Fr., 09.10.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 08. Oktober 2026, 12:50 Uhr
    AWO BERGSTRASSE: Aktionstag gegen Glücksspielsucht im Rhein-Neckar-Zentrum informierte über Risiken und Folgen

    „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz“

    Mit Menschen ins Gespräch kommen und Informationen über Glücksspiel und Hilfsangebote anzubieten, war Ziel des AWO-Aktionstages im Rhein-Neckar-Zentrum.
    Foto: oh

    SÜDHESSEN – Am 30. September fand anlässlich des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht unser Informationsstand im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim statt. Unter dem Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz“ konnten sich Besucher niedrigschwellig über Glücksspiel, mögliche Risiken und Unterstützungsangebote informieren. „Glücksspiel begegnet uns heute an vielen Stellen im Alltag - sei es in sozialen Medien, im Fern- sehen, bei Sportveranstaltungen oder als App auf dem Smartphone. Durch die ständige Präsenz und die häufig sehr positiv gestaltete Werbung kann leicht der Eindruck entstehen, Glücksspiel sei eine ganz normale und harmlose Form der Freizeitgestaltung. Mit unserem Informations- stand möchten wir dazu anregen, genauer hinzuschauen und sich über die tatsächlichen Risiken von Glücksspiel zu informieren. Gleichzeitig möchten wir aufzeigen, wo Menschen Unterstützung finden können“, so Natalie Oppenkowski, Fachberaterin für Glücksspielsucht der AWO Bergstraße PRISMA. 

    Glücksspiel wird häufig als harmloser Freizeitspaß dargestellt. Die Risiken von Verschuldung, Kontrollverlust und Suchterkrankungen treten dagegen in den Hintergrund. In Hessen sind aktuellen Hochrechnungen zufolge knapp 100.000 Menschen von einer Glücksspielstörung betroffen und weitere 240.000 Erwachsene spielen riskant. Werbung trägt maßgeblich dazu bei, Glücksspiel zu normalisieren. Wie massiv die Branche dafür wirbt, zeigen die Ausgaben: 2025 flossen in Deutschland mehr als 620 Millionen Euro in Glücks- spielwerbung. Damit gehört die Branche zu den zehn werbestärksten Wirtschaftszweigen. Auch 2026 wird weiterhin massiv geworben: Bereits zur Jahresmitte lagen die Ausgaben bei über 340 Millionen Euro. 

    Glücksspielwerbung widerspricht dem Spielerschutz! 

    Glücksspielwerbung wirkt: Sie erschließt neue Zielgruppen, steigert den Suchtdruck, intensiviert das Spielverhalten und verleitet zu Rückfällen aus der Abstinenz. Die Folgen können finanzielle Sorgen, Stress, Depressionen und Schuldgefühle sein. Mit jedem weiteren Spiel können sich die Belastungen weiter verschärfen. Glücksspielwerbung steht daher aus suchtfachlicher Perspektive im Widerspruch zum Spieler-, Jugend- und Gesundheitsschutz. Andere gesundheitsschädliche Produkte und Suchtmittel unterliegen längst weitreichenden Werbebeschränkungen. Für Glücksspiel aber bleibt sie in vielen Bereichen weiterhin erlaubt. 

    „Glücksspielwerbung ist kein harmloser Begleiter von Freizeit und Sport, sondern ein wesentlicher Treiber der Normalisierung“, mahnt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS. „Deshalb fordern wir ein Ende von Sponsoring, Dachmarkenwerbung und anreizenden Online-Kampagnen so- wie ein klares Verbot von Boni und Freiwetten als Werbemittel.“ Das Team der AWO Bergstraße lud am Informationsstand dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. 

    „Prävention bedeutet nicht nur, vor möglichen Folgen zu warnen. Sie schafft auch Räume, in denen Menschen sich frühzeitig mit dem Thema Glücksspiel auseinandersetzen können. Der Akti- onstag ist für uns deshalb eine Möglichkeit, Informationen niedrigschwellig zugänglich zu machen und den offenen Austausch über Glücksspiel in unserer Gesellschaft zu fördern“, sagt Nicole Brosé, Fachkraft der Fachstelle Suchtprävention der AWO Bergstraße Suchthilfe & Prävention PRISMA. zg

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Kreis Bergstraße
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1