SPD und FDP sprechen sich für eine weitere Amtszeit des Ersten Stadtrats Jens Klingler aus
Voller Einsatz auch weiterhin
Soll die Zukunft der Stadt Lampertheim als Erster Stadtrat weiter aktiv mitgestalten: Jens Klingler. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM –Zwar endet die Amtszeit des Ersten Stadtrats Jens Klingler erst am 31. Januar 2021, doch schon jetzt hat die sozial-liberale Koalition beschlossen, den 44-Jährigen für eine Wiederwahl vorzuschlagen. „Die Arbeit erfordert viel Kraft und Einsatz, aber mir macht es viel Spaß, ich habe gar keine Lust etwas anderes zu machen“, freute er sich am Mittwochabend beim Pressegespräch im Alten Rathaus über das entgegengebrachte Vertrauen.
Den Lampertheimer Genossen steht gemäß Koalitionsvertrag mit der FDP das Vorschlagsrecht zur Wahl des Ersten Stadtrates zu. Es sei koalitionsintern diskutiert worden, Klingler wieder ins Rennen zu schicken, berichete SPD-Fraktionschef Marius Schmidt. Das Ergebnis der geheimen Wahl im November sei mit 18 Ja-Stimmen (keine Enthaltung oder Gegenstimme) eindeutig ausgefallen. Man kenne seine Arbeit und schätze sie, er sei nicht nur Stadtkämmerer, sondern auch für den Fachbereich Soziales und den Ausbau der Kinderbetreuung zuständig, zudem Geschäftsführer der Biedensand Bänder sowie der Stadtentwicklungsgesellschaft. Klingler sei ausgesprochen innovativ, qualitativ wie quantitativ ein Gestalter und zeige Perspektiven auf. „Wir gehen voller Mutes und Optimismus ins neue Jahr“, versicherte Schmidt. Die gemeinsame Zusammenarbeit wertete auch Fritz Röhrenbeck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FDP, als positiv, die Stimmung in der Fraktion sei durchgängig gut, es gebe keinen Grund für personelle Veränderungen. Die Personalie sei eine Gemeinschaftsentscheidung, „wir gehen davon aus, dass wir mit der SPD die nächsten sechs Jahre gestalten.“ Zustimmendes Nicken von Schmidt.
Der Zeitplan steht: Am 1. Juli 2010 wird die Koalition in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag auf Wiederwahl stellen, wodurch formal ein Wiederwahlverfahren eingeleitet wird, die Wahl findet dann am 4. September statt. „Wenn man das jetzt schon seit zehn Jahren macht, dann ist es wichtig, dass man nicht abgeschliffen ist, sondern weiterhin für diese Aufgabe brennt. Das verspüre ich auch“, ließ Jens Klingler wissen. Zwar sei vieles auf den Weg gebracht worden, doch das reiche ihm noch nicht. Es gebe aktuell zahlreiche Punkte, die zwar in Bewegung seien, aber Lampertheim sich erst noch richtig aufstelle müsse. Die größte Herausforderung für alle Kommunen in Hessen sei die Kinderbetreuung. Vor Ort gebe es mittlerweile elf Einrichtungen, jede Menge Mitarbeiter und einen Fachkräftemangel, dem es zu begegnen gelte. Es brauche eine andere Organisation, Ziel werde es sein, aus dem Fachbereich einen Eigenbetrieb zu machen, was unter anderem einen ausgegliederten Haushalt zur Folge hat.
Auch das Aufgabengebiet der Stadtentwicklungsgesellschaft soll erweitert werden. Klingler will nicht nur Erschließungen auf der grünen Wiese, sondern die Option haben, selbst bauen zu können. „Der Vorteil wäre, dass wir als Stadt etwas umsetzen können“, so der Sozialdemokrat, der in dem Projekt Stadtumbau große Chancen sieht. Die Seniorenbegegnungsstätte Alte Schule sei ein Erfolgsmodell, aber zu klein, Inklusives Wohnen werde immer bedeutender und auch ein Frauenhaus oder der Aktionsplan Migration sind Themen, die er verstärkt angehen möchte. „Man muss sich jedes Jahr neu beweisen und kämpfen“, sagt der Erste Stadtrat, und dazu ist er bereit. Petra Gahabka