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  • Mo., 16. Oktober 2017, 22:43 Uhr
    Alle Aufgaben erfüllt – „es ist an der Zeit den Staffelstab zu übergeben“

    Verein für Stadtmarketing beschloss einstimmig Auflösung

    Bürgermeister Gottfried Störmer leitete die außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins für Stadtmarketing in seiner Funktion als stellvertretender Vereinsvorsitzender. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Eine 18 Jahre dauernde Ära des Stadtmarketings ging am Donnerstagabend im großen Sitzungssaal des Stadthauses zu Ende – der Verein für Stadtmarketing stimmte seiner Auflösung zum 31. Dezember 2017 durch Handzeichen einstimmig zu. Der Vorstand hatte die Auflösung vorgeschlagen und auf die Tagesordnung gesetzt. 14 stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend, schon mit elf Stimmen wäre die Vereinsauflösung über die Bühne gegangen. Einstimmig wurden auch die drei Liquidatoren gewählt, die Vorstandsmitglieder Jens-Peter Brand, Elke Dubois Voß und Stephanie Klauer. Nach einstimmigem Beschluss geht das Vereinsvermögen an die Stadt Lampertheim über. Eine Bedingung gibt es - die Gelder müssen für Zwecke verwendet werden, die der Vereinssatzung entsprechen. Darin heißt es: „Zweck des Vereins ist es, Maßnahmen und Initiativen zu entwickeln und zu fördern, die dem Ziel dienen, Lampertheim für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt lebenswert und attraktiv zu machen. Dies soll insbesondere durch die Entwicklung und Realisierung eines ganzheitlichen und nachhaltigen Stadtmarketing-Konzeptes mit den Schwerpunkte Bildung und Kultur, Schaffung von Arbeitsplätzen, Verbesserung der Verkehrsstruktur, individuelle Freizeitgestaltung, Schaffung von attraktiven Wohnanlagen und der Unterstützung von Handel, Industrie, Dienstleistung und Gewerbe erreicht werden“. Am Spargeltaler wird das neue Stadtmarketing festhalten, die Verwaltung wird über ein vereinsunabhängiges Konto abgewickelt. Bürgermeister Gottfried Störmer leitete diese außerordentliche Mitgliederversammlung als stellvertretender Vorsitzender, nachdem Udo Lange bereits im Frühjahr den Vorsitz niedergelegt hatte. Auf eine Wiederbesetzung hatte der Verein vorerst verzichtet. Vor der Abstimmung stellte Bürgermeister Störmer das Konzept der Stadt Lampertheim zum Stadtmarketing Neu in groben Zügen vor und stellte Alternativen zur Diskussion, etwa die Fortführung als Verein mit neuen Aufgaben. „Wir haben uns nicht leicht getan“, räumte Störmer ein, machte aber deutlich, dass er auf den Erfolg des Stadtmarketingkonzepts „neu“ setzt. Das neue Stadtmarketing wird als Regiebetrieb dem Bürgermeister wie die Fachbereiche direkt unterstellt. Beschlossen wurde das Konzept in der Stadtverordnetenversammlung am 30. Juni dieses Jahres. Ein Leiter wird bereits durch Ausschreibung gesucht, eine begehrte Stelle, für die sich viele Bewerber interessieren. An der Personalauswahl sei ein Beratungsunternehmen beteiligt, teilte Störmer mit. Als Aufgaben dieses Regiebetriebes in der Stadtverwaltung nannte Störmer: Lampertheim als „Marke“ entwickeln, Wirtschaftsförderung und Investorenservice aktiv betreiben, Tourismus und Freizeitthemen entwickeln und ausbauen, das Eventmanagement weiter betreiben und Citymanagement einführen, Marketing und Werbung in der Region und darüber hinaus betreiben, einen Beirat aus Vertretern der Verwaltung und Politik sowie sachkundigen Bürgern einrichten. Dieser neue vierköpfige Regiebetrieb wird die mit zwei Mitarbeitern besetzte Stabsstelle ablösen. Mit Blick auf die Geschichte der vielseitigen Initiativen, die der Verein für Stadtmarketing im Laufe der Jahre ins Leben gerufen, angestoßen oder unterstützt hat, zog Vorstandsmitglied Jens-Peter Brand wie auch Bürgermeister Störmer eine positive Bilanz: „Wir haben es geschafft – es ist an der Zeit, den Staffelstab zu übergeben“. Vereinsmitglied Helmut Hummel sah keine neuen Aufgaben für den Verein, die nicht vom Stadtmarketingkonzept „neu“ abgedeckt wären.
    Am Schluss kam Applaus auf, aber auch ein wenig Wehmut. Vereinsmitglied Hummel sprach von einer Beerdigung erster Klasse. Bürgermeister Störmer meinte dagegen, „Es ist kein Zusammenbrechen, es geht einfach um eine Weiterentwicklung“. Störmer dankte allen, die im Vorstand und in den Arbeitskreisen des Vereins viel Zeit geopfert haben und schloss einen Appell an: „Wenn Sie Ideen haben, Impulse geben, steht Ihnen der Bürgermeister zur Verfügung“. Als sachkundige Bürger können sich die ehemaligen Vereinsmitglieder im Beirat engagieren, regte Bürgermeister Störmer an. Eine Idee tauchte schon auf: Einige Vereinsmitglieder sprachen sich für Arbeitskreise neben dem Beirat aus. Hannelore Nowacki

    Information

    Zur Vereinsgeschichte laut Vorstand gehören Initiativen wie das Spargelhäuschen, der Spargeltaler und die Spargelkönigin im Bereich Marketing, der Spargelmarkt, das Candlelight Shopping, der Adventskalender der Schillerschule, die LA-Sommernacht, das Lampertheimer Buch und die Lampertheimer Autoschau. Events in Lampertheim wurden unterstützt wie die Lampertheimer Musiknacht, der Kunst- und Hofflohmarkt, im Sinne der Corporate Identity einheitliche Prospekte der Stadt, ein Willkommenspaket für Neubürger und das Unternehmerfrühstück. Arbeitskreise wurden tätig in den Bereichen Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Arbeit; Attraktivität, Image und Kommunikation; Verkehr und Tourismus; später Kommunikation, Geopark und Innenstadt.

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