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Mo., 22. Februar 2016, 16:45 Uhr
„Race and Help“ – 12. Benefizaktion des Rotary Clubs mit großer Resonanz
Vom Rennfieber gepackt und auf Kurs für den guten Zweck
Das gut gelaunte Bürgermeister-Team lag gut im Rennen, bis ein technisches Problem die gute Platzierung in Frage stellte. Aber das warf sie nicht aus der Gute-Laune-Bahn. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Rasen ist keine Tugend, wie Autofahrer wissen. Ganz anders verhält es sich, wenn die kleinen Rennwagen im entzückenden Maßstab 1:32 bei der Benefizaktion des Rotary Clubs über die 40 Meter lange kurvenreiche Piste sausen. Dann geht es letztlich um die gute Tat, die dem großen Vergnügen folgt. Auch die 12. Benefizaktion des Rotary Clubs am Samstag im großen Saal der Notkirche stand im Zeichen des sozialen Engagements der Rotarier, denn der Erlös der diesjährigen Veranstaltung aus Startgeldern, Bewirtung und Spenden kommt der Flüchtlingshilfe in Lampertheim und Bürstadt sowie der Telefonseelsorge Rhein-Neckar und der Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße zugute. Schirmherr war Bürgermeister Gottfried Störmer. Das Rennfieber hatte die zahlreichen Zuschauer an der Rennstrecke im Saal ebenso gepackt wie die Teams selbst. Schon kurz nach der Eröffnung um elf Uhr hatten sich bei Schatzmeister Walter Konrad die meisten Teams angemeldet – 37 Viererteams nahmen am Wettkampf teil. Bei freiem Eintritt hatten alle Besucher die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Rennsport kostenlos an der Trainingsbahn zu üben. An vier Fahrsimulatoren war Hochbetrieb, hier jagte die Jugend mit Begeisterung virtuell über den Asphalt. Wer zwischendurch Stärkung brauchte wurde von den Rotariern bestens mit Kartoffelsuppe und Rindswurst zu moderaten Preisen bedient. Süße Köstlichkeiten waren an der gut bestückten Kuchentheke zu haben. Bürgermeister Gottfried Störmer, Schirmherr der Veranstaltung, war auch Mannschaftsführer des „Teams Bürgermeister“. Bürgermeisterin Barbara Schader aus Bürstadt, Bürgermeister Felix Kusicka aus Biblis und der Groß-Rohrheimer Bürgermeister Rainer Bersch hatten die Fernbedienung im Griff und ihren Wagen im Blick. Bürgermeister Störmer kam im vierten Durchlauf zum Zuge. Das Prominenten-Team trat gegen drei weitere Mannschaften an, das Team Flash mit Frank Kaus von Energieried, die Garden Kings von Diehlmann und das Team Riesengasse mit Flüchtlingen. Rennleiter Paul Blüm hatte alle Hände voll zu tun, auch weil die geänderten Regeln eine Verlosung der vier Bahnen vorsahen. Rotarierpräsident Adam Herbert zeigte sich begeistert von den neuen Regeln: „Das macht die Rennen richtig spannend“. Schickten im letzten Jahr noch die Teams ihre Slotcars gemeinsam in Viererreihe stehend ins Rennen, traten diesmal nach neuer Regel die Teams bei jedem der vier vierminütigen Durchläufe gemischt an, gewertet wurde das Mannschaftsergebnis. „Stadionsprecher“ Peter Gutschalk, bekannt auch durch die Aufführungen des Schlappschnuut-Theaters, kommentierte die Wettkämpfe für die Zuschauer kompetent und mit ausdauerndem Elan. Den Rennfahrern gab er die Empfehlung: „Wer lang auf der Strecke bleibt, hat Chancen das Rennen zu gewinnen“. Leichter gesagt als getan, denn gar nicht selten endete eine riskante Kurvenfahrt mit Überschlag oder gar am Knie von Zuschauern. Jubel im Lager der Bürgermeister – sie waren zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 gelandet, vorher aber schon mit Bestzeit unterwegs. Ein technischer Defekt hatte das Bürgermeister-Team aus der Bahn geworfen. „Sonst hätten wir gewonnen“, meinte Störmer dennoch in bester Stimmung im Gespräch mit dem TIP. Am Ende der Veranstaltung stand fest: Mit 76 gefahrenen Runden reichte es für die Rathauschefs für Platz 10. Sie hätten sich ganz spontan zur Teilnahme entschlossen, erzählte Bürgermeisterin Schader - beim Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt. Wer wie die „Wilde Wutz“ fährt, wählt vielleicht diesen Teamnamen, ähnliches hatten möglicherweise die „Flitzenden Saubären“ im Sinn. Zwei Flüchtlingsteams aus Lampertheim und eines aus Bürstadt gingen an den Start, wie bei den Jugendteams hatten sich für das Startgeld von 100 Euro pro Team spendable Sponsoren gefunden.
Bei „Race and Help“ war angenehme Spannung angesagt – kleine Autos, aber großes Vergnügen für jedes Alter. Foto: Hannelore Nowacki
Die elektronische Reaktionswand der Polizei auf der Bühne erwies sich als Besuchermagnet. Polizeihauptkommissar Peter Hoffmann und sein Kollege Polizeihauptkommissar Frank Dingeldey klärten über die gefährliche Wirkung von Alkohol im Straßenverkehr auf, die mit einer Rausch-Simulationsbrille auf Wunsch verdeutlicht werden konnte. Weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „Viele Nationen (E)in Lampertheim markierten den Informationsstand der Flüchtlingshilfe Lampertheim, an dem der Vorsitzende des Koordinationskreises Kurt Stass interessierten Besuchern Rede und Antwort stand. Eindrucksvoll ist die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer, die einen detaillierten Leitfaden an die Hand bekommen, der das notwendige Wissen vermittelt. Später stand eine Autogrammstunde mit dem ADAC Formel 4-Champion Marvin Dienst auf dem Programm. Hannelore Nowacki
Information
Sieger mit 88 Runden wurde dasTeam „Die Kümmerlinge“ mit Willi Fritschi, Adam Herbert, Marvin Dienst und Tobias Kollmar. Das Team „Rotary Club Bensheim“ (RC Bensheim – Südliche Bergstraße) mit Lutz Stürzl, Stefan Wendel, Luis Wendel und Lenard Wendel brachte es mit 87 Runden auf den 2. Platz. Dritter wurde das Team „Brake Racer“ mit Frank Schollenberger, Luis Karb, Jürgen Karb und Jürgen Glosauer, die 84 Runden fuhren.