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  • Mi., 13. Juli 2022, 09:40 Uhr
    BESONDERE REISE: Marian Steen aus den USA besuchte mit ihrer Familie die Heimat ihrer Mutter Helene Hochstädter

    Unvergesslicher und emotionaler Besuch als besondere Erinnerung

     

    Marian Steen (7.v.r.) besuchte mit ihrer Familie die Heimat ihrer Mutter Helene Steen, geb. Hochstädter, die vor den Nationalsozialisten in die USA geflohen war. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM / BÜRSTADT – Es ist eine ganz besondere Reise in die Vergangenheit, welche Marian Steen gemeinsam mit zahlreichen Verwandten in diesen Tagen unternimmt: Denn die Familie aus den USA hat ihre Wurzeln in Lampertheim und in Bürstadt. Marian Steen ist die Tochter von Helene Steen, 1912 in Mannheim als Helene Hochstädter geboren und in Bürstadt und Lampertheim aufgewachsen, bevor sie 1934 vor den Nationalsozialisten in die USA floh – zu ihrer Schwester Magda, die bereits 1929 emigrierte. Dort lernte sie ihren Mann kennen: Charles Steen, der aus Offenbach stammte und nach seiner Auswanderung in die USA seinen Namen von Karl Silberstein in Charles Steen änderte. 

    Im Februar waren Stolpersteine in Erinnerung an Helene, ihren Vater Moritz Hochstädter, ihre Mutter Anna Hochstädter sowie ihre Schwester Margarethe, auch Gretel genannt, vor dem ehemaligen Haus der Familie in der Martin-Kärcher-Straße 47 in Lampertheim verlegt worden. Bereits damals war die Familie von Marian Steen live via Internet mit dabei, nun konnten sie endlich und zum ersten Mal selbst die Heimat von Helene besuchen. 

    Die gesamte Familie von Marian Steen inklusive ihre drei Töchter und ihrer Enkelkinder hatte sich auf den Weg nach Europa gemacht, um sich auf die Spuren ihrer Familie zu begeben. Und so waren neben Besuchen von Frankreich, Amsterdam und London die Stationen in Lampertheim und Bürstadt die Höhepunkte der Reise. Und auch Offenbach war Teil der Reiseroute. Überrascht zeigte sich die Familie bei ihrer Reise darüber, dass es in Frankreich kaum Stolpersteine als Erinnerung an Opfer des NS-Regimes gegeben habe – dafür aber um so mehr in Amsterdam. Dass es die Stolpersteine gibt sieht die Familie als wichtiges Zeichen der Frieden und der Freundschaft sowie des Erinnerns. Der Erste Stadtrat Marius Schmidt hatte zuvor bei der Begrüßung der Gäste aus den USA passend hierzu betont, dass „die Erinnerung wichtig für die Zukunft ist. Ereignisse wie die Vertreibung und Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens, Menschen aus unserer Nachbarschaft, dürfen nie wieder geschehen. Es ist unsere politische Aufgabe, dafür zu sorgen.”

    Für besondere Emotionen und für Rührung sorgten jedoch besonders die Stolpersteine in Lampertheim, die in Gedenken an ihre Verwandten verlegt worden waren. In Erinnerung legte die Familie Rosen auf den Stolpersteinen nieder. Besonders emotional wurde es, als die Familie die Schwelle in den Innenhof des ehemaligen Wohnhauses von Helene Steen betreten durfte. Eine große Ehre und Freude war es zudem für Marian Steen und ihren Mann, dass sie auch das Wohnhaus selbst besichtigen durften. Getrude Brenk, der das Haus heute gehört, öffnete gerne ihre Türen und war von der innigen und intensiven Begegnung äußerst angetan.

    Mit leuchtenden Augen und einem großen Dank an die Stadt Lampertheim und Gertrude Brenk ging es nach der Reise in die Vergangenheit in Lampertheim ging es weiter nach Bürstadt – denn hier hatte Familie Hochstädter zwischen 1912 und 1931 an insgesamt vier Wohnorten gelebt, bevor sie schließlich nach Lampertheim gezogen war. Benjamin Kloos

     
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