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  • Do., 02. Juni 2016, 08:36 Uhr
    Anwohner in Rosenstock III besorgt / Greifvogel durch Bleischrot verletzt

    Turmfalke mitten in Wohngebiet angeschossen

    Dieser Turmfalke wurde am Samstag im Wohngebiet Rosenstock III angeschossen. Foto: oh

    Dieser Turmfalke wurde am Samstag im Wohngebiet Rosenstock III angeschossen. Foto: oh

    LAMPERTHEIM – Ein lauter Knall inmitten des Wohngebietes Rosenstock III schreckte am vergangenen Samstagabend Anwohner auf, die gerade auf dem Weg nach Hause waren – dieser stellte sich im Nachhinein als Schuss heraus, abgefeuert auf einen Greifvogel, in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern. Dieser Vorfall sorgt für Beunruhigung bei den Anwohnern, die sich Sorgen machen, dass es nicht bei diesem einzelnen Schuss bleibt.

    Was war geschehen? Gegen 22.45 Uhr kehrten Anwohner des Rosenstock III vom Spaziergang mit ihrem Hund nach Hause zurück. Als sie von der Amselstraße in den Edith-Stein-Weg einbogen, hörten sie den Knall. Unmittelbar danach kam ein Vogel in die Straße geflogen, der verwirrt auf dem Nachbargrundstück landete und nicht mehr fliegen konnte. „Nachdem wir den Vogel kurz in Augenschein nahmen, stellten wir fest, dass es sich wohl um einen Falken handelte. Unsere erste Vermutung war, dass dieser gegen eine Fensterscheibe oder ähnliches geflogen war, was den Knall verursachte”, so die Zeugin, die, nachdem sie ihren Hund versorgt und ins Haus gebracht hatte, noch einmal nach dem Falken schauen wollte. Doch dieser war zunächst nicht mehr zu sehen.

    Am nächsten Vormittag klingelte eine Nachbarin bei der Zeugin — ein Vogel sitze auf ihrem Grundstück und könne nicht mehr fliegen. Dieser entpuppte sich als der am Vorabend gesichtete Falke. Nach der Meldung des Vorfalls bei der örtlichen Polizeibehörde und der Auskunft, dass diese in diesem Fall nichts tun könne, wollte die Zeugin der Ursache für die Flugunfähigkeit auf den Grund gehen. Denn offensichtlich war kein Flügel gebrochen. Nach einigen Telefonaten landete sie letztlich bei der Wildvogelrettung in Bad Dürkheim, wohin sie den Falken bringen konnte. Dort wurde der Falke in Augenschein genommen und festgestellt, dass es sich um einen jungen Turmfalken handelt. Nach weiterer Untersuchung konnte man sehen, dass der Turmfalke am linken hinteren Bein angeschossen war – Schmauchspuren waren eindeutig zu erkennen. Der Besuch bei einem Tierarzt, bei dem der Falke geröntgt wurde, machte deutlich, dass es sich bei der Munition um Bleischrot handelte.

    Turmfalken nisten immer wieder in Dörfern und Städten. Ein solcher wurde jetzt inmitten des Wohngebiets Rosenstock III angeschossen. Foto: NABU/Foto: Rosl Rößner


    Nach der Einschätzung der Zeugen muss der „Schütze“ in unmittelbarer Nähe der Amselstraße / Edith-Stein-Weg wohnhaft sein, da der Falke direkt nach dem Knall in den Edith-Stein-Weg eingeflogen ist. „Nicht auszudenken, wenn es hier einen Querschläger gegeben hätte und ein Mensch, ein Kind oder ein anderes Tier getroffen wäre”, so die besorgten Anwohner. Diese finden es verständlicherweise erschreckend, dass solch ein Vorfall, bei dem Menschen auf Greifvögel schießen, in deren unmittelbarer Nachbarschaft vorkommt. „Wer weiß, was der nächste Schritt ist?”, ist eine der Fragen, die sich die Anwohner stellen – und natürlich auch, wie es dem Falken geht.

    Wer den Vorfall beobachtet hat, wird gebeten sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen, dort wurde die Tat bereits zur Anzeige gebracht – damit dem Tierquäler, der wahllos auf Greifvögel schießt, Einhalt zu geben. Benjamin Kloos

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