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Di., 22. März 2022, 11:08 Uhr
BÜRGERBETEILIGUNG: Informationsveranstaltung zur Umgestaltung des Beethovenplatzes gut besucht
Viele Anregungen und gegensätzliche Vorstellungen der Anwohner
Interessiert verfolgten die zahlreichen Besucher die Vorstellung der Planungen für den Beethovenplatz. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Blauer Himmel und Sonnenschein, das waren die guten Vorzeichen für die gut einstündige Informationsveranstaltung der Stadt Bürstadt unter freiem Himmel auf dem Beethovenplatz, nachdem der erste Anlauf vor einer Woche im Dauerregen buchstäblich ins Wasser gefallen war. Stühle waren aufgestellt, doch nicht alle der schätzungsweise 70 Besucher wollten Platz nehmen. In großer Runde hörten Anwohner, Stadtverordnete, Stadträte und weitere Bürger zu, was Bürgermeisterin Barbara Schader zur Begrüßung und Dr. Jürgen Schmitt, der Projektleiter Stadtentwicklung von ProjektStadt zur Umgestaltung des Beethovenplatzes zu sagen hatten. Schmitt antwortete bereits auf Zwischenfragen und leitete die anschließende Diskussion, an der sich jedoch nur wenige Bürgerinnen und Bürger beteiligten, was Schmitt etwas verwunderte. Auch wenn manche Anwohner in Anspruch nahmen für alle zu sprechen, zeigte sich, dass es auch andere, vielfach gegensätzliche Vorstellungen vom neuen Beethovenplatz gibt. Zuvor hatten sich die Besucher an Schautafeln über die im Rahmen von ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) geplanten Hauptnutzungen Schaffung von Wohnraum und Orte der Begegnung und Bewegung sowie über die Ideen und Stellungnahmen von Bürgern informieren können, die sich schriftlich zur Umgestaltung des Beethovenplatzes geäußert hatten. Die aufgemalten Planungsvarianten für die Bebauung und Grünflächen seien nur Vorschläge aus einer Vielzahl von Möglichkeiten, betonte Schmitt. Mit Flatterbändern war eine Bebauungsvariante auf dem Beethovenplatz abgesteckt, um die Dimensionen besser erkennbar zu machen. An den Beethovenplatz werden ganz unterschiedliche Anforderungen gestellt, wie die zum Teil kontroverse Diskussion offenbarte. Eine Tiefgarage wird wegen des Parkplatzmangels in der Umgebung befürwortet, andere sehen hier eine Gefahr bei Starkregen wegen fehlender Versickerung. Zu dichte Bebauung und zu hohe an den bestehenden Häusern führe zur Verschattung und Eingriff in die Privatsphäre meinen die einen, die anderen legen Wert auf die Durchgangsmöglichkeit als schnelle Verbindung zur Erich-Kästner-Schule oder zum Bahnhof. Lärm bis in die Nacht fürchten die einen bei einer Grünanlage zur Begegnung, andere wünschen sich mehr Grün oder gar keine Bebauung, was jedoch schon durch die Beschlusslage ausgeschlossen sei, betonte Schmitt. Dass der alte Baumbestand und der Grünstreifen als Umrahmung erhalten bleiben solle und im Wurzelbereich nicht durch die Bebauung geschädigt werde, ist Anwohnern ein Anliegen. Willkommen sei ihnen die Behindertenhilfe Bergstraße (bhb), die hier bauen will und durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung bereits feststeht, betonten Anwohner. Bhg-Geschäftsführer Christian Dreiss erläuterte das Vorhaben, das Wohnraum und eine Werkstatt für Behinderte vorsehe. Eine eigene Tiefgarage werde nicht gebaut, weil für die zehn Mitarbeiter nicht benötigt und nicht bezahlbar. Bürgermeisterin Schader wies darauf hin, dass alle Anregungen in den Abwägungsprozess kämen, letztlich aber die Politik entscheide.Diese Informationsveranstaltung sei Bürgerbeteiligung in einem frühen Stadium. Anregungen könnten weiterhin vorgebracht werden. „Nützen Sie die Gelegenheit“. Diese Gelegenheit nahmen viele Besucher im Anschluss an den offiziellen Teil wahr und besprachen sich in mehreren Gruppen. Hannelore Nowacki