Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Trotz Mutante des Coronavirus im Kreis: Impfen als Licht am Ende des Tunnels
Do., 04. Februar 2021, 16:52 Uhr
COVID-19: Kreisspitze informiert über aktuelle Situation / Für Hofheim keine Terminvereinbarung über 116117 möglich
Trotz Mutante des Coronavirus im Kreis: Impfen als Licht am Ende des Tunnels
Am Dienstag ist Startschuss im Impfzentrum Bensheim. Foto: Benjamin Kloos
KREIS BERGSTRASSE – Im Kreis Bergstraße wurden in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit SARS-Cov-2-Infektionen in Lampertheim mehrere Fälle der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 nachgewiesen – diese Fälle waren neben dem Start des Impfzentrums am kommenden Dienstag einer der Schwerpunkte der wöchentlichen Video-Pressekonferenz, in der Landrat Christian Engelhardt und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz am Donnerstag über die für die Region relevanten Neuigkeiten rund um die Coronavirus-Pandemie informierten.
Landrat Christian Engelhardt ging zunächst auf das Impfzentrum ein: „Seit Mittwoch können Termine vereinbart werden, sehr viele haben dies bereits im Kreis Bergstraße getan. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass wir spätestens in ein bis zwei Wochen alle Pflegeeinrichtungen durchgeimpft haben. Ich bin über jede Person, die in Pflegeeinrichtungen geimpft wird, sehr froh, denn dies verringert das Risiko schwerer Erkrankungen und Sterbefälle und ist Ausdruck des Lichts am Ende des Tunnels, das wir durch die Impfungen haben.”
Gleichzeitig hält Landrat Engelhardt die Frage der Prioritäten beim Impfen für sehr wichtig. Hier gäbe es ethisch-rechtliche Vorgaben zur Verabreichung des Impfstoffes, wobei zunächst die am stärksten gefährdeten Personen und Bereiche zu impfen seien. „Ich möchte alle um Verständnis bitten, die nicht zur höchsten Priorität gehören. Die Reihenfolge ist von Verantwortungsträgern auf Bundesebene mit sehr viel Sachverstand geregelt werde. Zudem möchte ich diejenigen, die der höchsten Kategorie angehören, bitten, sich auch impfen zu lassen. Denn die Nebenwirkungen, die bei einer Impfung auftauchen können, sind nichts im Verhältnis zu den drohenden Auswirkungen bei einem Krankheitsverlauf.”
Weil viele der über 80-Jährigen nicht mehr so mobil sind und vielleicht auch keine Unterstützung haben, wird es für diese Impftermine vor Ort geben. „Wir werden örtliche Impftermine für eine klar definierte Zielgruppe anbieten: Personen, die große Einschränkungen in der Mobilität haben. Die Anmeldung wird über die Rathäuser laufen. Aber schneller geht es, wenn man sich einen Termin im Impfzentrum geben lässt. Generell wollen wir die Schwelle, sich impfen zu lassen, bei allen relativ niedrig setzen”, so Landrat Engelhardt weiter.
Positiv sei die Meldung, dass der Kreis 43 Millionen Euro Coronahilfe vom Land erhält. Davon sind 23,12 Millionen Euro für Gewerbesteuerausfälle und 14,3 Millionen Euro für das Aufstocken eines kommunalen Finanzausgleichs. Zudem erhält der Kreis knapp 3,23 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen an Schulen und Kitas.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte, dass die Inzidenz am Donnerstag bei 120,98 liegt – „niedriger als vor seiner Woche, aber in den letzten drei Tagen gab es wieder einen Anstieg der Inzidenz”, wie sie erläuterte. Das Durchschnittsalter der aktuell Infizierten ist gesunken: Die Gruppe der 0 bis 40-Jährigen verzeichnet bezüglich der Anzahl der Neu-Infektionen aktuell einen Anstieg.
„Aktuell haben wir sechs Schulen mit einem Infektionsgeschehen, aber zumeist jeweils nur mit einer betroffenen Person”, so Diana Stolz. Schwieriger sei die Situation an den Kitas: Hier gibt es aktuell fünf betroffene Einrichtungen – darunter allerdings jeweils eine in Lampertheim und in Gorxheimertal,
in denen es mindestens einen bestätigten Fall mit der britischen Mutation B.1.1.7 gibt. „In Gorxheimtertal haben wir zehn positive Testergebnisse in diesem Zusammenhang gehabt, auch im persönlichen Umfeld. Generell haben wir in beiden Fällen sehr hohe Anzahlen, das Gesundheitsamt hat zudem Cluster im Umfeld der jeweiligen Einrichtungen festgestellt. Es ist wichtig, im Zusammenhang mit der Mutation schnell und konsequent zu handeln.” Im Zusammenhang mit SARS-Cov-2-Infektionen wurden im Kreis Bergstraße mit Stand von Donnerstag insgesamt acht Funde der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 bekannt – darunter in den genannten Kitas, an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim, in Bürstadt sowie im Kreiskrankenhaus Bergstraße.
Erfreulich sei, dass die Anzahl der Betroffenen in Pflegeheimen sehr deutlich gesunken ist, hier gibt es derzeit nur noch sehr geringe Infektionsgeschehen in den meisten der derzeit elf betroffenen Einrichtungen. „Es würde uns sehr glücklich machen, wenn sich diese Entwicklung auch dank der Impfungen fortsetzt”, ergänzte Diana Stolz. Bei den Gemeinschaftsunterkünfte sind derzeit vier Einrichtungen betroffen. Benjamin Kloos
Info
Für Hofheim ist über die 116117 keine Terminvereinbarung für das Impfzentrum in Bensheim möglich, da die Anrufe über die Vorwahl 06241 nach Rheinland-Pfalz weitergeleitet werden. Hofheimerinnen und Hofheimer haben die Möglichkeit, entweder online unter https://impfterminservice.hessen.de oder aber über die Nummer 0611 505 92 888 einen Impftermin zu vereinbaren. Diese Nummer wird seitens der Kreisspitze generell für Terminvereinbarungen empfohlen.