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  • Di., 29. September 2020, 10:04 Uhr
    ERNTEDANK: Gottesdienst in der Martin-Luther-Gemeinde mit Präsenz und online

    Vom Geben und Nehmen oder umgekehrt

    Zum Erntedankfest sprach Pfarrer Ralf Kröger vom Dank als Zwischenglied zwischen Geben und Nehmen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Wetter hielt sich nicht an den schönen Plan, zum Erntedankfest am Sonntag einen „Outdoor-Gottesdienst“ auf dem Platz vor der Martin-Luther-Kirche zu feiern.  Schon am Vortag war klar, mit dunklen Wolken und Regenwahrscheinlichkeit

    muss der Erntedankgottesdienst in der Kirche stattfinden. Obst und Gemüse, große Kürbisse und kleine Zwiebeln, alles was in und auf der Erde gerade wächst und reif geworden ist, präsentierte sich als eindrucksvolle Pyramide mit Strohballen neben dem Altar. Michaela Fröhlich hatte diese Appetit anregenden, frischen Köstlichkeiten schon am Samstag arrangiert. Und nachdem Pfarrer Ralf Kröger den Gottesdienstbesuchern an Herz gelegt hatte, sich nach dem Gottesdienst selbst zu bedienen und mitzunehmen, was man braucht, wurde seiner Aufforderung gerne entsprochen. Der Gottesdienst war in neuer Terminologie auch ein „Hybridgottesdienst“, denn neben den 50 Gottesdienstbesuchern in der Kirche nahmen auch weitere 50 online am Gottesdienst teil, wie Pfarrer Kröger am Montag bei einem Pressegespräch erfreut bilanzierte. Für die Präsenz galten Coronaregeln wie Abstand in den Reihen und Maskentragen bis zum Sitzplatz. Zuhause kann man gemütlich bei einer Tasse Kaffee zuschauen, auch das hat Vorteile, wie Pfarrer Kröger von Onlineteilnehmern gehört hat. Auch ältere Gemeindemitglieder schätzten das Schauen zuhause. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Geben und Nehmen – Nehmen und Geben“, umfassend gemeint, auch mit Blick auf das Leben, was es gibt und „was gebe ich weiter“, Dank sagen für die alltäglichen Gaben. Der Kinderchor auf der Empore unter Leitung von Thomas Braun gab den heiteren musikalischen Rahmen für das Danken. Am Ende dankten die Gottesdienstbesucher dem Kinderchor mit kräftigem Applaus. Geben und nehmen – welche Reihenfolge ist richtig? Dieser Frage ging Michaela Fröhlich in der Lesung nach, sie erzählte die Geschichte aus der Bibel wie Jesus auf Leprakranke traf, die damals von der Gesellschaft isoliert, ausgesetzt leben mussten. „Jesus, hilf uns, rette uns, mache uns gesund“, baten die Kranken. Tatsächlich verloren sich die Symptome und alle konnten zu ihren Familien zurückkehren, doch nur einer von zehn Gesundeten ging zu Jesus, um sich zu bedanken. Darüber schien Jesus gar nicht enttäuscht zu sein. „Dein Glaube hat dir geholfen“, gab er dem Dankenden mit auf den Weg zu den Menschen, die ihn lieben. Was zuerst kommt, geben oder nehmen, so wichtig sei diese schwierige Frage gar nicht, stellte Pfarrer Kröger fest, denn: „Das Bindeglied zwischen Geben und Nehmen ist der Dank“. Zum Erntedank gehört für Pfarrer Kröger auch der „Dank für das größte Geschenk, das wir haben – unser Leben – wir danken Gott, dass er uns ins Leben gerufen hat, danke Gott, dass wir einander haben“. Als Gabe für die Natur brachten die Jungen und Mädchen vom neuen Konfi-Jahrgang ihre selbst gebastelten Vogelhäuschen und Insektenhotels zum Altar. Pfarrer Kröger stellte die Konfis namentlich vor und stellte es ihnen frei, den Gottesdienstbesuchern etwas zu sagen. Zum Abendmahl in der Nacht bevor Jesus gekreuzigt wurde, reichte Jesus seinen Jüngern Brot und Wein. In Coronazeiten nimmt das Abendmahl in der Kirche eine andere Form an, wie beim Erntedankgottesdienst als „Abendmahl to go“. So stand es auf den Schraubgläschen, die ein duftendes Stück Brot und Weintrauben enthielten und bei Klaviermusik verteilt wurden. Zuvor hatte Pfarrer Kröger eine runde Scheibe Brot zerteilt und einen großen Kelch hochgehalten. Singen ist den Besuchern im Gottesdienst nicht erlaubt - aber der Posaunenchor darf wieder proben und die Yoga-Gruppe trifft sich wieder, teilte Pfarrer Kröger am Schluss den Gottesdienstbesuchern und Zuschauern zuhause erfreut mit. Hannelore Nowacki

     

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