch Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste, interessant und hilfreich.  Stadtverwaltung und Politik werden sich mit den Ideen der vorgelegten Strukturkonzepte befassen. Hannelore Nowacki

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