Mi., 03. Dezember 2014, 23:22 Uhr
Jusos fordern Erhalt von Tanz der Bässe
Verbot keine Lösung
LAMPERTHEIM - Mit Unverständnis und Kritik an der Entscheidung des Bürgermeisters Gottfried Störmer reagieren die Jusos Ried auf die im Raum stehende Entscheidung, die Veranstaltung Tanz der Bässe im Freibad der Stadt Lampertheim nicht mehr durchzuführen. „Wenn der Tanz der Bässe nicht mehr in Lampertheim stattfindet, verliert unsere Kommune ein Aushängeschild für junge Leute“, so die Jusos. „Einer Veranstaltung, die mittlerweile selbst junge Leute aus dem Ausland und in der DJ-Szene bekannte internationale Künstler anzieht, in jedem Sommer weit über 3.000 Menschen in die Biedensand Bäder lockt und mittlerweile dreimal trotz einiger Begleiterscheinungen reibungslos über die Bühne ging, einfach den Stecker zu ziehen spricht nicht für ein jugendfreundliches Lampertheim.“
Verwundert zeigen sich die SPD-Nachwuchskräfte, dass sich „Herr Störmer offensichtlich an seine eigenen, im Wahlkampf getroffenen Aussagen nicht mehr erinnert. Damals sprach er noch davon, Lampertheim in der Metropolregion zu einer Leuchtturm-Kommune machen zu wollen, nun nimmt er der Stadt ihren Leuchtturm bei jungen Menschen mal eben so weg. Das erscheint wieder einmal ein Schritt in Richtung der vielzitierten Schlafstadt zu sein, als die wir Lampertheim nicht sehen möchten.“
Die Jusos unterstützen daher die von den Koalitionsfraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Resolution und fordern grundsätzlich den Erhalt dieser Veranstaltung.
Unstrittig sei, dass eine solche Veranstaltung negative Begleiterscheinungen für andere Badegäste und Anwohner mit sich bringe, die „in Zusammenarbeit zwischen Bädern, Ordnungsamt und Polizei minimiert werden müssen.“ Am Ziel vorbei schieße die Stadtverwaltung allerdings dann, wenn sie glaube, das mit einem Verbot der Veranstaltung aus Gründen der vereinzelt aufgetretenen Drogenfunde bei Besuchern dem Ziel einer suchtfreien Stadt gedient sei: „Wir stellen nicht in Abrede, dass der Besitz und der Konsum von illegalen Substanzen bekämpft werden muss. Aber Verbote helfen hier nicht weiter. Wir fordern, dass hier Maßnahmen zur Prävention oder auch die Arbeit von Streetworkern in Betracht gezogen werden. Anstatt mit einer Verbotswelle zu reagieren sollte sich die Stadt den Problemen in dieser Richtung stellen und sie aktiv zu lösen versuchen“, so die Jusos abschließend. zg