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  • So., 11. November 2018, 13:48 Uhr
    Großer Applaus für die gelungene Premiere der Volksbühne mit „E bissl bleed iss a meschugge“

    „Verrückte“ Komödie in drei Aggde

    „Dun se mol des Messer weg – mir sinn doch net in Bäschdadd“, sagen die Bewohner der offenen Wohngruppe der Psychiatrie Lampertheim zur „Tuppertante“ Hädda, die nur versehentlich in das Chaos geraten ist. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM – Am vergangenen Samstag startete die Volksbühne ihren jährlichen Angriff auf die Lachmuskeln ihrer Fans und so blieb bei der Premiere in der Notkirche, wie zu erwarten, kein Auge trocken. Diesmal war es kein Bauernstück, dass für erheiterte Zuschauer und lachende Gesichter sorgte, sondern eine Boulevardkomödie, im Original „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel, bei der die Darsteller zeigten, dass sie auch hier mit Wortwitz und Situationskomik ohne weiteres ihre Frau, beziehungsweise ihren Mann stehen. In dem auf Loambadderisch übersetzten Stück „E bissl bleed iss a meschugge“ wimmelte es unter der Regie von Michael Tschirner nur so von schrägen Charakteren, die wirklich alle Darsteller sehr gelungen spielten und überzeugend mit Leben füllten. So bevölkert die offene Wohngruppe der Psychiatrie Lampertheim unter der Fuchtel von Psychiater Dr. Dr. Schoanz (Michael Heiß) nicht nur die sexsüchtige Viktoria (Saskia Fischer) und der zwangsneurotische Finanzbeamte Hoans (Frank Griesheimer), für den alles, wirklich alles, seine Ordnung haben muss, sondern auch die Stalkerin Marioanne (Ilse Prüssing), der angstgestörte und soziophobe Willi (Michael Swietlicki) sowie der manisch-depressive Künstler Andree (Florian Uhl). Alle kommen miteinander, inklusive ihrer jeweiligen Macken und Manien, soweit ganz gut aus, bis sich die Mutter von Viktoria, Cecile Adolon (Rita Klemmer), zu Besuch ankündigt. Da sie jedoch nichts von der Einweisung ihrer Tochter in die Psychiatrie weiß, droht ein Unheil. Kurzerhand überzeugt Viktoria ihre Mitbewohner, ihrer Mutter eine „ganz normale WG“ vorzugaukeln, was schließlich zu vielen brüllend komischen Wortwechseln und exzellent gespielten Szenen führt. Die Reihe der perfekt getroffenen Charaktere komplettiert der Beschäftigungstherapeut Rolf (Klaus Jenner), der den WG-Bewohner mit gesammelten Kastanien und Webrahmen auf die Pelle rückt. Nicht zu vergessen der von Marioanne stalker-mäßig umschwärmte Volksmusik-Star Hardi Hammer (Andreas Kirsch), der mit dem Bild-Zeitungsreporter Freddy (Michael Tschirner) für eine Nacht in die WG einzieht um eine tolle Story für die neue Serie „Meine Mutprobe - eine Nacht bei meiner Stalkerin“ zu bekommen,

    sowie die versehentlich in das Chaos geratene „Tuppertante“ Hädda (Traudel Krause), die sich eigentlich das große Geschäft in der „Irren-WG“ verspricht, der jedoch leider nur übel mitgespielt wird. Das Publikum belohnte die tolle Leistung der Darsteller bei der Premiere mit heftigem Applaus – absolut verdient. Die Karteninhaber für die weiteren Vorstellungen  können sich auf gut zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung bei der Volksbühne freuen. Eva Wiegand

     

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