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  • Do., 07. Mai 2020, 16:45 Uhr
    Lockerungen in zahlreichen Bereichen bekannt gegeben / Landrat Engelhardt begrüßt Entscheidungsfreiheit der Länder

    Über 80 Prozent der mit Corona infizierten Menschen im Kreis genesen

    Hoffnung für alle Eltern, Schüler und Kindergartenkinder: Am 18. Mai können die 4. bis 6. Klassen wieder in die Schule gehen, am 2. Juni folgen dann die weiteren Schüler sowie die Kindergärten. Foto: Stadt Lampertheim


    KREIS BERGSTRASSE – Am Mittwoch gaben Bund und Länder zahlreiche Lockerungen bezüglich des Umgangs mit dem Corona-Virus bekannt. So dürfen Restaurants und Hotels noch im Mai wieder öffnen, ebenso wie Campingplätze. Eine wichtige Nachricht für die Eltern im Kreis: Am 18. Mai sollen die Sekundarstufen I, also die 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen, sowie die Viertklässler wieder uneingeschränkt in die Schule gehen, ab dem 2. Juni auch die anderen Klassen. Ebenfalls ab dem 2. Juni sollen auch die Kindertagesstätten wieder öffnen. Und auch alle Geschäfte dürfen unter entsprechenden Auflagen bezüglich der Hygienevorschriften wieder öffnen, unabhängig von der Größe. Für das private Leben eine wichtige Entscheidung: Angehörige von zwei Haushalten dürfen sich treffen - Konkret heißt das: etwa zwei Familien, zwei Paare oder die Mitglieder aus zwei Wohngemeinschaften. Und auch im Breiten- Und Freizeitsport gibt es Lockerungen, hier darf der Trainingsbetrieb unter freiem Himmel unter Auflagen wieder aufgenommen werden. Und: Die weitgehenden Besuchsbeschränkungen für Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen und Krankenhäuser in der Corona-Krise sollen bundesweit begrenzt gelockert werden. 

    Landrat Christian Engelhardt sowie die beiden Kreisbeigeordneten Diana Stolz und Karsten Krug sprachen am Donnerstag im Rahmen einer Videopressekonferenz über die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Kreis Bergstraße und die aktuelle Situation vor Ort.

    Dabei betonte Landrat Engelhardt, dass es „richtig und wichtig ist, dass es Lockerungen gibt. Und es ist richtig, dass die Länder selbst entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden, auch wenn wir hier im Drei-Länder-Eck diese Auswirkungen besonders spüren. Denn wir haben ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in unterschiedlichen Bundesländern. Genau so richtig ist es, die Situation nochmals kleinräumiger zu betrachten und eine Obergrenze für Neuinfektionen einzuführen, die für den jeweiligen Landkreis greift. Dies bedeutet: Sollten innerhalb einer Woche die Neuinfektionen in den Landkreisen die Zahl von 50 pro 100.000 Einwohner übersteigen, muss wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden. Ich hätte mir diese regionale Betrachtung früher gewünscht, aber dieser Weg ist sicher richtig.”

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz ergänzte in diesem Zusammenhang: „Wir werden nicht abwarten, dass die Zahlen auf 50 Infizierte bei 100.000 Einwohner steigen, sondern frühzeitig reagieren, so wie wir dies von Beginn an gemacht haben. Wir weichen nicht von unserem konsequenten Handeln ab, zum Wohl der Menschen im Kreis.”

    Die Firma Otto Cosmetic GmbH spendet 20.000 Flaschen Handseife an den Kreis Bergstraße – Jens (2.v.r.) und Dirk (Bildmitte) Otto überreichen Landrat Christian Engelhardt (2.v.l.), Groß-Rohrheims Bürgermeister Rainer Bersch (r.) und Kreisbrandinspektor Steffen Lutter (l.) die Spende. Foto: oh


    Dank an Schulen

    „Wie genau die Öffnung der Kindergärten aussehen wird, wird noch für ganz Hessen erarbeitet. Hier müssen noch viele Parameter geklärt werden, dies gilt auch für Schulen. Der Infektionsschutz steht dabei über allem”, erläuterte Landrat Engelhardt. „Dadurch gibt es eine Verkleinerung der Gruppen, was doppelt so viele Lehrer nötig macht. Hier fallen aber gleichzeitig Lehrkräfte aus, die aus Risikogruppen kommen. Weniger Lehrer, aber kleinere Gruppen und nicht mehr alle Räume, die aufgrund zu geringer Größe zur Verfügung stehen – das sind die Herausforderungen. Ein großes Lob geht an die Schulen, wie sie sich auf Wiederaufnahme des Unterrichts vorbereiten, mit Markierungen auf den Pausenhöfen und im Treppenhaus sowie Wartebereichen, um andere vorbeizulassen. Hier zeigt sich große Kreativität, dies ist sehr beeindruckend.” 

    Im Bereich der Wirtschaft ergeben sich viele der Regeln sich aus berufsgenossenschaftlichen Aspekten, zum Beispiel bei Friseuren, wie Landrat Engelhardt weiter ausführte. „Dies ist in keiner Verordnung geregelt, sondern wird durch die Berufsverbände geregelt.”

    Positive Fallzahlen

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz informierte zudem über die neueste Entwicklung im Bereich der Infiziertenzahlen im Kreis. „Die Genesnenzahlen steigen stetig, wir haben bereits über 80 Prozent Genesene – und gleichzeitig mehr als 30 Prozent der Kommunen, in denen es keine aktuellen Infizierten mehr gibt. In letzten sieben Tagen hat es sogar an vier Tagen keinen positiven Fall im Kreis gegeben, das ist eine sehr positive Entwicklung. Eines liegt mir besonders am Herzen: Wir haben uns dafür eingesetzt, dass es Testungen in Pflegeheimen gibt und haben dafür die Teamstruktur  um das Team Screening erweitert. Dieses hat Testungen aller Einwohner von zwei Pflegeheimen und einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis – darunter auch im Ried – vorgenommen. Vielen Dank in diesem Zusammenhang für die tolle Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten. In beiden Pflegeheimen haben wir je eine infizierte Person ohne Symptome entdeckt, dies zeigt, wie wichtig diese Screenings sind. Daher setzen uns weiter dafür ein, auch dass hier hessenweit etwas geschieht.”

    Maskenpflicht im ÖPNV wird eingehalten

    „Der ÖPNV rollt sehr gut im Zusammenhang mit der Schülerbeförderung, und wir bereiten uns auf die nächste Stufe vor”, so Kreisbeigeordneter Karsten Krug in Bezug auf den Nahverkehr. „Die Maskenpflicht wird sehr gut eingehalten.” Auch mit Blick auf das von Corona betroffen Flüchtlingsheim in Heppenheim konnte Karsten Krug gute Neuigkeiten präsentieren: Es konnte aus der Quarantäne entlassen werden. Eine weitere Maßnahme, die im Zuge von Corona eingeführt wurde, ist die Bußgeldstelle: Wir haben etwas über 300 Fälle vorliegen und konnten 200 Anhörungen auf den Weg bringen. Es gibt einen Rückgang bei den Fällen, die uns angezeigt werden. Dies zeigt, dass wir nicht nur handlungsfähig sind, sondern den Fällen mit Nachdruck nachgehen. Die ersten Bußgeldbescheide in Höhe von 200 Euro werden diese Woche versandt”, so Karsten Krug abschließend. Benjamin Kloos

     
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