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  • Mi., 05. Mai 2021, 13:58 Uhr
    LANDWIRTSCHAFT: Internetplattform im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Ökomodell-Region Südhessen gestartet / „Kreis Bergstraße ist ein Genusslandkreis”

    „Südhessen is(s)t bio“

    Fünf Teile ergeben ein Ganzes: Die Ökomodell-Region Süd ist gewachsen. Foto: oh


    KREIS BERGSTRASSE – „Südhessen is(s)t bio“ – am Dienstag ging im Rahmen der  Auftakt-Veranstaltung der Ökomodell-Region Südhessen die entsprechende Internetseite ans Netz. Im Vorfeld informierten Landrat Christian Engelhardt, die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz, die Projektmanagerin des Kreises Bergstraße für die Ökomodell-Region Süd, Alisa Barth sowie Dr. Felix zu Löwenstein über die Bedeutung der „Ökolandbau-Modellregion Süd“, zu der seit Beginn des Jahres auch der Kreis Bergstraße gehört. Diese ist ein öffentliches Projekt zur Förderung des Ökolandbaus als Leitbild einer nachhaltigen Landwirtschaft in der Region. Ziele sind neben der Ausweitung der ökologischen Produktion gleichzeitig die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten und die Sensibilisierung von Verbraucher*innen für gesunde Bio-Lebensmittel. 

    Ministerin Priska Hinz betonte zum Auftakt, dass es ihr „eine besondere Freude ist, den Landkreis Bergstraße als neues Mitglied der Ökomodell-Region Süd begrüßen zu dürfen. Wir haben das Etappenziel, bis zum Jahr 2025 einen Anteil von 25 Prozent Ökolandbau zu haben. Die gute Botschaft ist: Stand heute haben wir bereits 16 Prozent Ökolandbau erreicht.” Der ökologische Landbau bediene dabei nicht nur die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher – hier sei die regionale und ökologische Landwirtschaft gerade in der Pandemie sehr gefragt –, sondern habe sei auch ein entscheidender Faktor für den Umweltschutz und die Bekämpfung der Klimakrise. „Wir haben mit Stichtag zum 1. Mai eine Umstellungsprämie für ökologische Betreibe realisiert, 3.000 Euro können Betriebe für eine maximal dreijährige Umstellung beantragen”, warb Ministerin Hinz für die Umstellung. 

    Landrat Christian Engelhardt betonte: „Wer die Bergstraße nicht kennt, kann sich gar nicht vorstellen, welch große Vielfalt es in diesem kleinen Gebiet gibt. Von der Fischerei im Rhein über das Ried mit vielen verschiedenen Sonderkulturen wie Spargel, Erdbeeren, Gemüse und Kräutern bis zur Bergstraße mit Weinbau und Streuobst wie Kirschen und Äpfel und in den Odenwald. Produkte aus Tierhaltung sowie Getreide ergänzen die Vielfalt – der Kreis Bergstraße ist ein Genusslandkreis, hier findet man beste Lebensmittel in bester Qualität.” Gleichzeitig hob er hervor, dass auch dieser „Genusslandkreis sich dem Wandel anpassen muss, gerade vor dem Hintergrund, wie Produkte angebaut werden. Und wenn man über Tiere spricht, ist auch die Frage, wie ist es um das Tierwohl bestellt ist, entscheidend.” Das Thema habe eine doppelte Bedeutung, einerseits mit dem Blick auf das geänderte Verbraucherverhalten, dem sich die Landwirtschaft anpassen muss, einerseits aber auch mit dem Blick auch die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz. „Beides kann durch die Ökomodellregion passieren. Es gilt, die Chancen zu nutzen, die sich hieraus ergeben, dies ist eine große Chance für die Zukunft und die Landwirtschaft”, ist sich Landrat Engelhardt, der dem Land Hessen für die finanzielle Unterstützung der Ökomodellregion dankte, sicher.

    Bedarf für den strukturellen Wandel zu mehr ökologischer Landwirtschaft besteht, so liegt der Anteil in der Region derzeit bei lediglich 6,8 Prozent – wünschenswert wäre es, diesen ebenfalls zu steigern. Dies hängt auch mit den Sonderkulturen zusammen, bei denen die Umstellung auf die ökologische Anbauweise aus verschiedenen Aspekten heraus schwieriger ist. So ist hier die Möglichkeit einer Fruchtfolge nicht bzw. wenn dann nur eingeschränkt gegeben, und auch der Nährstoffbedarf ist hier oft sehr hoch, so dass er sich über Gründüngung nicht decken lässt. Doch auch hier gibt es entsprechende Lösungen und Fördermöglichkeiten. Daher sei es kein Wunder, dass „Produktbereiche, in denen wir die meisten Defizite auf dem Biomarkt haben, in dem Bereich liegen, was im Kreis Bergstraße angebaut wird. So haben wir Probleme, genügend biologisch angebautes Obst und Gemüse zu bekommen”, bestätigte der Referent der Auftaktveranstaltung, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. Er fühlte sich geehrt, beim Auftakt mit dabei sein zu dürfen, zumal er aus einem benachbarten Kreis kommt, der schon länger bei der Ökomodellregion mit dabei ist. „Man kann sehr viel erreichen, für die Bäuerinnen und Bauern, die den Betrieb attraktiv für die Nachfolge machen möchten und Veränderungen durchführen können, zu denen sie schon lange Lust haben, aber auch für die Verbraucher, die schon lange Verantwortung übernehmen wollen und natürlich auch für die Politik hier im Raum. Ich freue mich sehr, dass dieses tolle Projekt eine Erweiterung erfährt.”

    Die Projektmanagerin des Kreises Bergstraße für die Ökomodell-Region Süd, Alisa Barth, ergänzte, dass die Kommunikation zwischen den Landwirten und den Verbrauchern ein wichtiges Thema sei, um das Bewusstsein für die Landwirtschaft zu schaffen. „Ein Schwerpunkt ist die Plattform ‚Südhessen is(s)t Bio, die am Dienstag online ging. Hier stellen wir die Gesichter der Region vor, aber auch die Hintergründe zum Ökolandbau und zur regionalen Vermarktung. Großes Ziel ist, dass wir ab dem 1. Juli den BesucherInnen von www.suedhessen-isst-bio.de ermöglichen, gezielt biologische angebaute Produkte zu suchen.”

    Ideen für die weitere Gestaltung der Ökomodellregion Süd sind gerne gesehen: Das Team der Geschäftsstelle freut sich bereits jetzt, neue Akteure*innen in die Arbeit der Ökomodellregion Süd einzubinden. Zu diesem Zweck findet am 8. Juni 2021 eine Informationsveranstaltung rund um die sieben Projektgruppen und den Fachbeirat statt. In diesem Rahmen wird auch ein neuer Fachbeirat gewählt, der die vergrößerte Region widerspiegelt. Interessierte, die den Weg der Ökomodellregion Süd gerne aktiv unterstützen und mitgestalten wollen, finden schon vorab Informationen auf der Website der Ökomodellregion Süd unter https://www.oekomodellregionen-hessen.de/region/sued/projekte Benjamin Kloos

     
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