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  • Fr., 15. Mai 2015, 09:52 Uhr
    Lampertheim zeigt zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie Flagge

    Toleranz ist gefragt

    Als Zeichen der Unterstützung des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie weht auch in Lampertheim die Regenbogen-Flagge. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM - Der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie wird seit 2005 jeweils am 17. Mai begangen. Ziel dieses Tages war und ist, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt und Toleranz für Lesben und Schwule zu fordern. Die Initiative für diesen Tag ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) vorsteht. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17.05.1990 gewählt, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für psychische Krankheiten zu streichen. In der Schreibweise dieses Datums (17.5.) ergeben sich zufällig Parallelen zum Paragraphen 175 des Deutschen Strafgesetzbuches (§175 dStGB), der vom 1. Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994 existierte und sexuelle Handlungen zwischen männlichen Personen unter Strafe stellte.
    Auch Lampertheim spricht sich gegen Rassismus, Homo- und Transphobie aus. Noch bis zum 18. Mai wird vor dem Stadthaus auf dem Europaplatz die Regenbogenfahne zu sehen sein, um ein weit sichtbares Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen. Es geht um Toleranz, Respekt und Akzeptanz. Alle Menschen sind gleich, es gibt keine Unterschiede. So steht es auch in unserem Grundgesetzt (Art. 3 GG).
    In der Praxis sieht es aber leider ganz anders aus. Trotz der Verankerung im Grundgesetz, trotz der Streichung des § 175, trotz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und trotz der Einführung der „Homo – Ehe“ ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Deutschland keineswegs selbstverständlich. Auch wenn durch politisches Engagement in den letzten Jahrzehnten Erfolge erzielt wurden und „anderes Leben“ zunehmend akzeptiert wird, gehören Gewalt und Anfeindungen nach wie vor zu den Erfahrungen vieler Lesben und Schwulen. Ihre stärkere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit (z.B. Händchen halten, Umarmungen, Küssen) empfinden immer noch viele Menschen als Provokation und reagieren mit Anfeindungen, Beleidigungen und Aggressivität. Das geschieht täglich, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Nach wie vor werden Homosexuelle verfolgt und bestraft. Noch in jüngster Zeit fanden öffentliche Hinrichtungen von schwulen Jugendlichen in Saudi-Arabien und Iran statt - das sind Menschenrechtsverletzungen, die nicht hinnehmbar sind. Toleranz ist gefragt. zg

     

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