Weltgebetstag vereinte Frauen aller Konfessionen zum Gottesdienst und gemütlichen Beisammensein
Surinam und die Schöpfungsgeschichte
Erzählungen von Frauen aus Surinam, vorgetragen von den Frauen des Vorbereitungsteams, gaben einen Eindruck vom Leben in dem kleinen südamerikanischen Land, von den Wünschen für faire Arbeitsbedingungen und von den Umweltproblemen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Wer kennt Surinam? Das kleinste Land Südamerikas stand beim Weltgebetstag der Frauen weltumspannend im Mittelpunkt. Auch in Lampertheim war der ökumenische Gottesdienst im nahezu voll besetzten Saal der Notkirche dem Land im tropischen Amazonien mit seiner bunten Vielfalt der Menschen und Natur gewidmet. „Gott hat alles gut geschaffen“, davon sind die Frauen in Surinam, die die Liturgie und die persönlichen Erzählungen für die ganze Welt zusammengestellt haben, überzeugt. In einer 24-seitigen Broschüre als Leitfaden für die Gottesdienste und zum Mitnehmen sind Texte und Lieder in deutscher Übersetzung enthalten. Pfarrerin Sabine Sauerwein leitete mit ihrer Begrüßung diesen besonderen Gottesdienst ein, stellte das Vorbereitungsteam aus Frauen aller in Lampertheim vertretenen fünf christlichen Gemeinden vor und kündigte eine Reise nach Südamerika unter der Regie von Regina Herbert an, die Kantorin Andrea Hintz-Rettenmaier am E-Piano musikalisch begleitete. Lukasgemeinde, Martin-Luther-Gemeinde, St.-Andreas-Gemeinde, Mariä Verkündigung und die Evangelische Freikirchliche Gemeinde waren vertreten. Sprecherinnen des Vorbereitungsteams verlasen die Erzählungen von Frauen aus Surinam. „Wir danken Gott für das wunderschöne Land Surinam – ein Land mit einem unvorstellbaren Reichtum an Pflanzen und Tieren, mit einer Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die miteinander in Frieden leben können. In einem Lied zum Weltgebetstag 2017, das die Frauen im Chor vortrugen, heißt es: „Seht, alles, was Gott gemacht hat, ist wunderbar“. Nach dem ersten gemeinsamen Gebet regte Pfarrerin Sauerwein zum Friedensgruß an, bei dem sich die Frauen an den Tischen die Hände reichten. Auch in dem Lied, das in Surinam für den diesjährigen Weltgebetstag komponiert wurde, wird Gott für das, was er gemacht hat, gepriesen: „Die Arbeit von sechs Tagen – und es war sehr gut. Gott“. In einer Sprache des Landes: „Sik si dey a wro ko. Gado wro ko bun. Wi“. Jeder Tag der Schöpfungsgeschichte wurde mit einer bildlich illustrierten Zahl auf großer Leinwand dargestellt, während die Sprecherinnen des Vorbereitungsteams aus dem Buch Genesis (1. Mose) lasen. Im Saal erklang nach jedem Schöpfungstag der Liedvers „Es war gut“. Eine liebevoll gestaltete Szenerie zum Verlauf der Schöpfung mit Sonne, Mond, Sternen, Tieren und den beiden ersten Menschen auf einem Tisch neben den Weltgebetstagskerzen zeigte die schließlich vollendete Schöpfung im Kleinformat. In einer Fabel aus Surinam, die Vikarin Jasmin Setny erzählte, wollte die Spinne Anandi die Weisheit der ganzen Welt im höchsten Baumwipfel verstecken, was ihr glücklicherweise nicht gelang. Es gehe um das große Ganze, die Bewunderung der Schöpfung, um den globalen Auftrag, die Verantwortung für Klima und Umwelt zu übernehmen, folgerte Setny als Erkenntnis aus dieser Fabel. Die beachtliche Kollekte erbrachte 748 Euro, die für zwei Projekte verwendet werden: Für ein Jugendtraining am Stadtrand von Paramaribo in Surinam und auf den Philippinen zur Anpassung an den Klimawandel. Nach dem Gottesdienst spendierten die Frauen des „Ein Weltladens“ Tee und Kaffee, an ihrem Verkaufsstand zeigten die Frauen reges Interesse für fair gehandelte Schokolade, Handarbeiten und vieles mehr. Kulinarisch bestens versorgt vom gut sortierten Büffet, das vom Vorbereitungsteam mit herzhaften und süßen Genüssen nach Rezepten aus Surinam bestückt war, entwickelte sich in gemütlicher Atmosphäre die Geselligkeit. In den Landesfarben Surinams waren die Tische dekoriert, mit frühlingsfrischen gelben Primeln und Servietten in den Farben Rot, Gelb und Grün. Immer am ersten Freitag im März wird der Weltgebetstag in mehr als 120 Ländern von christlichen Frauen vorbereitet und gefeiert, eine ökumenische Basisbewegung seit 130 Jahren. Beim nächsten Weltgebetstag 2019 steht Slowenien im Blickpunkt, gefeiert werde in St. Andreas, teilte Pfarrerin Sauerwein mit. Hannelore Nowacki