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  • Di., 05. August 2014, 10:30 Uhr
    10. Lampertheimer Orgelsommer – das Motto „Ton-Art“ / Domorganist Daniel Beckmann am 10. August zu Gast

    Tereza Scharf machte die „Große Blaue“ zu ihrer Orgel

    Die 29-jährige Tereza Scharf, zurzeit Chorleiterin an der Heidelberger Friedenskirche, blickt bereits auf eine Karriere mit zahlreichen Konzerten zurück. Am Sonntag begeisterte sie ihr Publikum in der Domkirche mit ihrem eindrucksvollen Programm. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Tereza Scharf verlieh dem 10. Lampertheimer Orgelsommer einen stimmungsvollen Beginn. Die beruflich vielseitig und international engagierte junge Heidelberger Musikerin, die im ostböhmischen Chrudim auf die Welt kam und schon seit ihrem achten Lebensjahr Unterricht in Komposition und Improvisation am Klavier erhielt, verschaffte den rund hundert Zuhörern in der Domkirche mit ihrer Progammauswahl ein besonderes Musikerlebnis, wie der immer wieder aufflammende Applaus am Ende des Orgelkonzertes zeigte. In ihren Begrüßungsworten stellte Tereza Scharf ihr Programm vor, das sich auf gregorianische Stücke aus der Zeit der deutschen Renaissance und des deutschen Frühbarocks konzentrierte -  Johann Sebastian Bach (1685-1715) mit der „Fuga sopra il Magnificat“, Samuel Scheidt (1587-1654) mit „Magnificat“, Heinrich Scheidemann (1595-1663) mit „A solis ortus cardine“ und „Kyrie summum“. Stücke aus dem achtteiligen Zyklus „Hiob“ von Petr Eben (1929-2007) gaben dem Konzert die dramaturgische Tiefe. In diesen Werken spiegelt sich die Weite menschlichen Erlebens und Fühlens, die Tereza Scharf in ihrem Orgelspiel zum Ausdruck brachte - überwältigend mit wuchtigen Bässen, gewaltigen Aufschreien im Leiden, dem sehnsuchtsvolles Rufen folgte - dramatische Augenblicke, die leise erzählend, sanft und leicht, auch ins Heitere wechselten.

    Schrill und anklagend gab sich die „Große Blaue“ unter ihren Händen, trotzig brummend, dann wieder versöhnlich klingend, um am Ende mit „Hiob“ und „Gottes Lohn“ aus dem Zyklus „Hiob“ von Petr Eben  die Orgel kraftvoll und optimistisch verkünden zu lassen: „Der Herr erhob alsdann Hiobs Angesicht und gab Hiob noch mehr Glück als er zuvor besessen“. Diesen Spannungsbogen mit seinem versöhnlichen Ende hatte die Künstlerin bereits in ihren einführenden Worten erahnen lassen, als sie sagte: „Wir sind nicht allein“. Nach Momenten der vollkommenen Stille in der Domkirche, wenn der letzte Orgelton eines Stückes verhallt war, folgte die gesangliche Gestaltung der gregorianisch geprägten Stücke, eindrucksvoll dargeboten vom Lampertheimer Tenorsänger Volker Will. Auf dem Platz vor der Domkirche hatte der Förderverein zur Renovierung der Domkirche zum geselligen Ausklang des Abends bei Wein und Fladenbrot eingeladen. Am kommenden Sonntag (10. August) wird der Mainzer Domorganist Daniel Beckmann zu Gast in der Domkirche sein. Die Zuhörer können gespannt sein und sich ab 20 Uhr auf ein wunderbares Orgelkonzert freuen.

    Hannelore Nowacki

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