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  • Mo., 08. Dezember 2014, 17:30 Uhr
    Intensive Diskussion auf Facebook / Resolutionsantrag in Stadtverordnetenversammlung

    Tanz der Bässe bewegt Gemüter

    Tanz der Bässe hat sich zu einem Magnet für Jugendliche aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland entwickelt. Foto: https://www.facebook.com/tanzderbaesse


    LAMPERTHEIM -Die besonders bei Jugendlichen aus der Region, aber auch bundesweit beliebten Veranstaltung „Tanz der Bässe" sorgt derzeit für Zündstoff in Lampertheim. Nachdem die Jusos mit Unverständnis und Kritik auf die Entscheidung von Bürgermeister Gottfried Störmer, Tanz der Bässe im Freibad der Stadt Lampertheim nicht mehr durchzuführen, reagierten (siehe Bericht „Verbot keine Lösung", TIP-Ausgabe vom 6. Dezember oder www.tip-verlag.de), hat die Stadtverwaltung mittlerweile offiziell zu diesem Thema Stellung bezogen. So erfolgten 2014 zielgerichtete Kontrollen, wobei die Beamten eine hohe Aggressionsbereitschaft feststellten. Nahezu jede Kontrollaktion brachte Drogen zum Vorschein (Bericht am 9. Dezember „Tanz der Bässe: Absage aus Gründen Gefahrenabwehr und zur Verhinderung von Straftaten").

    Derweil bewegt dieses Thema in den sozialen Netzwerken die Gemüter: Sowohl für als besonders auch gegen eine Absage von Tanz der Bässe gibt es zahlreiche Kommentare - die meisten davon sachlich und zielführend, einige leider auch über das Ziel hinausschießend beziehungsweise in die beleidigende Richtung gehend.

    Einig ist sich der Großteil der Nutzer, dass der Konsum illegaler Drogen generell nicht akzeptabel ist, dieses Phänomen sich jedoch keineswegs auf Tanz der Bässe beschränkt, sondern zahlreiche Veranstaltungen in Lampertheim und überall sonst auch betrifft. Kommentare wie „Wo soviele Menschen zusammen kommen, werden auch illegale Drogen konsumiert und es ist auch keine Frage des Alters oder der Location" umfassen die Situation jedoch nicht komplett. Selbstverständlich darf und kann es nicht sein, dass im Zuge von Kontrollen Polizeibeamte zu Schaden kommen, wie 2014 geschehen. Und auch der Konsum von illegalen Drogen wird zurecht verfolgt und bekämpft. Aber ein Verbot rechtfertigt dies alleine sicher nicht - so findet bereits seit 1995 im Hunsrück Nature One, eines der größten europäischen Festivals der elektronischen Tanzmusik, statt - mit jährlich wiederkehrenden intensiven Drogenkontrollen und -funden bei zahlreichen Teilnehmern. Dennoch gibt es hier keine Diskussion, ob diese Veranstaltung untersage werden soll, vielmehr ist die Polizei stolz auf ihre Fahndungserfolge.

    Viele sehen die Absage von Tanz der Bässe besonders gegen die Jugendlichen gerichtet. „Die heiligen Rock & Pop Veranstaltungen würde sich niemand trauen zu verbieten, im Schwimmbad gibt's ja auch z.B. den Rock am See, da ist die Lautstärke und Badegäste kein Problem. Hier wird einfach wieder die Jugend geprellt. Schlafstadt Lampertheim. Armselig.", heißt es da beispielsweise.

    Ein wichtiger Hinweis in der Diskussion - nicht die Drogen, aber die Organisation betreffend - stammt von einer Facebook-Nutzerin: „In jeder verkauften TdB-Eintrittskarte ist exakt das Geld, was ein normaler Schwimmbadbesuch kosten, bereits verrechnet und geht auch an die Biedensand-Bäder. Die Veranstalter sind drei Herren aus Lampertheim, welche die Organisation dieser Veranstaltung(en) in ihrer Freizeit machen und die Einnahmen werden voll an Organisationen in Lampertheim gespendet (Kindergärten, Tierheim, Vogelpark, Wir helfen Emely e.V.)"

    Tanz der Bässe ist übrigens auch Thema der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Freitag, 12. Dezember, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses. Hier wird ein Antrag der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen: Resolution zur Veranstaltung „Tanz der Bässe" behandelt. Diesbezüglich wurde  bei Facebook bereits zur regen Teilnahme an und vor der Sitzung aufgerufen - übrigens aus nahezu allen politischen Richtungen -, um für eine Fortführung von Tanz der Bässe zu werben. Man darf gespannt sein, wie sich diese Frage weiterentwickelt, der TIP wird bei der Stadtverordnetenversammlung vor Ort sein und im Nachgang darüber berichten. Benjamin Kloos

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