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  • So., 17. November 2013, 18:32 Uhr
    Volkstrauertag – Gedenken, Erinnerung, Aussöhnung und Wunsch nach Frieden

    Trauern für eine Zukunft in Frieden

    Kranzniederlegung am Ehrenmal im Stadtpark: Für den VdK die Erste Vorsitzende Ortrud Goertz und stellvertretender Vorsitzender Norbert Müller, für den Bundesverband der Vertriebenen der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Jürgen Schmied und für die Stadt Lampertheim Bürgermeister Erich Maier und Stadtverordneter Fritz Götz. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Wetter hatte sich am Sonntagvormittag zum Volkstrauertag der nachdenklichen Stimmung mit grauem Himmel angepasst, doch der Stadtpark bot dem Auge herbstlich leuchtendes Laub und sattes Rasengrün. Zur Gedenkstunde mit Kranzniederlegung am dortigen Ehrenmal war die gesamte Bevölkerung eingeladen, doch es kam nur eine gut überschaubare Zahl von Menschen, auch zog es nur wenig junge Leute dorthin. Die öffentliche Einladung hatten der Magistrat der Stadt Lampertheim, die Stadtverordnetenversammlung, der Ortsverband des Bundes der Vertriebenen und die Ortsgruppe des VdK auch mit einer Anzeige bekannt gemacht. Die Stadt Lampertheim hatte auf ihrer Homepage darauf  hingewiesen. Die Feierstunde begann mit dem Einzug der Fahnenträger mit Abordnungen mehrerer Lampertheimer Vereine, darunter der Jungbauernverein, der Schützenverein Hubertus, die Freiwillige Feuerwehr, der Reitverein und der Turnverein.

    Die in Stein gehauenen Soldaten beiderseits eines Steinsarkophags halten seit vielen Jahrzehnten dort Totenwache mit seitlich gehaltenem Gewehr und Patronentaschen am Mantelgürtel. „Wir gedenken aller“: Geistlicher Rat Pfarrer Peter Hammerich machte in seiner Ansprache zum Volkstrauertag deutlich, dass den Opfern der Gewaltherrschaft unter Hitler gedacht werde, den Gefallenen beider Weltkriege wie auch den Opfern der Kriege unserer Tage. „Heute am Volkstrauertag trauern wir um Millionen Menschen, die Opfer der Kriege, von Gewalt und Verbrechen geworden sind“, sagte Pfarrer Hammerich eindringlich. „Wir alle sind davon betroffen - mit Recht sprechen wir deshalb von Volkstrauer“.  Fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im miteinander Trauern daran zu erinnern, gehört es nicht der Vergangenheit an, muss man nicht in die Zukunft blicken? Pfarrer Hammerich verneinte diese Frage sogleich. „Zukunft und Vergangenheit sind miteinander verknüpft, es ist gerade diese Erinnerung, die zur Versöhnung führt“.

    Als Beispiele nannte er die Aussöhnung mit Frankreich, Frieden und Einigung in Europa. Unsere Verantwortung gelte dem Frieden, den Menschen hier und in der Welt, mahnte Pfarrer Hammerich. Die Soldatenfriedhöfe seien die großen Predigten des Friedens. „Unser Gedenken ist ein Gedenken der Versöhnung für eine geordnete und friedvolle Zukunft – wir wollen uns auch in Zukunft um echten Frieden mühen“. Der Evangelische Posaunenchor und der Katholische Kirchenchor St. Andreas gaben dem Trauern  und Gedenken wie auch dem Wunsch nach Frieden den musikalischen Ausdruck mit den Liedern „Verleih uns Frieden gnädiglich“ und „Herr, gib uns Frieden“ von Horst Best sowie den Instrumentalstücken „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ und Josephs Haydns St.-Antoni-Choral.

    Hannelore Nowacki

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