15. Lampertheimer Orgelsommer steht unter dem Motto „Fantasie“
Vier Konzerte an Sonntagabenden im August
Die Organistin Anna Pikulska eröffnet am 4. August den Lampertheimer Orgelsommer. Foto: Klaus Faika
LAMPERTHEIM – Schon Mozart schrieb in einem Brief an seinen Vater im Jahr 1777: „Die Orgel ist doch in meinen Augen und Ohren der König aller Instrumente“. Auch dieses Jahr findet an den Sonntagen im August wieder der beliebte Orgelsommer statt, der seit 2005 Besucher aus Nah und Fern anzieht. Kantorin Heike Ittmann hat erneut renommierte Organisten eingeladen, die in der Domkirche unter dem Titel „Fantasie“ ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm bieten werden. Unterstützt wird die Veranstaltungsreine von städtischen cultur communal. „Fantasie ist auch eine musikalische Form, die es schon sehr lange gibt. Bach hat große Fantasien geschrieben, davor auch Buxtehude und andere Komponisten“, erzählt Heike Ittmann im Pressegespräch. Dieser freie Stil, bei dem man sich nicht auf etwas festlegte, hieß Stylus Phantasticus. So sei sie auf das Thema gekommen. Es gehe darum, alle Möglichkeiten des Instrumentes auszunutzen, die man habe. Stilistisch könne so von ganz früh bis heute eine vielseitige Palette abgedeckt werden. Dafür hat sie sich renommierte Mitstreiter wie Anna Pikulska eingeladen, die am 4. August den Orgelsommer eröffnen wird. Die junge Organistin kommt aus Polen und hat dort sowie in Mainz an der Hochschule für Musik studiert. Nach ihrem Konzertexamen hat sie direkt im Anschluss einen Lehrauftrag bekommen. „Sie spielt ein tolles Programm von Bach bis Reger. Reger begegnet uns öfter in diesem Programm, weil er eben so viele Fantasien geschrieben hat“, so Ittmann.
Der nächste im Bunde ist Gunter Kennel, Konzertorganist, Dirigent, Komponist, Theologe und in Berlin Landeskirchenmusikdirektor. Der gebürtige Pfälzer präsentiert am 11. August unter anderem Werke von Mozart, Sweelinck, Vierne, hier sei als echtes Highlight „Carillon de Westminster“ genannt, sowie eigene Kompositionen. Eine Woche später, am 18. August, wird Stefan Viegelahn, Professor für Kirchenmusik mit Schwerpunkt Orgelimprovisation an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, an der Großen Blauen sitzen. Sein Programm besteht ausschließlich aus Fantasien. Bei der Fantasie A-Dur von Cesar Franck kommt Heike Ittmann ins Schwärmen: „Ein Stück, dass man einfach nur schwelgerisch genießen kann.“ Beim Abschluss am 25. August ist die Kantorin selbst am Instrument zu erleben. Ihr Programm trägt noch den Zusatztitel „nomen est omen“. Die Fantasie komme oft aus Namen oder Stücken, sagt sie, beispielsweise bei der „Hommage á dietrich Buxtehude“ von Peter Eben, der aus zwei Stücken des dänisch-deutschen Organisten ein modernes macht. Im Anschluss an jedes Konzert gibt es die Möglichkeit, auf dem Domplatz bei einem Glas Wein oder Wasser mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. „Das ist immer eine besondere Zeit, es kommen Menschen, die man sonst nie sieht“, freut sich Heike Ittmann schon auf die schöne Atmosphäre, die stets bei den Veranstaltungen herrscht. Petra Gahabka
Infokasten
Termine:
4. August: Anna Pikulska
11. August: Gunter Kennel
18. August: Stefan Viegelahn
25. August: Heike Ittmann
Die Konzerte finden immer sonntags um 20 Uhr in der Domkirche statt.
Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Eine Abokarte für alle Orgelkonzert gibt es für 25 Euro, ermäßigt 13 Euro.
Informationen unter Telefon 06206/157301oder heikeittmann@gmail.com.
Beim Abschluss am 25. August ist Kantorin Heike Ittmann zu erleben. Foto: Petra Gahabka