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Fr., 13. März 2015, 10:05 Uhr
Die Ausgabestelle der Tafel nach Umzug offiziell eröffnet
Tafel braucht mehr ehrenamtliche Helfer und Geld
Die Freude bei allen Beteiligten ist groß, dass es gelungen ist, die Tafel in Bürstadt trotz der Kostenprobleme zu erhalten. Aber die weitere Unterstützung durch Spender und Großsponsoren ist dringend nötig. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Die Tafel ist umgezogen. Schon seit 24. Februar kaufen die 340 Kunden zu den gewohnten Öffnungszeiten in den neuen Räumlichkeiten Am Bildstock 79 ein - dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr. Früher war hier eine Metzgerei, davon zeugt noch der Schriftzug an der Fassade. Zur offiziellen Eröffnung am Donnerstagnachmittag waren Unterstützer, Förderer und Sponsoren eingeladen, denn ohne ihre regelmäßigen und stetig eingehenden Spenden und Finanzspritzen könnte die Tafel nicht existieren. Zum Beispiel wurde nach dem Umzug ein neuer Kühlschrank gebraucht. Die Theatergruppe „Sainäwwel“ spendete dafür 200 Euro. Die Eröffnungsansprache hielt Teamleiter Logistik Werner Straus, der sich freute, dass so viele Unterstützer gekommen waren. Straus würdigte den Einsatz von Bürgermeisterin Barbara Schader - sie habe viele Sponsoren gefunden und dadurch erreicht, dass die Tafel nicht geschlossen werden musste. Zu den neuen Räumlichkeiten mit Laden und Büro gehören ein Sozialraum mit Küche und ein Raum für die Warenaufbereitung. Die Tafel gewinnt stetig an Bedeutung für die Versorgung armer Mitbürger. Zum Gründungszeitpunkt 2010 hatte die Tafel 200 Kunden, jetzt sind es 340 Kunden geworden. Das liege an den gestiegenen Flüchtlingszahlen, erklärte Straus. Die großen Kisten und die Regale werden zu den Öffnungszeiten immer frisch bestückt. 40 Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich für die Tafel, als Fahrer, in der Warenvorbereitung, acht Helferinnen geben die Waren aus. Schilder im Laden weisen darauf hin: Keine Selbstbedienung und auf Englisch: No Self Service. Alle Kunden haben einen eigenen Termin zum Einkaufen. Vor dem ersten Einkauf steht die Anmeldung mit Prüfung der Unterlagen, aus denen die Bedürftigkeit hervorgeht. Dafür ist Bärbel Kilian freitags und Klarissa Humm dienstags im Anmeldungsbüro zuständig. Obst und Gemüse, Brot und bei der Anmeldung Milchprodukte sowie Trockenware gibt es, jedoch nicht in Selbstbedienung: Darauf weisen mehrere Schilder in deutscher und englischer Sprache hin. Im Laufe der Woche holen die Fahrer die Waren bei 14 Supermärkten, 6 Bäckereien und mehreren Landwirten ab und fahren dafür auch nach Lorsch, Groß-Rohrheim, Biblis, Wattenheim und Lampertheim. Einige Großsponsoren wie Altnatura in Lorsch und ein italienischer Supermarkt in Wattenheim sorgen dafür, dass den Bedürftigen immer etwas zur Verfügung steht. „Die ehrenamtlichen Helfer sind weiterhin hochmotiviert bei der Arbeit“, versprach Straus. Allerdings das Team hofft auf mehr Helfer, denn Arbeit gibt es genug. Manchmal falle die „Rentnerpower“ wegen „Knie und Hüfte“ aus, wie Straus anmerkte, und Urlaubsabwesenheiten gebe es immer wieder. Als Träger der drei Tafeln der Region ist das Diakonische Werk Bergstraße zuständig für Miete und alle laufenden Kosten, die ohne zuverlässiges und planbares Spendenaufkommen nicht zu schultern seien. Erster Stadtrat Walter Wiedemann vertrat bei der Eröffnung Bürgermeisterin Schader, die wegen eines Trauerfalls nicht kommen konnte. Es sei gut angelaufen, bestätigte er und er hoffe, dass die Tafel ihre Aufgabe auch „nachhaltig“ erfüllen könne, „leider, wie man sagen muss“. Damit sprach Wiedemann an, was auch Irene Finger bei aller Freude über die gute Arbeit der Tafeln bewegt. „Die Tafeln sind ein tolles Projekt, das armen Menschen in der Region hilft – „so lange wie es nötig ist“. An Armut als Dauerzustand hatte sie eigentlich nicht denken wollen. Die neue Leiterin des Diakonischen Werks mit Sitz in Bensheim kann neben 90 Mitarbeitenden auf 170 Ehrenamtliche zählen. Dekan Karl Hans Geil lobte die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in Bürstadt, gab aber zu bedenken, dass die gefeierte „schwarze Null“ im Bundeshaushalt für die Kommunen bedeute, dass ihnen für die vom Bund übertragenen Aufgaben die Mittel vorenthalten werden. Wer bei der Bürstädter Tafel ehrenamtlich mithelfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer der Tafel 06206/9513364 während der Öffnungszeiten informieren. Hannelore Nowacki