BUZ: Die Gruppe machte auch einen Ausflug zum Umweltbildungszentrum auf dem Natuschutzgebiet Kühkopf. Foto: oh
LAMPERTHEIM - Die letzten vier Osterferientage verbrachten 20 Kinder und Jugendliche des Pfadfinderstammes Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz mit ihren drei erwachsenen Begleitern auf dem Jugendzeltplatz „Wildpark“ des Kreises Groß-Gerau. Der Wildpark ist ein Zelt- und Freizeitgelände, der von älteren Pfadfindern bereits seit dem Jahr 1951 für Jugendfreizeiten unterhalten wird. Er bietet mehrere weiträumige Zeltplätze in fast unberührter Naturlandschaft, direkt am Apfelbach gelegen. Ein Haupthaus mit großem Aufenthaltsraum, zwei Wasch- und Toilettenhäuser, sowie das sogenannte Waldhaus komplettieren die Einrichtung. Nach der Ankunft wurde zunächst die große Jurte mit der innen liegenden Feuerstelle aufgebaut. Danach wurde gruppenweise mit im Wald gefundenen Materialien das Lager vervollständigt. Gebaut wurden ein Schuhregal, ein Gestell für die Töpfe und eines für die Müllsäcke. Bei diesen Arbeiten gaben die Pfadfinder ihre Kenntnisse an die jüngeren Wölflinge weiter, so dass diese auch mit dem Holz und den Werkzeugen üben konnten. Den Abend verbrachte die Gruppe mit Singen am Lagerfeuer und zu später Stunde mit einer spannenden Nachtwanderung. Während die Jüngeren im Haus in ihre Schlafsäcke krochen, zogen es die Jugendlichen vor in der Jurte zu schlafen, was durchaus eine frostige Erfahrung bedeutete. Anderntags wurden alle mit einem kurfürstlichen Frühstück belohnt, welches die Lebensgeister wieder erwecken konnte. Der Vormittag gehörte den Gilden mit verschiedenen Bastelangeboten. Aus Birkenholzscheibchen entstanden mit Brandmalerei individuelle Lagerabzeichen, Schuhkartons verwandelten sich in Wetterstationen und eine Gruppe gestaltete ein Plakat für den kommenden Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart, an dem auch einige „Kurfürsten“ als Helfer teilnehmen werden. Eine sehr gefragte Gilde war die Kochgilde, deren Aufgabe es war, das Mittagessen in einem großen Kessel über dem offenen Feuer zu bereiten. Es gab einen Gemüseeintopf, bei dem ein Teil der Gruppe das Gemüse putzte und schnippelte, während die anderen Feuerholz suchten und das Kochfeuer in Gang setzten. Ein besonderes Highlight war ein Ausflug am Nachmittag in das Umweltbildungszentrum „Schatzinsel Kühkopf“ im ehemaligen Hofgut Guntershausen auf dem größten hessischen Naturschutzgebiet Kühkopf bei Stockstadt. Dort gibt es seit 2014 im ehemaligen Stallgebäude eine interessante interaktive Ausstellung zu sehen, die sehr anschaulich die Flora und Fauna der Auenwälder beschreibt. An einem Überflutungsmodell lassen sich die verschiedenen Wasserstände und ihre Auswirkungen bildlich darstellen. Die Ausstellung hat allen Pfadfindern großen Spaß bereitet. Der Samstag war wiederum ausgefüllt mit einem Geländespiel und Aktivitäten in der Natur. Besonders beliebt war eine uralte Buche mit ihren weit ausladenden Ästen, auf der es sich herrlich klettern und schaukeln ließ. Abends wurde ausgiebig gegessen und gegrillt und anschließend präsentierten die Teilnehmer ihre Beiträge beim „Bunten Abend“, bei dem herzhaft gelacht werden durfte. Bereits nach Mitternacht endete der Abend am Lagerfeuer in der Jurte, so dass erst um 09 Uhr das unbeliebte Wecken erfolgte. Ein ausgiebiger Brunch folgte und ohne zu murren machten sich die Teilnehmer an das Aufräumen und Packen. Beim Lagerabschluss wurde deutlich, dass es wieder einmal eine tolle Osterfreizeit war, geprägt von fast sommerlichem Wetter und einem intensiven Gemeinschaftsgefühl. Schon jetzt freuen sich die Pfadfinder/innen auf das kommende Pfingstlager. zg