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    BÜRGERMEISTER-AMTSEINFÜHRUNG BIBLIS: Bürgermeister Konstantin Großmann feierlich ins Amt eingeführt / Ab 1. April Rathauschef

    Viel Applaus und Zuversicht trotz schwieriger Lage

    Glücklicher neuer Bibliser Bürgermeister Konstantin Großmann mit Ehefrau Lorena.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BIBLIS – „Fröhlich soll ein Lied erklingen heute zum Ehrentag – Glück, Gesundheit, langes Leben wünsch der Liederkranz“ – der gesungene Wunsch des Gesangvereins unter Leitung von Alexander Marx leitete diese ganz besondere Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend im voll besetzten großen Saal des Bürgerzentrums ein. Josef Fiedler, der den zu dieser Stunde noch amtierenden Vorsitzenden des Gemeindeparlaments Konstantin Großmann vertrat, eröffnete nach dem Liedvortrag die Sitzung, die zweite in diesem Jahr und zugleich die letzte vor der Kommunalwahl am 15. März. Wie er anmerkte, eine ganz normale öffentliche Sitzung mit Feststellung der form- und fristgerechten Einladung und bei 16  anwesenden Mitgliedern auch beschlussfähig. Aber doch ein besonderes Ereignis mit der feierlichen Bürgermeister-Amtseinführung und einem Programm mit umrahmenden Liedvorträgen, Segenswünschen der Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrerin Angela Kröger und Pfarrer Christian Rauch, sowie Rednerliste mit zahlreichen Grußworten. „Das erlebt man auch nicht jeden Tag, dass wir zu einer Gemeindevertretungssitzung mit Gesang begrüßt werden“, meinte Fiedler. Den schwungvollen Abschluss mit Melodien zum Mitklatschen gestaltete der Gesangverein Frohsinn unter der Leitung von Herbert Ritzert. „Wir gratulieren“ intonierte der Chor zu Beginn, die weiteren Stücke von Udo Jürgens hatte sich Konstantin Großmann gewünscht. Auch dem Publikum gefiel es, wie der brausende Applaus nach den Liedvorträgen und Reden zeigte. Eine 24 Seiten lange Liste mit Namen von Ehrengästen habe er zur Vorbereitung der Begrüßung erhalten, ließ Fiedler das Publikum wissen, um dann immerhin eine Vielzahl der Gäste namentlich zu begrüßen wie die Bensheimer Bürgermeisterin  Christine Klein, Karsten Krug aus Groß-Rohrheim, den Lampertheimer Alexander Scholl, den Bürstädter Boris Wenz sowie die Bürgermeister Peter Burger aus Gernsheim und Erik Kadesch aus Mörlenbach, wichtig für Biblis auch Gurkenkönigin Lara Marie I. und Gurkenprinzessin Emilia. Die Vertreter der Schulen, Kitas, Feuerwehr und Mitarbeiter der Gemeinde hieß Fiedler „im Block“ willkommen. Die Amtseinführung des neuen Bürgermeisters folgt den Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung mit Ernennung und Verpflichtung, eine amtliche Angelegenheit, feierlich und mit dem nötigen Ernst. Die Verpflichtung mit Vereidigung auf das Grundgesetz und die hessische Landesverfassung nahm der Vorsitzende der Gemeindevertretung Josef Fiedler ab. Pfarrer Rauch freute sich, dass Großmann beim Eid die Gottesformel sprach. Als der Erste Beigeordnete Herbert Ritzert im Zuge der Ernennung Begebenheiten aus der Vergangenheit berichtete, in Teilen als Lehrer und Schüler an der Karl-Kübel-Schule eine gemeinsame Vergangenheit und auch ein gemeinsamer politischer Weg in der Lokalpolitik, kam Heiterkeit auf. Hatte doch der recht fleißige Schüler meistens eine ordentliche Punktzahl erreicht. Und schon vor zwanzig Jahren hatte Großmann ihm angekündigt, dass er Bürgermeister werden wolle. Mit vierzig Jahren ist es ihm gelungen, in der Wahl am 26. Oktober hatte Großmann im ersten Wahlgang 60 Prozent der Stimmen bekommen, was der frisch vereidigte Großmann in seiner Ansprache noch einmal hervorhob. 

