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Sa., 10. Januar 2015, 20:45 Uhr
SPD-Landratskandidat Gerald Kummer, Erster Stadtrat Jens Klingler und SPD informieren sich vor Ort / Jusos spenden 100 Euro
„Tafeln sind ein Segen für alle, die sie benötigen"
Tafel-Koordinator Hans Seydel (3.v.r.) informierte die Mitglieder der SPD Lampertheim um den Ersten Stadtrat Jens Klingler (l.), Landratskandidat Gerald Kummer (4.v.l.) und Juso-Vorsitzenden Marius Schmidt (4.v.r.) über die aktuelle Situation der Tafeln in Bürstadt und Lampertheim - und freute sich über die Spende der Jusos. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Tafeln in Deutschland. Waren es anfangs vier Standorte, gibt es mittlerweile mehr als 900 Tafeln in der Bundesrepublik. „Dabei ist jeder dritte Kunde ein Kind oder Jugendlicher", erläuterte Marius Schmidt, Vorsitzender der Jusos, bei einem gemeinsamen Besuch der SPD-Jugendorganisation, dem 1. Stadtrat Jens Klingler, dem SPD-Landratskandidaten Gerald Kummer und Vertretern der SPD Lampertheim in den Räumen der Tafel in der Gewerbestraße. „Gerade für diese möchten wir etwas tun."
Daher gab es neben der Information über die aktuelle Situation vor Ort einen freudigen Anlass für den Besuch. Denn die Jusos hatten die Vorweihnachtszeit genutzt, um Kuchen zu backen und diesen auf dem Wochenmarkt in Lampertheim zu verkaufen. Der Erlös dieser Aktion waren 300 Euro - je 100 Euro gehen dabei an den Koordinierungsausschuss für Flüchtlinge, ein Jugendprojekt und eben an die Tafeln in Lampertheim und Bürstadt.
SPD-Landratskandidat Gerald Kummer zeigte sich „von der Solidarität und dem ehrenamtlichen Engagement, ohne die die Tafeln nicht existieren können", begeistert. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Betriebe, die Lebensmitteln zur Verfügung stellen. „Es ist mir wichtig, bei den Menschen zu sein, mit ihnen zu reden und sich im sie zu kümmern. Daher bedanke ich mich herzlich bei den Jusos, die sich durch ihr Engagement gerade für junge Menschen einsetzen. Ebenso möchte ich mich bei den Tafeln bedanken, denn diese sehen nicht weg, sondern handeln zum Wohl der Menschen. Im Grunde ist es jedoch ein Skandal, dass es in einem der reichsten Länder der Welt Tafeln geben muss. Dies ist gesellschaftspolitisch fragwürdig und muss geändert werden - jedoch dürfen die Tafeln dabei nicht in Frage gestellt werden, denn diese sind für viele Menschen unabdingbar."
Tafel-Koordinator Hans Seydel zeigte sich von der Unterstützung seitens der Jusos als auch vom Interesse Kummers äußerst angetan. „Wir sind hier auf jeden Euro angewiesen, ob in Lampertheim, Bürstadt oder unserem dritten Standort in Rimbach. Denn Energie, Benzin, Miete und Arbeitsmaterialien kosten viel Geld, dass sich nicht ohne weiteres aufbringen lässt. Daher sind auch 100 Euro schon sehr viel." Seydel pflichtete Kummer bei und betonte, dass die „Notwendigkeit der Tafeln ein Skandal ist, aber sie sind ein Segen für alle, die sie benötigen. Unser Ziel muss es sein, dass die Tafeln irgendwann überflüssig werden." Doch die aktuellen Zahlen zeigen, wie wichtig der Erhalt der Tafeln ist: Denn in Bürstadt gibt es 316 und in Lampertheim 410 regelmäßige Besucher. „Dies sind bei weitem nicht alle, die Anspruch hätten", ergänzte Seydel. Denn obwohl die Tafel barrierefrei zugänglich ist, gibt es doch bei vielen eine Barriere im Kopf, um den ersten Schritt in die Räumlichkeiten zu setzen. Benjamin Kloos