Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Vereine in Nöten – mehr Unterstützung gewünscht
Mo., 28. August 2017, 12:25 Uhr
Verleihung der Vereinsförderpreise Ausdruck der Wertschätzung
Vereine in Nöten – mehr Unterstützung gewünscht
BUZ: Die Tanzgruppe „Reloaded“ des TV Lampertheim war mit dem Thema „Titanic“ auf der Bühne und behielt beim Publikum Oberwasser. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie, die sich als Mitglied einer Gemeinschaft verstehen und Verantwortung tragen“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer in seiner bewusst kurz gehaltenen Begrüßungsrede zur jährlichen Verleihung der Vereinsförderpreise, „Sie bieten mit ihrem Verein aktive Freizeitgestaltung – und was wäre das gesellschaftliche Leben ohne die Feste der Vereine“. Die Preisverleihung möchte er auch als Ansporn für andere Vereine verstanden wissen, sich im nächsten Jahr bei der Stadt Lampertheim mit ihren herausragenden Leistungen zu bewerben. Den festlichen Rahmen zur Preisverleihung hatten einige Vereine mitgestaltet, die selbst eine Auszeichnung erhielten. Durch das Programm führte Alexander Scholl, Stadtverordneter und Ortsvorsteher in Hofheim, der den Vereinen „ganz großen Respekt für ihr Engagement“ aussprach. Spargelkönigin Nadine II. unterstützte die Kommissionsvorsitzenden bei der Urkundenübergabe. Der Katholische Kirchenmusikverein Lampertheim stimmte das Publikum in der Hans-Pfeiffer-Halle mit „Tuxedo Junction“ swingend im Big-Band-Sound auf den Abend ein und verabschiedete sich mit dem „Fliegermarsch“. Das Männerensemble, ein Projektchor im MGV 1840 Lampertheim unter der Leitung von Elisabeth Seidl, trat zweimal auf - zu Beginn mit „Westerland“ von den „Ärzten“ und Herbert Grönemeyers „Männer“, später mit dem „Mambo“ von Grönemeyer und einer witzigen Liedvorführung, die den Zuschauern schwungvoll erklärte, warum den Männern das Singen so viel Spaß macht. „Schön ist es im Gesangverein“ hieß es im Lied, „zusammen werden die Stimmen geölt“. Mit 3x11 Jahren ist die Tanzgruppe „Fantasy“ des 1. CC Rot-Weiß nicht ganz alt, beherrscht aber perfekt den „Oma-Tanz“. Der CGT im Turnverein entsandte die Tanzgruppe „Reloaded“ mit einer Vorführung unter dem Titel „Titanic“, die auf den Wellen der Musik dem Applaus entgegentanzte. Als Vorsitzender der Sportkommission übernahm Stadtrat Hans Schlatter die Verleihung der Vereinsförderpreise im Bereich Sport. Aus den Bewerbungsbögen berichtete er von den vielfältigen Aktivitäten der Vereine. Nachdenklich stimmte sein Redebeitrag über die Lage vieler Vereine. Schlatter erinnerte daran, dass bereits zwei Vereine aufgegeben haben, die Jahrzehnte Bestand hatten und im Sport bedeutend waren. Ursächliche seien finanzielle Probleme, beispielsweise durch den Unterhalt von Vereinsheim und Sportplatz, oder es finden sich keine Mitglieder für die Vorstandsarbeit. Die einst blühende Vereinslandschaft leide unter sinkenden Mitgliederzahlen und Einnahmen. Schlatter sagt „Ja“ zu der Frage „ist die öffentliche Hand gefordert mehr für die Vereine zu tun“ und will die Vereine spürbar und nachhaltig entlastet sehen. Öffentliche Zuschüsse zu Sanierungen, wie sie Vereinen bislang zugutekommen, reichten nicht aus. In ihrer Danksagung, auch im Namen aller geehrten Vereine, dankte Erika Gabler, Erste Vorsitzende des Wassersportvereins, einerseits der Stadt Lampertheim und ihren Mitarbeitern für die Unterstützung, andererseits forderte sie mehr Unterstützung für die Vereine, die viele Leistungen erbringen. Gabler nannte unter anderem die Gesundheitsvorsorge, Sportveranstaltungen, Integration, Erziehung und Bildung, Konzerte, Sommerfeste sowie die Mitwirkung an der Kerwe und Aktionen zur sauberen Gemarkung. Trotz aller Sparzwänge solle die Vereinsförderung beibehalten werden. Mit Blick auf die Biedensandbäder wies Gabler darauf hin, dass die Vereine die Trainingsmöglichkeiten brauchen und den Bürgern zahlreiche Kurse angeboten werden. Stadtrat Gottlieb Ohl, Vorsitzender der Kulturkommission, gab in seiner Rede eindrucksvolle Einblicke in die Kulturarbeit der geehrten Vereine, die ihre Aktivitäten ausführlich in den Bewerbungsbögen geschildert hatten. Ohl hob diese außergewöhnlichen Leistungen hervor, dankte aber auch dem Leiter von „cultur communal“, Rolf Hecher, und seinen Mitarbeitern für ihre kreative Kulturarbeit für die Bürger der Stadt Lampertheim, die Menschen aus der Metropolregion zusammenbringe: „Eine Stadt wie Lampertheim, ohne eine Kulturszene, wäre wie ein Park ohne Blumen und Rasen“. Sechs Vereine hatten überzeugende Beschreibungen ihrer Jugendgruppen eingeschickt, aus denen Erster Stadtrat Jens Klingler im Detail berichtete. Im Anschluss an die Preisverleihung waren die geehrten Vereine und Angehörige zum kleinen Umtrunk eingeladen. Hannelore Nowacki
Anerkennungspreise: Der Turnverein 1896 Hofheim/Ried erhielt 100 Euro, ebenso DLRG Jugend Ortsverband Lampertheim, Pfadfinderschaft St. Georg Lampertheim und der Schützenverein.