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  • Mo., 26. September 2022, 11:50 Uhr
    ENERGIERIED: Geschäftsführer Frank Kaus erläutert Entwicklung des Energieunternehmens und bezieht zu  Spekulationen Stellung / Empfehlung zur Fusion

    „Versorgung der Kunden ist und war immer sichergestellt”

    Ein Minus von 4,6 Millionen Euro stand im Jahr 2021 zu Buche – dennoch geht ENERGIERIED der Fusion mit der GGEW und der Zukunft positiv entgegen. Davon sind die Verantwortlichen überzeugt. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – Um Spekulationen entgegenzutreten, dass das regionale Energieunternehmen ENERGIERIED die Versorgung der Kunden aufgrund von Verlusten im Jahr 2021 nicht gewährleisten konnte oder könne, hatten Geschäftsführer Frank Kaus und Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender zu einem kurzfristigen Pressegespräch eingeladen. Beide stellten gleich zu Beginn klar, dass die Versorgung immer sichergestellt war und ist und ENERGIERIED trotz der aktuellen schwierigen Situation auf dem Energiemarkt gut aufgestellt in die Zukunft geht – übriges bereits in diesem Jahr wohl wieder mit schwarzen Zahlen. Und auch die geplante Fusion mit der GGEW wirft ein positives Licht auf die Zukunft. 

    Die Grundlage für diese optimistische Ausrichtung des Energieunternehmens ist in der Entwicklung von ENERGIERIED zu finden. Das kommunale Versorgungsunternehmen entstand 2006 durch den Zusammenschluss der Stadtwerke Bürstadt und Lampertheim. „Dies war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte”, so Frank Kaus. „Die Zahl der Kunden, wie wir mit Erdgas und Strom versorgen, wuchs ebenso wie unsere Marktanteile.” Dies zeige sich auch im durchschnittlichen Jahresergebnis der Jahre 2016 bis 2020 mit rund 1,6 Millionen Euro und einer durchschnittlichen Umsatzrendite von 8,8 Prozent. „Das ist bemerkenswert, gerade im Vergleich zu anderen Energieversorgern. Dies zeigt, das wir sehr gut haushalten und wirtschaften”, so der Geschäftsführer.  

    Lediglich im Jahr 2021 musste ENERGIERIED einen Verlust verzeichnen, der mit 4,6 Millionen Euro allerdings direkt sehr deutlich ausfiel. Zu den Ursachen, die zu diesem negativen Ergebnis führten, bezog Frank Kaus Stellung: „Es ist gängige Praxis, Beschaffungsstrategien für Erdgas so zu entwicklen, dass die Eindeckung nicht auf einmal, sondern zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen kann. Das erlaubt eine schnelle Reaktion auf die Markt- und Preisentwicklungen, zudem kann durch den Teilmengeneinkauf zeitnah auf den witterungsbedingten Gasverbrauch reagieren”, so Frank Kaus. Dieser Plan habe sich jahrelang bewährt und auch zur Senkung der Einkaufskosten geführt. Allerdings sei es 2021 zu nicht vorhersehbaren Marktverwerfungen gekommen: „Aus der Pipeline Nord Stream floss bereits 2021 wesentlich weniger Gas als zuvor. So konnte auch der von Gazprom in Rehden belieferte Gasspeicher nicht gefüllt werden. Die Lieferung war über Jahrzehnte konstant, auch in den größten Krisen des Kalten Krieges. Somit war nicht abzusehen, dass plötzlich nur noch ein Bruchteil des üblichen Gases ankam. Dadurch mussten wir zu einem höheren Preis einkaufen – dieses Minus konnte auch durch das positive Geschäft in anderen Bereichen nicht kompensiert werden. Aus dem Ergebnis 2021 haben wir unsere Lehren gezogen und durch verschiedene Weichenstellungen Voraussetzungen geschaffen, dass wir wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren können – wir können nach jetzigem Stand davon ausgehen, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben zu können. Wir schaffen es aus eigener Kraft, ich bin stolz auf das Team von ENERGIERIED”, ergänzte Frank Kaus. Man wolle auch nichts verheimlichen, so wäre das Geschäftsergebnis 2021 ohnehin zum Jahresende im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. „Das angebliche Insider-Wissen und die damit verbundenen Spekulationen haben uns aber dazu veranlasst, schon heute an die Öffentlichkeit zu gehen.”

    Als Aufsichtsratsvorsitzender unterstützte Gottfried Störmer die Ausführungen von Frank Kaus und machte deutlich, dass es keinen Sinn mache, Spekulationen anzustellen, die zu Verunsicherungen führen – zumal die Situation viele Energieunternehmen betroffen habe. „Wir wollen den Menschen eine klare Sicherheit in der Energieversorgung bieten. Ich finde es unmöglich, wenn sogenannte ‚Insider‘ Dinge nach außen tragen und so Unsicherheit schüren”, betonte er sichtlich verärgert. „Wir wollen weiteren Spekulationen ein Ende bereiten, die Fakten liegen jetzt auf dem Tisch. Und wir wollen bei der anstehenden Fusion in ruhiges Fahrwasser kommen. Es geht jetzt darum, den Kommunen ein klares Signal zu geben, dass die Fusion eine gute Sache ist”, empfahl er für den Aufsichtsrat sowohl der Stadt Bürstadt als auch der Stadt Lampertheim, der geplanten Fusion von ENERGIERIED mit der GGEW zuzustimmen. Benjamin Kloos

     
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