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    VERKEHRSSITUATION AM WEIDWEG: Anwohner ertragen Belastung nicht mehr / Überfahrene Haustiere, Temposünder und zunehmende Lärmbelästigung / Verwaltung soll handeln

    „Unsere Tiere und Enkel müssen besser geschützt werden!“

    Mit ihrer Geduld am Ende! Die Familien Gärtner, Rudolph, Wenzel und Moos-Kissel mit Unterstützung von Vierbeiner „Nato“ machen am Weidweg auf die Situation vor Ort aufmerksam und hoffen, dass die Verwaltung die Anwohner mit ihrem Anliegen nicht im Regen stehen lässt. Foto: Steffen Heumann


    LAMPERTHEIM – Ingrid und Michael Gärtner sind nach Jahren erfolgloser Bemühungen mit ihrem Latein am Ende. Ihr Anliegen, eine Verbesserung der Verkehrssituation in Höhe Weidweg 37 bis zur Nato-Rampe Richtung Rhein zu erreichen, läuft ins Leere. „Wir stehen über Jahre immer mal wieder in Kontakt mit der Verwaltung“, so Ingrid Gärtner, „aber es passiert nichts“. Der Tod ihrer geliebten Katze Nala direkt vor dem Haus vor wenigen Tagen, bracht das Fass bei den Tierliebhabern endgültig zum Überlaufen.

    Nala wurde von einem Fahrzeug erfasst, das mit augenscheinlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Straße unterwegs war. Ein Zeuge signalisierte dem Fahrzeugführer, das Tempo zu reduzieren, aber das Gegenteil war der Fall. Der Fahrer beschleunigte, erfasste das Tier und fuhr weiter. Der Zeuge reagiert zunächst geschockt auf die Aktion des Autofahrers. Das Kennzeichen blieb ihm leider nicht im Gedächtnis, er zeigte sich jedoch sicher, dass das Fahrzeug nicht ortsfremd sei. 

    Verlust wiegt schwer

    Für die Eheleute Gärtner ist der Verlust der liebgewonnenen Katze nur schwer zu verarbeiten. „Wir haben Nala aus dem Tierheim geholt und wollten ihr eine bessere Zukunft bieten. „Ein bezauberndes Wesen, anhänglich, liebevoll, pfiffig“, betonte Ingrid Gärtner. „Die Katze hat unser Leben bereichert“, trauern die Eheleute. „Sie wurde gerade mal ein Jahr alt“. Den Verlust können die Anwohner schwer in Worte fassen. Leider hat sich das Unheil wiederholt. Denn ihre alte Katzendame Emma, eine 14 Jahre alter Streunerin, die bei Familie Gärtner ein Zuhause gefunden hatte, wurde im September vergangenen Jahres ebenfalls direkt vor dem Anwesen überfahren.

    Verhalten einiger Mitmenschen in der Kritik 

    Für die Tierfreunde ist Helfen eine Selbstverständlichkeit. Ob bei der Krötenwanderung oder wenn mal wieder tote Eichhörnchen von der Straße gelesen werden müssen. Neben dem Schicksal der Tiere, empfinden die Gärtners und weitere Anwohner das Verhalten einiger Mitmenschen als zunehmende Belastung und Belästigung. Sei es beim Hochwasser den Tourismus von Schaulustigen, die die Absperrungen missachten oder die Umwidmung des Weidweges zur Rennstrecke. „Uns reicht es“, so Ingrid und Michael Gärtner auch im Namen weiterer Anwohner. 

    Seit Corona habe die Raserei und die damit verbundene Lärmbelästigung deutlich zugenommen. Kopfschütteln über manche Lkw-Fahrer. „Lkw dürfen bekanntlich immer noch am Schwimmbad parken, fahren aber mangels Wendeoption bis Richtung Rhein, drehen dort und rauschen oft mitten in der Nacht Richtung Bundesstraße weiter - zumeist auch mit ordentlichem Tempo“, beschreiben Anwohner die Situation. Einige Landwirte würden neben der Geräuschkulisse durch schnelles Fahren immer häufiger Ackerboden auf der Straße hinterlassen. 

    Zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen gefordert

    Die Anwohner setzen auf die Unterstützung der Verwaltung und hoffen auf die Umsetzung von Maßnahmen, wie Tempo 30 und Bodenschwellen vor und hinter den Anwesen. „Leben wir an einer Rennstrecke oder am Rande eines Naturschutzgebietes“, ärgert sich nicht nur Familie Gärtner über die aktuellen Zustände. Ihr deutlich formulierter Wunsch: „Unsere Tiere und Enkel müssen besser geschützt werden!“ Verkehrskontrollen nach 17 Uhr und vor allem bei schönem Wetter, erachte man ebenfalls als eine sinnvolle Maßnahme, um die Situation vor Ort zu verbessern und den Blick für die Belange der Anwohner, aber auch der Natur zu schärfen. 

    Auf Nachfrage im zuständigen Fachbereich erhielt der TIP bis Redaktionsschluss noch keine Antwort. Wir berichten diesbezüglich nach. Allerdings hat das Ordnungsamt am Freitagvormittag bereits einen Vor-Ort-Termin anberaumt, um mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen.

    Zitat einer Anwohnerin: „Wir haben viel zu lange nichts unternommen, sondern alles nur ertragen, das ist nun vorbei!“

    Steffen Heumann 

    Inzwischen ist der Parkplatz für Lkw an den Biedensand Bädern zur Gewohnheit geworden. Allerdings sorgt das nicht nur bei Wendemanövern für Verdruss, sondern birgt Gefahren. Foto: Steffen Heumann

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