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  • Mo., 02. Februar 2015, 17:01 Uhr
    Lampertheimer Karneval-Verein mit „Horror Show“ in der Zehntscheune

    Vom Zauber des Grauens

    Die fantastischen Zauberer kamen wie gerufen, um dem närrischen Publikum das wohlige Gruseln zu vermitteln. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Spaßmacher vom Lampertheimer Karneval-Verein (LKV), gegründet im Jahre 2008, hatten sich für ihre diesjährige Narrenschau ein Motto ausgesucht, das allen Hexen und Zauberern, aber auch Monstern aller Art, Vampiren, Teufeln und anderen unheimlichen Gesellen der Dunkelheit entgegenkam: Die „Horror Show“. Im großen Saal der Zehntscheune, die zum ersten Mal Austragungsort der Narrenschau war, hatten sich aber auch Piraten und Drachen, alte Römer und Hausfrauen mit Kittelschürze, mondäne Damen und andere fantastische Besucher zum Karneval feiern eingefunden. Mehrere Abordnungen und charmante Tollitäten machten ihre Aufwartung. Musikalisch befeuert von der LKV-Hof- und Hauskapelle „Winkler & Winkler“ lief die Stimmung schnell auf Hochtouren. Sogar eine eigene Guggenband hat der LKV – die „Spargelfezza“. Mit Pauken und Trompeten eröffneten sie das fünfstündige Programm, das mit tänzerischen Spitzenleistungen und Stimmungskanonen glänzte. Präsident und 1. Vorsitzender Lutz Krieger stellte das neue Tanzmariechen Marina Suhr vor, die schon in der Karnevalhochburg Mainz aufgetreten ist. Zur Huldigung spielte die Hauskapelle den Schlager „Marina, Marina“ und Präsident Krieger gab das Kommando zur „ersten friedlichen Faschingsrakete“ des Abends. Die „Purzelgarde“,  der ganze Stolz des Vereins, begeisterte das Publikum mit ihrer Tanzvorführung als kleine Monster. Zur Belohnung überreichte ihnen der Hausvampir persönlich die Blumen. Wer die „Biedensandhexen“ des LKV mit ihren Masken vermisste, erkannte die freundlichen Damen in anderer Funktion wieder. Eine ganz besondere Überraschung hatte das Dreierteam mit Oberhexe Petra Dembski, zugleich 2. Vereinsvorsitzende, Knutschhexe Silke Fischer und Kritzelhexe Rosa Steinbacher für ihren „Chef“ Lutz Krieger vorbereitet: Ein weiterer Traum geht nun für ihn in Erfüllung – „in Määnz mitlaafe“. Dank der Einladung des befreundeten Mainzer Musik- und Karnevalvereins Rot-Weiß wird Lutz Krieger beim Rosenmontagumzug dabei sein. „Das schönste Geschenk“, meinte er überglücklich.

    Die LA-Girls vom LKV hatten bei ihrer Vorführung männliche Verstärkung (nun am Boden liegend) in grandioser Maskierung. Foto: Hannelore Nowacki


    Nach zwei Bütten war die Bühne frei für den „Monstertanz“ der Karnevalsgesellschaft Glücksritter aus Ludwigshafen. Die mitreißende Vorführung mit atemberaubender Akrobatik verdiente sich ein dreifach donnerndes „Ahoi“. Das unersättliche Publikum wünschte und erhielt eine Zugabe. Nicht anders erging es dem grausig-schön geschminkten Männerballett „Windboys“ des Karnevalvereins „Herxheimer Wind“, die mit ihrem „Horrortanz“ unter dem Motto „Die Zauberer, die ich rief“ jubelnden Beifall ernteten. An diese Art Horror will man sich gerne gewöhnen. Inge Kilian bewies in ihrer Bütte, dass die Verwandlung von geduldiger Ehefrau zur frivolen Domina in Lack mit Peitsche gelingen kann. Das Büttenduo „Inflagranti“ aus Herxheim mit Papstbär führte Dialoge im Grenzbereich zwischen Himmel und Erde, die ihnen Applaus und eine Rakete einbrachten. Zwischenzeitlich war  die Bürstädter Stadtprinzessin Sandra II. mit Vertretern der Vereins-AG eingetroffen und begrüßte die Narrenschar in wohlgesetzten, gereimten Worten. Die Spezialität der „Dubbeglas-Brieder “ aus Frankenthal in der Pfalz ist die gute Laune, wobei der „Schorle Gidda Willi“, der Willi Brausch an der Gitarre die Stellung auf der Bühne hält und der Olli Hermann das Publikum mit Hüftschwung gerne auch auf den Tischen aufmischt. So geht Party, atemlos rast die Stimmung auf immer neue Höhepunkte zu, bis zuletzt bei der Zugabe „die Mädche“ im Publikum im Chor „ahi-ahi“ singen und die „Bube“ mit „umba-umba-hee“ den Affen machen, während sicher ist: „The Lion sleeps tonight“. Gleich darauf beeindruckten die tanzenden „Muttis“ aus Diehnheim mit rasanten Vorführungen nach Kosakenart und Zugabe. Nach der Büttenrede des Hesse-Karl, der seiner Frau ein Sektbad spendierte, gewährte Präsident Krieger dem Publikum eine närrische Pause. Nun fieberte das Publikum mit dem wunderschönen „Rapunzel“ mit, das schließlich aus dem Turm befreit wurde und dem Prinzen in die Arme sank. Die Schautanzgruppe der Junioren und Seniorengarde des Carnevalclubs Waldhof zauberte aus dem Märchen einen tänzerischen Augenschmaus. Licht aus hieß es für die tanzenden LA-Girls des LKV plus Thomas, die mit ihrer Motto gerechten Kostümierung das Grauen lehren wollten, eine gelungene Tanzvorführung mit Tanzmariechen Marina. Mit der Showgruppe „Querbeet“ aus Mannheim, die Travestie und Verführungskunst darstellte, näherte sich das Programm dem Ende mit dem neuen LKV-Männerballett. „Die Chickenwings“ tanzten bei ihrer Premiere zum hinreißenden Hit „Sex Bomb“ von Tom Jones, den sie choreografisch gekonnt in Szene setzten und dabei mit  ironischer Geste in klassisch-weißer Schiesser-Qualität überraschten. Hannelore Nowacki

    Rapunzel wird gerettet, der Prinz eilt zu ihr. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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