Koordinierungskreis der Flüchtlingshilfe Lampertheim startet besondere Aktion zur Integration von Flüchtlingen / Erste Aktion am 10. Oktober
Viele Nationen – (E)IN Lampertheim
Freuen sich auf die Aktion „Viele Nationen – (E)IN Lampertheim”: Der 19-jährige Mulugeta Tsegay aus Eritrea, Heinrich Schüßler (Pfarrgemeinderat Mariä Verkündigung), der 22-jährige Abrahaley Tsegay aus Eritrea, Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinierungskreises der Flüchtlingshilfe Lampertheim, Horst Schmitt, Ansprechpartner rund um die Flüchtlinge bei der Stadt Lampertheim, Rita Jüling von der Baptistengemeinde und der 47-jährige Ghadeer Raichatagi aus dem Irak (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – „Viele Nationen – (E)IN Lampertheim” – hinter diesem positiven Titel verbirgt sich eine noch positivere Aktion, die durch die Flüchtlingshilfe Lampertheim in diesen Tagen gestartet und am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurde: Gemeinsam mit den Flüchtlingen wollen und sollen Kirchengemeinden, Vereine, Institutionen und Bürger gemeinsam etwas tun, um die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern und gleichzeitig Ängste in der Bevölkerung abzubauen – Angst vor einer anderen Hautfarbe, anderen Kulturen und einer anderen Sprache.
„Wir möchten den Flüchtlingen ein Gesicht geben, damit diese in der Bevölkerung besser akzeptiert werden”, hofft Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinierungskreises der Flüchtlingshilfe Lampertheim auf rege Unterstützung seitens der Bürger. Dazu wurden eigens T-Shirts kreiert, welche die Flüchtlinge bei den geplanten Aktionen tragen werden.
Start in Mariä Verkündigung
Los geht es am Samstag, 10. Oktober, in Mariä Verkündigung, wenn die Flüchtlinge von 11 bis 15 Uhr mithelfen werden, die Außenanlage winterfest zu machen – Mitglieder der Pfarrgemeinde Mariä Verkündigung sind zur Mithilfe herzlich eingeladen. Weitere Aktionen sollen folgen, bei der Lebenshilfe, im Vogelpark, im Tierheim und bei Vereinen.
Viele Flüchtlinge sind bereit, mitzuhelfen und sich einzubringen. Dabei geht es in kleinster Art und Weise darum, diese als billige Arbeitskräfte auszubeuten, sondern vielmehr darum, ihnen durch eine sinnvolle Tätigkeit in lockerer Atmosphäre und auf freiwilliger Basis Selbstwertgefühl zurückzugeben und die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern, einen Ort des gegenseitigen Kennenlernen und der Kommunikation zu schaffen. Diese Integration muss auf einer breiten Basis erfolgen, gefördert und gestützt durch die Kirchengemeinden, Vereine, Verbände und die Menschen in Lampertheim, ist sich der Koordinierungskreis sicher.
Integration fördern
„Wir wissen, es wird ein langer Prozess und wir haben viel Arbeit vor uns. Aber wir sollen alle Mittel in Bewegung setzen, um diesen Menschen zu helfen und sie zu integrieren. Dabei hilft es nicht, zwei Kulturen nebeneinander aufzubauen, vielmehr müssen sich diese gegenseitig akzeptieren. Und wir vermitteln den Flüchtlingen von Anfang an, dass es Regeln und Grundlagen gibt, die einfach akzeptiert werden müssen. Mit der Flüchtlingshilfe wollen wir einen kleinen Beitrag zur gelungenen Integration leisten und helfen, dass sich in Lampertheim viele Bürger, Vereine oder Institutionen ebenfalls bereit erklären, diese voranzutreiben. Sei es mit Festen, Veranstaltungen oder wie auch immer. Dazu gehört auch finanzielle Unterstützung, für die wir immer sehr dankbar sind, denn das Geld, dass wir vom Staat bekommen oder eben auch nicht bekommen, reicht nicht aus”, so Kurt Stass weiter. „Als Koordinierungskreis sind wir Ansprechpartner in allen Lebenslagen und Bindeglied zwischen den Flüchtlingen und den Behörden, wir kümmern uns um Kleidung, Fahrräder, Sprachunterricht und vieles mehr. Die Flüchtlinge wissen dies zu schätzen und möchten der Gesellschaft gerne etwas zurückgeben. Doch dies reicht nicht aus. Wichtig ist die Integration in die Lampertheimer Gesellschaft, auch und gerade durch Kontakte zu Kirchen, Vereinen und Bürgern. Diese sollen die Flüchtlinge durch persönliche Kontakte als Menschen sehen. Wir können stolz aus die Leistungen sein, die wir in unserer für Flüchtlinge anbieten. Die Flüchtlinge sind bereit, etwas zu tun, sich einzubringen. Dies sollten wir annehmen, auch und gerade um die Integration zu erleichtern. Nur dann kann diese gelingen.” Benjamin Kloos