INTERNATIONALER TAG DER KINDERRECHTE: Hochstammmagnolie mit Kummerkasten im Stadtpark und blau erleuchtete Zehntscheune setzen Zeichen
Verwurzelung der Kinderrechte in Lampertheim
Die gepflanzte Hochstammmagnolie steht nicht nur symbolisch für die Verwurzelung der Kinderrechte in Lampertheim, in dem angebrachten Kummerkasten können Kinder und Jugendliche ihre Sorgen und Nöte mitteilen. Von links: Vorsitzender des Jugendbeirats Arne Jaedke, Manfred Scholz von der Jugendförderung und Erster Stadtrat Marius Schmidt. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Es geht um das Recht auf Privatsphäre, das Recht gehört zu werden, die eigene Meinung zu äußern und das Recht auf körperliche Unversehrtheit, freie Entfaltung und Gesundheit – eigentlich alles Dinge, die man als selbstverständlich erachten sollte. Doch trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten nehmen globale Herausforderungen, wie Klimawandel, Armut, Hunger oder gewaltsame Konflikte immer noch vielen Millionen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit für ein gutes und behütetes Aufwachsen. Rund um den Globus wurde deshalb am vergangenen Samstag, 20. November, der Internationale Tag der Kinderrechte begangen, der Tag, an dem 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde. In ganz Deutschland und auf der ganzen Welt setzen sich Kinder zusammen mit UNICEF für ihre Rechte ein und feiern diesen Tag mit vielen Aktionen – auch in Lampertheim. Als sichtbares Zeichen pflanzte die Stadt eine Hochstammmagnolie als Symbol der Verwurzelung der Kinderrechte im Stadtpark. „Kinder und Jugendliche sollen als vollwertige Menschen geachtet werden“, findet selbstredend auch der Vorsitzende des Jugendbeirats, Arne Jaedke, der bei der Pflanzaktion gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt und Manfred Scholz vom Fachdienst Jugendförderung die Erde in das Pflanzloch schippte. Den Internationalen Tag der Kinderrechte feierte Lampertheim zum ersten Mal als zertifizierte Kinderfreundliche Kommune (KfK). Das Siegel erhielt die Stadt im Februar diesen Jahres, dieses solle nun weiter mit Leben gefüllt werden, darauf wies der Erste Stadtrat hin. Das Maßnahmenpaket, das Ende 2020 in diesem Rahmen geschnürt wurde, beinhaltete neben der Pflanzung des Kinderrechtsbaums unter anderem auch die Anbringung eines Briefkastens. „Dort können die Kinder und Jugendlichen ihre Sorgen und Nöte mitteilen“, meinte Schmidt. Auch machte er auch darauf aufmerksam, dass bereits einige politische Beschlüsse gefasst wurden, um das Wohl der Kinder zu achten und zu stärken. So baden alle Kinder bis einschließlich zehn Jahre in den Biedensandbädern kostenlos, bis 18 Jahre können Bücher in der Stadtbücherei ohne Gebühren ausgeliehen werden. Dass sich Lampertheim kindgerechter gestalten und die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder weiter in den Vordergrund stellen will, freut Arne Jaedke, den Vorsitzenden des Jugendbeirats. „Wir sind dankbar, dass vieles für uns gemacht wird und unsere Rechte geschützt werden“, betonte Jaedke, der aber gleichzeitig darauf aufmerksam machte, das dies leider nicht für alle Teile der Welt gelte. Und auch in Deutschland sieht er weiter Handlungsbedarf. „Der Tag erinnert auch daran, dass noch mehr geht, denn die Kinderrechte sind noch nicht im Grundgesetz verankert“, erläuterte er weiter. Gerade die Covid 19-Pandemie hat die Ungleichheiten für die Kinder und Jugendlichen weiter verschärft. „Sie waren oft die Leidtragenden von den Maßnahmen und kamen oft zu kurz“, meinte Schmidt. Rund um den Tag fanden schließlich noch weitere Aktionen in Lampertheim statt, denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie wahrnehmen und einfordern. So überreichte der Erste Stadtrat unter anderem eine Informationskiste für die Präventionsarbeit an die beiden Mitarbeiterinnen der Jugendförderung Susanne Camus und Jennifer Fröhlich. Diese klärt spielerisch über die Rechte von Kindern auf und kam am Mittag des Aktionstags zum ersten Mal zum Einsatz. Denn das Spielmobil machte vor und in der Stadtbücherei Halt und lockte unter anderem mit Quiz- und Mitmachstationen, die auf wichtige Rechte der Kinder hinwiesen. Zum Abschluss erstrahlte am Abend das Jugendzentrum Zehntscheune in blau, ganz im Sinne des Mottos #TurnTheWorldBlue: Farbe bekennen für Kinderrechte! Die Aktionen sollen in Lampertheim nun jährlich wiederholt werden, damit die Kinderrechte im Bewusstsein der Menschen Einzug finden. Eva Wiegand