    Mit der Ernennungsurkunde in Händen, überreicht vom Ersten Beigeordneten Herbert Ritzert, war Konstantin Großmann fast am Ziel.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Bürgermeister Volker Scheib bis Ende März im Amt

    Dass er nicht an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilnehmen werde, hatte der noch amtierende Bürgermeister Volker Scheib bereits in der vorangegangenen Sitzung der Gemeindevertretung bekanntgegeben. Nachdem Landrat Christian Engelhardt Biblis als „tolle Gemeinde“ gelobt hatte, zeigte er Verständnis, dass Bürgermeister Scheib nach der schmerzhaften Wahlniederlage nicht hier sei. Scheib gebühre Dank für seinen großen persönlichen Einsatz. Scheibs Nachfolger sprach er im Du-Modus an: „Lieber Konstantin, mit über 60 Prozent bist du ins Amt gewählt worden – ein Auftrag, den man Tag für Tag ernst nehmen muss“. Großmann hatte in seiner Rede angemerkt, dass er sich bei seinem Amtsvorgänger gerne bedankt hätte. Bürgermeister Scheib war bei der Wahl im Jahr 2019 mit einem Erdrutschergebnis von 70 Prozent ins Amt gekommen, das er am 1. April 2020 mitten in der Corona-Krise antrat. Die Amtseinführung fand damals im kleinen Rahmen einer üblichen Gemeindevertretersitzung mit Tagesordnung ohne Zuschauer kurz und schmucklos in der Riedhalle statt. 

    Ansprachen mit Zuversicht in schwieriger Lage

    In seiner Rede als neuer Bürgermeister präsentierte Großmann dem Publikum seine Pläne und Ziele für Biblis für die kommenden sechs Jahre seiner Amtszeit. Die Verwaltung wolle er weiterentwickeln und Abläufe digitalisieren, für Wohnungsbauprojekte Impulse setzen und die finanzielle Leistungsfähigkeit durch die Ansiedlung von mehr Gewerbe auf erweiterten Flächen stärken. Mit Blick auf die Gewerbesteuer-Einnahmen in Gernsheim von 18,5 Millionen Euro bei 11.200 Einwohnern im Vergleich zu Biblis mit 4,5 Millionen Euro bei 9.000 Einwohnern sehe er Luft nach oben. Viele weitere Vorhaben skizzierte Großmann, mit höchster Priorität die ärztliche Versorgung. Als Mitglied eines Teams mit Führungsstärke bei Bedarf sieht sich Großmann. Seiner Frau Lorena und seiner ganzen Familie dankt Großmann für die Unterstützung auch im Wahlkampf. Für den Einsatz bei der Feier dankte er der Handball-Herrenmannschaft, die den Ausschank übernommen hatte, und den beiden Gesangvereinen für die Bereicherung. Alexander Bauer, Landtagsabgeordneter und Stadtverordnetenvorsteher in Bürstadt, wies in seinem Grußwort auf die schwierige Lage der Kommunen hin, wobei gerade hier die Menschen den Staat unmittelbar erlebten. Beeindruckt zeigte sich Andrea Paul vom Personalrat in ihrem Grußwort und wünschte dem neuen Rathauschef viel Erfolg. Etwa 114 Mitarbeiter vertrete sie, teilte sie am Rande der Veranstaltung mit. Gunter Lutzi dankte Großmann für die Idee anstatt Geschenken Spenden an die Palliativ- und Hospiz-Initiative im Ried zu überweisen. Es komme darauf an, das Leben bis zuletzt zu ehren. Für die Vereine und den Wirtschafts- und Verkehrsverein Biblis (WVB) sprachen die WVB-Vorsitzende Annick Löhr und die stellvertretende Vorsitzende Dagmar Ochsenschläger, die auf die Bedeutung der Feste wie das Kinderfrühlingsfest am 22. März für die Wirtschaft und die Bekanntheit der Vereine mit ihrem ehrenamtlichen Engagement hinwiesen. Unverzichtbar sei bei Veranstaltungen die Unterstützung von Ordnungsamt und Bauhof. Im Sinne einer offenen, vertrauensvollen Zusammenarbeit freuen sie sich auf den gemeinsamen Weg mit dem Bürgermeister. 

    Hannelore Nowacki

     

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