Do., 26. September 2013, 10:26 Uhr
Verbandsversammlung des ZAKB: Umfeld der Abfallwirtschaft ist schwieriger geworden / Engagement im Bereich der Energiewirtschaft wird weiter gefestigt / Windmessungen im Zuge der Planung für Windkraftanlage
Transparenz beim Thema Windenergie
KREIS BERGSTRASSE - Der Wertstoffmarkt ist in Bewegung, das spürt auch der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) auf der Einnahmenseite. Bei der Verbandsversammlung bilanzierte in dieser Woche Geschäftsführer Gerhard Goliasch Rückgänge bei den Erlösen. Vor allem die Preise für Altpapier seien im ersten Halbjahr drastisch gesunken. Dennoch sieht sich der Verband gut aufgestellt und blickt zuversichtlich nach vorne. Dazu trägt verstärkt auch das Engagement im Bereich der Energiewirtschaft bei.
Neben der im Bau befindlichen Biogasanlage in Heppenheim kommt der Gewinnung von Windenergie auf dem früheren Deponiegelände bei Hüttenfeld, das zum Energiepark geworden ist, besonderes Augenmerk zu. Geplant ist dort der Bau einer Windkraftanlage. Die Gründung sowie standortspezifische Besonderheiten waren im Sommer Thema eines Expertengesprächs beim Regierungspräsidium (RP), so Goliasch gegenüber der Versammlung. Seitens des RP ist inzwischen ein weiterer Statiker im Boot, um die baugrundtechnische Bewertung zu prüfen. Auch soll noch in diesem Herbst mit Windmessungen begonnen werden, um das Datenaufkommen zu komplettieren. Die Messungen gehen über den Zeitraum von einem Jahr. Aktuell heißt es beim ZAKB zu dem Projekt: „Die bisherigen Rückmeldungen unserer Fachgutachter und der Genehmigungsbehörde ergeben keine Hinweise, die einer Genehmigung entgegenstehen.“
Voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres wird die Verbandsversammlung nach Vorlage der Ergebnisse der Windmessung und einer Aktualisierung der Entscheidungsgrundlage über die geplante Investition abschließend entscheiden. Der gesamte Prozess soll nach dem Willen des ZAKB von größtmöglicher Transparenz begleitet werden. So können die Fachgutachten auf den Internetseiten des Verbandes eingesehen werden. Zudem soll es nach Vorlage aller abschließenden Gutachten eine Bürgerinformation geben. Der ZAKB setzt auf den Dialog mit den Bürgern und sucht dabei auch das Gespräch mit Kritikern. Der Zweckverband ist überzeugt, dass Windenergie eine interessante und zukunftsträchtige Ergänzung seines Geschäftsfelds Regenerative Energien ist.
Bau der Biogasanlage in Heppenheim im Zeitplan
Im Zeitplan ist der Bau einer Biogasanlage bei Heppenheim. Rund 18 Millionen Euro investiert der ZAKB in das Entstehen der größten Anlage ihrer Art im Kreis Bergstraße plus Infrastruktur. Bis zu 31.000 Tonnen Bioabfall können dort jährlich verwertet werden. Dabei entstehen 2,47 Millionen Kubikmeter Biogas. In zwei Blockheizkraftwerken wird daraus Strom, mit dem 1.125 Haushalte versorgt werden können sowie Wärme, die größtenteils betriebsintern genutzt wird. Mit der Anlage setzt der ZAKB wie an vielen anderen Stellen auf Ökologie und Ökonomie. Lange Transportwege von Bioabfällen wie bislang aus dem Kreis Bergstraße nach Thüringen entfallen. Baubeginn war im September.
Ebenfalls im September ist damit begonnen worden, 145.000 Abfallbehälter im Kreisgebiet mit Transpondern auszurüsten. Diese lösen die bisherigen Barcodeaufkleber auf den Tonnen ab. Das Registrieren der Leerung und somit die Abrechnung werden einfacher und damit weniger fehleranfällig. Der Transponder sendet bei jeder Leerung ein elektronisches Signal, das von einem Empfänger am Müllfahrzeug registriert wird. Die Umstellung läuft problemfrei, ZAKB-Geschäftsführer Goliasch ist zuversichtlich, dass die Ausrüstungsphase bis Ende November abgeschlossen ist und das neue System wie geplant ab 1. Januar 2014 flächendeckend genutzt werden kann. Auch zu diesem Thema informiert der ZAKB auf seinen Internetseiten ausführlich.
Die Verbandsversammlung tagte in den Räumen des Zweckverbands bei Hüttenfeld. Neben den Sachstands berichten stand der Jahresabschluss 2012 auf der Tagesordnung. Der ZAKB hat das Jahr mit einem deutlichen Plus abgeschlossen und dabei das anvisierte Ergebnis noch übertroffen. Der Jahresabschluss wurde von der Versammlung ebenso angenommen wir der Nachtragswirtschaftsplan für das laufende Jahr. zg