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  • Mi., 17. August 2022, 14:12 Uhr
    CDU-Sommertour: Rundgang durch Stadtpark und alten Stadtfriedhof mit fachlicher Begleitung

    Viele Neuheiten im Stadtpark und Pläne für die Zukunft

    Spielen, bewegen und entspannen – alles ist im Stadtpark möglich. Allerdings ist der Teich kein Planschbecken für Kinder. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Eindrücke vor Ort zu sammeln und fachliche Informationen aus erster Hand zu bekommen, das hatte sich die Lampertheimer CDU bei ihrer vierten Etappe der traditionellen Sommertour zum Stadtpark vorgenommen. Bei hochsommerlichem Wetter begleitete die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis die anderthalbstündige Führung, an der Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb, der Fraktionsvorsitzende Alexander Scholl sowie weitere Stadtverordnete und Magistratsmitglieder und die Vorsitzende des Seniorenbeirats Ute Striebinger teilnahmen. Die dunkle Gewitterfront mit einem Donnergrollen zur Begrüßung drehte vor dem Stadtpark ab, ohne einen Tropfen Regen zu hinterlassen. Scholl skizzierte den geplanten Ablauf, beginnend am Teich mit sprudelnder Fontäne und endend am vom Jugendbeirat künstlerisch verschönerten WC-Häuschen, das sich in die freundlich in die Umgebung einfügt. Mit Blick zum stattlichen alten Schnurbaum, der wegen Astbruchgefahr mit einer schön bepflanzten Barriere eingehegt wurde, erklärte Vilgis, dass die Stadtgärtner den Baum bereits stark zurückgeschnitten hatten und versuchen wollen, ihn vielleicht noch ein paar Jahre zu erhalten. Die Hitze macht Pflanzen und Bäumen zu schaffen, das sei bei den Straßenbäumen und besonders jungen Bäumen zu beobachten, daher wünscht sich die Fachfrau für das städtische Grün engagierte Bürger, die Bäumen vor ihrem Haus wöchentlich mit 60 bis 70 Litern Wasser an den Wurzelbereich helfen. Bei der Trockenheit und Vielzahl an Bäumen an Straßen und im Stadtpark könnten die Technischen Betriebsdienste nicht überall zur Stelle sein. Was den Stadtpark angeht, ist durch das geplante intelligente Bewässerungssystem zukünftig Bewässerung nach Bedarf direkt möglich, was Wasser einspart und das Personal entlastet. Vilgis erklärte, dass mit Geld aus einem Fördertopf zunächst zehn Cubes mit Sensoren im Boden zur Steuerung der Wassermengen angeschafft werden, die auch zum Sitzen geeignet seien. Frisch angepflanzte Bäume haben eine Manschette und ein Rohr bekommen, das Wasser direkt an die Wurzel leitet. Einige junge Bäume, die sich eigentlich schon selbst versorgen könnten, haben in diesem Sommer gelitten und Laub verloren, doch Vilgis hofft auf das nächste Frühjahr.

    Barrierefreie Bewegung und Spaß an der frischen Luft ist im Stadtpark für alle Bevölkerungsgruppen geboten. Im Vordergrund ein Trampolin für Rollstuhlfahrer. Foto: Hannelore Nowacki


    „Nicht zu früh aufgeben, den Bäumen noch eine Chance geben“, rät sie auch Privatleuten für ihren Garten. Auf Anregung des Seniorenbeirats wurde die viel genutzte Boulebahn um eine Bahn erweitert. Der wassergebundene neue Belag hält auch bei Nässe die Kugeln und Hände sauber, freut sich Striebinger als eifrige Boulespielerin. Komfortabel sind die beiden Holztafeln für die Spielstände. „Für uns ein großes Projekt, das jedoch nicht mehr durch den Stadtumbau gefördert wird“, erläuterte Vilgis. Andere Fördertöpfe sollen angezapft werden. Eine Schatten spendende Pergola mit Sitzplätzen ist im Aufbau. Das neue barrierefreie Karussell in der Nähe der beiden Erwachsenenschaukeln, in dem ein Rollstuhlfahrer mitfahren kann, wurde noch gefördert, ebenso die barrierefreie Trampolinanlage. 

    Stadtpark gut für Klima und Erholung

    Weitere Planungen wie im Stadtparkkonzept angedacht, müssen langfristige Entwicklungen bedenken, wie Vilgis erklärte, nicht alle Flächen könnten jetzt schon verplant werden, denn in einigen Jahrzehnten, wenn der Stadtfriedhof 2044 entwidmet ist, könnten sich ganz andere Bedürfnisse zum Beispiel für Sport und Bewegung entwickelt haben. Wichtig für das Stadtklima sei der Stadtpark in seiner kühlenden Funktion und als Luftschneise, betonte auch Stadtverordnetenvorsteher Korb. Grünflächen und Bepflanzungen am Haus hätten ebenso kühlende Funktion, meinte Vilgis mit Blick auf die klimaschädlichen privaten Schottergärten. Eine Vielzahl junger Bäume hat der Lions Club für das keltische Baumhoroskop gespendet, der Rotary sorgte für einen jungen Baumhain im Bereich des alten Stadtfriedhofs. Angekommen am ältesten Teil des Friedhofs, auf dem es wegen der Laufzeiten nur noch wenige Gräber gibt, brachte Korb Hinweise und Beschwerden aus der Bevölkerung zur Pflege der Freiflächen zur Sprache. Ein strittiges Thema, räumte Vilgis ein, doch würden die eingesäten, insektenfreundlichen Blühwiesen in extensiver Pflege etwa zweimal jährlich gemäht. Im Frühjahr und Frühsommer freute sie sich über die Schmetterlingswiesen, erzählte  Ute Striebinger. Auch hier sind nun die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit zu sehen. In Planung ist ein „Garten der Erinnerung“ auf dem alten Stadtfriedhof in der Nähe der Kapelle, wie im Stadtplankonzept vorgesehen. Die Grabsteine der Kriegsgräber und die gesamte Grabanlage mit Wegen werden restauriert, Ehrengräber, Denkmäler und Skulpturen, die bislang im gesamten Stadtparkbereich verstreut sind, sollen hier ihren endgültigen Platz finden, mit nur einigen Ausnahmen, die an ihrem bisherigen Standort verbleiben, erklärte Vilgis. Zur Durchführung von Umbettungen, abgesprochen mit Angehörigen, war ein Experte aus Berlin gekommen, ein vielbeschäftigter Fachmann, der für ganz Deutschland zuständig sei. Diese Arbeiten werden zu 67 Prozent vom Stadtumbau-Programm gefördert und sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Die Hauptwege sollen gepflastert werden. Die Störche waren ausgeflogen, aber schon im zweiten Jahr hatte das Storchenpaar zwei Junge im angebotenen Nest aufgezogen, freute sich Vilgis. Zur Smart City gehört die smarte Beleuchtung im Stadtpark, die über Nacht mit sparsamen 30 Prozent der Leistung den Park erhellt, im Einverständnis mit den Anwohnern, wie Vilgis betonte. Für Bewegungsmelder sei ein Förderantrag mit Projektskizze eingereicht. Angsträume seien auch durch Rückschnitte von Gebüsch reduziert worden. „Noch nicht komplett, aber wir arbeiten uns durch“, kündigte Vilgis an. Am Ende des Rundgangs erhielt die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Lob und Applaus. „Wir sind stolz auf den Stadtpark“, befand Korb und Scholl stellte fest: „Der Park ist toll geworden“.  Hannelore Nowacki

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