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  • Mo., 22. Februar 2016, 11:08 Uhr
    Kommunalwahl am 6. März – die Grünen setzen sieben Schwerpunkte

    Uwe Metzner: Lebensqualität anheben und Schuldenberg abbauen

    Im Bahnhofsumfeld wollen die Grünen eigene Ideen einbringen, für sozialen Wohnungsbau und Pendler. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Mit zwölf Kandidaten treten die Grünen zur Kommunalwahl am 6. März an. Spitzenkandidat ist Fraktionsvorsitzender Uwe Metzner, aus der nun auslaufenden Legislaturperiode bewerben sich aus der bislang sechsköpfigen Fraktion wieder Mutlu Dogan, Erhard Renz und Rainer Uhrig um einen Platz im Stadtparlament. „Für die Zukunft“ und „Mehr Grün für unsere Nachbarschaft“ verheißt der Wahlkampfslogan. Bei einem Pressegespräch mit dem TIP erläuterte Spitzenkandidat Uwe Metzner die Schwerpunkte seiner Partei für die nächsten fünf Jahre und fasste zusammen, welche Erfolge die Grünen für sich verbuchen. „Wir wollen die Lebensqualität in Bürstadt anheben“, gibt Metzner die weitere Zielrichtung an. Dabei denkt er beispielsweise an Gehwege, die nicht zugeparkt sind, auf denen man nebeneinander laufen kann, an rollstuhlgerechte abgesenkte Bordsteine, an eine „halbechte Fußgängerzone“ für bessere Einkaufsqualität.  Auch wünscht sich Metzner, dass die Bevölkerung an den bestehenden Arbeitskreisen in Bürstadt mehr teilnimmt. An erster Stelle der Erfolge sieht Metzner das Verkehrskonzept, das den Grünen zu verdanken sei: „Das haben die Grünen auf die Schiene gebracht“. Pläne von CDU und FDP zur Aufgabe von Spielplätzen zugunsten einer Bebauung hatten die Grünen abgelehnt, weil sie dann für immer verloren wären. Stattdessen sollen Spielplätze durch altersgerechte und bedarfsorientierte Spielgeräte und Sitzgruppen attraktiver werden. Welchen Einfluss hatte die Fraktion im Stadtparlament? „Wenn wir Anträge stellen, müssen sich die anderen Fraktionen damit auseinandersetzen“, erklärt Metzner. Zur „alla hopp!“-Anlage stehe er, bekräftigte Metzner, allerdings hätte er einen anderen Standort bevorzugt, am besten auf dem städtischen Grundstück hinter der TSG-Halle. Trotzdem hätten die Grünen der Bewerbung zugestimmt. Das Konzept sei „ganz toll“, aber über die Folgekosten, etwa für eine halbe Mitarbeiterstelle, werde nicht gesprochen. Was Metzner nicht gefällt: Für den Bau der Anlage seien 17 Bäume gefällt worden und auch die Zukunft der Bouleanlage, die in ehrenamtlicher Arbeit geschaffen worden war, sehe er noch nicht gesichert. Beim Abbau des städtischen Schuldenbergs sieht Metzner wenig Spielraum: „Städte werden immer knapp haushalten müssen“. Große Investitionen müssten zukünftig eingeschränkt werden, auch müsste die Lokale Partnerschaft kostenbewusster arbeiten. So hätte bei der Markthalle auch eine Metallkonstruktion für 70.000 Euro ausgereicht statt der angefallenen 250.000 Euro. Im Bahnhofsumfeld, vor allem auf dem alten Raiffeisengelände,  seien für die Pendler Parkplätze für Autos wichtig, an den Fahrradstellplätzen sollten Aufladestationen vorhanden sein. Auf der größeren Fläche gegenüber sieht Metzner Platz für sozialen Wohnungsbau und am Bahnübergang würde ein Café auch den Friedhofsbesuchern zugutekommen.

    Zu viele Bäume wurden der „alla hopp!“-Anlage im Bürgerhauspark geopfert, meint Grünen-Spitzenkandidat Uwe Metzner. Auch sollten Hunde hier ein Durchgangsrecht bekommen. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    „Wir werden die Ideen einbringen, wenn wir gewählt werden“, verspricht Metzner. Eine wachsende Stadt brauche Arbeitsplätze, deswegen unterstützen die Grünen die Entwicklung von Gewerbegebieten wie dasjenige im Bereich Lorscher Straße bis zur B 44. Dies sei eher eine „Investition in die Zukunft“, als sofort für die städtischen Finanzen wirksam, erklärte Metzner, da Erträge aus der Gewerbesteuer erst später anfallen. Wie steht es aber mit dem Verbrauch weiterer Ackerflächen? Auf Platz 3 der Schwerpunkte stehen Schonung und Erhalt der wertvollen Acker- und Waldflächen. Weiterer Wohnraum soll durch die „Innenentwicklung“ innerhalb bereits bebauter Gebiete geschaffen werden, um wertvolle Ackerflächen zum Wohle der Allgemeinheit zu erhalten. Kritisch sieht Metzner, dass Bürstadt mit seinen 16.000 Einwohnern beim Bevölkerungswachstum in Konkurrenz zu den Nachbarkommunen trete. Dabei sei nach einem Gutachten gar kein großes Wachstum mehr zu erwarten, bis 2030 nur etwa 300 Einwohner, eine Steigerung von 2 Prozent. Jetzt zögen die billigen Grundstückspreise viele Bauwillige an, zukünftig tendiere er dazu, drei- bis dreieinhalbgeschossige Mehrfamilienhäuser zu bauen, die ein Investor auch für Eigentumswohnungen vermarkten könnte. Ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Jung und Alt müsse zur Verfügung gestellt werden. Ganz oben auf der Grünen-Agenda steht die Unterstützung der Energiewende: Metzner will Privatpersonen mit ins Boot holen, auch solle nur so gebaut werden dürfen, dass die Sonnenenergie effizient genutzt werden könne. „Ein starkes Anliegen“ seien den Grünen die Vereine, betont Metzner im Gespräch. Sie dürfen nicht zusätzlich bei der Erbpacht belastet werden, wenn sie zum Beispiel Räume vermieten. Ein falsches Signal sei auch die Streichung von Zuschüssen für Fahrten von Kindern und Jugendlichen gewesen. Metzner wies auf den Infostand der Grünen am 27. Februar hin, von 10 bis 12 Uhr gegenüber vom Historischen Rathaus. Hannelore Nowacki

     

     

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