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  • Mo., 08. Juni 2015, 23:17 Uhr
    Freiwillige Feuerwehr Stadt Bürstadt zufrieden mit Resonanz am 1. Aktionstag

    Viele interessierte Besucher, einige Nachwuchskräfte in Aussicht

    In voller Schutzkleidung mit Helm hatte Hauptfeuerwehrfrau Christiane Stockmann zusammen mit Markus Albrecht, der beruflich im Rettungsdienst Biblis und Viernheim tätig ist, Rettung mit dem Spreizer geübt. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – „Werde einer von uns“ war das Motto der Werbeveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bürstadt im Feuerwehrstützpunkt Römerstraße. Die achtjährige Jasmin hat sich schon entschieden, am nächsten Treffen der Kinderfeuerwehr, das gleich am Montag stattfand, wollte sie unbedingt teilnehmen. Das freute auch ihre Mutter. Joshua ist zehn Jahre alt und kann deshalb in die Jugendfeuerwehr eintreten. Fast jedes Jahr sei er beim Tag der offenen Tür auf dem Feuerwehrstützpunkt gewesen, erzählte er, nun will er mitmachen und hat sich in die Kontaktliste eingetragen. Im Zelt der Jugendfeuerwehr zog besonders die Modelleisenbahn die Blicke an und machte neugierig. Die Szenerie zeigt im Kleinformat, was in einer Stadt passieren kann. „Als Planspiel lernen die Jugendlichen verschiedene Einsatzszenarien und sinnvolle Maßnahmen kennen“, erklärte Lukas David, mit Kerstin Hahl Ansprechpartner der Jugendfeuerwehr. An dem kleinen Modellfachwerkhaus brennt der Dachstuhl, Feuer, das durch Lichter und Qualm simuliert wird – wenn der Trafo funktioniert.  Doch bei der Gluthitze dieses Sommertages hatte der Trafo eine Hitzepause nötig. Die Modelleisenbahn sei zu Teilen ein Zufallsfund im Feuerwehrkeller gewesen, einige Fahrzeuge wurden der Jugendfeuerwehr geschenkt, andere mussten zugekauft werden. Eigentlich war am Samstag bestes Schwimmbadwetter, aber die Feuerwehr hatte auch Wasser zu bieten. Vom hoch ausgefahrenen Teleskopgelenkmast spritzte ein großer „Duschkopf“ Wasser auf den Asphalt des Vorplatzes, eine Abkühlung, die den Kindern Spaß machte. Hinter dem Zelt sorgte eine Wasserwand aus dem C-Rohr für Duschvergnügen, im Fachjargon Hydroschild genannt. 40 Aktive aus allen Abteilungen hatten  beim Aktionstag zu tun. Es gab Führungen im Haus mit Besuch der Atemschutzstrecke im Keller und die Vorführung einer Fettexplosion. Zur Stärkung waren Hotdogs mit Würstchen frisch aus dem Kessel im Angebot.

    Spritzen macht Spaß. Michael Reischert zeigte den Kindern, wie das Feuer auf dem Brandhaus gelöscht wird. Foto: Hannelore Nowacki


    Noch heißer war es am Brandhaus, das die Kinder mit Eifer löschten. Das Szenario am Infostand von Hauptfeuerwehrfrau Christiane Stockmann, seit 18 Jahren in der Einsatzabteilung, und Hauptfeuerwehrmann Peter Winkler: Ein Autounfall, die Fahrertür klemmt. Geräte wie der Spreizer werden zur Rettung eingesetzt, der kleine Spreizer wiegt 25 Kilogramm, der größere locker 30 Kilogramm. Markus Albrecht, ein Besucher aus Bürstadt, zieht die Feuerwehrschutzkleidung an, setzt den Helm auf und rückt zusammen mit der Hauptfeuerwehrfrau und dem Spreizgerät dem Autowrack ans Blech, das bald ächzte, Autoscheiben splitterten. Wird er zur Einsatzabteilung wollen? Auf jeden Fall soll Sohn Felix, der mit seinen zwanzig Monaten von großen Autos begeistert ist, die Feuerwehr kennenlernen. Doch der Kleine hatte eher das Eis seiner Mama Silke im Blick. Ein besonderes Geschicklichkeitsspiel bot Christiane Stockmann an: Mit einem Spreizer eine kleine weiße Styroporkugel von einem zum anderen Verkehrsleitkegel tragen. Ein Vater mit zwei Kindern schaute sich das ramponierte Auto an. „Wollen Sie etwas machen?“, fragten die Feuerwehrleute. Die Antwort kam schnell: „Bei derre Hitz net“, meinte  der Mann. Leichter fiel das Mitmachen am Stand des Musikzuges. Hier probierten Kinder die Querflöte und Trompete aus. Und wie trommelt man richtig?  Stabführer Erik Minnder erklärte die richtige Finger- und Handhaltung. Dieser Aktionstag bei brütender Hitze wurde als Erfolg gewertet, das Konzept als Werbeveranstaltung für Nachwuchs in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr, Einsatzabteilung und Musikzug, erwies sich als attraktiv. Stadtbrandinspektor Uwe Schwara fand den Aktionstag „erfolgreich im Sinne von Interesse, das die Besucher zeigten“. Sieben Kinder und drei Jugendliche hatten ihre Adresse in die Kontaktliste eingetragen, zwei bis drei Interessenten für die Einsatzabteilung meldeten sich.   „Wenn ein paar dabei bleiben, ist es ein Erfolg“, meinte auch Michael Reischert, der Ansprechpartner mit Nicole Held bei der Kinderfeuerwehr ist. Sein Fazit nach der Halbzeit des Aktionstages: „Wir können zufrieden sein“. Hannelore Nowacki

     

     

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