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  • Mo., 19. Juni 2017, 11:33 Uhr
    Beim 6. Lampertheimer Seniorentag in lockerer Atmosphäre ernste Themen besprochen

    Von der Freizeit bis zur Pflege – in Lampertheim ist viel geboten



    Aufpassen ist immer gut, auch im Straßenverkehr gesehen gut zu werden, empfiehlt sich zur Sicherheit. Die reflektierende Einkaufstasche des Seniorenbeirats kam bei den Senioren gut an. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Älter werden oder alt sein – die Altersgruppe der Senioren ist so vielfältig wie das Leben und auch die Wünsche und Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich. Beim 6. Lampertheimer Seniorentag unter freiem Himmel hatten die Organisatoren der Stadtverwaltung, Bernd Ranko und Michael Harres, ein breites Spektrum von Anbietern und Organisationen für wichtige Themenbereiche zusammengebracht. Bürgermeister Gottfried Störmer eröffnete den Seniorentag, der es ermögliche, sich auf das Alter vorzubereiten. „Wir sollten uns tatsächlich Gedanken machen, wie wir leben wollen“, meinte das Stadtoberhaupt  und lud die Bürger ein zur Information und Unterhaltung. Zu Beginn erfreute der Seniorenchor das Publikum mit zwei Liedern. An vierzehn Ständen fanden Senioren, Angehörige und alle interessierten Menschen, die am Samstagvormittag bis gegen 12.30 Uhr in der Kaiserstraße und am Schillerplatz unterwegs waren, kompetente Gesprächspartner für alle brennenden und sonstigen Fragen. Umfassend war das Angebot an Informationsmaterial zum Mitnehmen, um zu Hause in aller Ruhe nachzulesen, wie man sich in Lampertheim das Leben in den späteren Jahren gestalten kann und welche Hilfsmöglichkeiten im Kreis Bergstraße zur Verfügung stehen. Auch die Kostenfrage ist dabei von Bedeutung, wobei viele Angebote für die Freizeit wie die Veranstaltungen in der Seniorenbegegnungsstätte „Alte Schule“ und der Besuch des Stadtparks kostenfrei sind. In lockerer Atmosphäre und unverbindlich konnten sich interessierte Senioren und Menschen aller Generationen informieren. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind Themen, die jedes Alter angehen, aber nicht ganz einfach in der Ausführung sind, wie zu erfahren war. Hilfen in Form von Mappen mit Hinweisen und allen Formularen gab es bei der Hospiz-Initiative im Ried zum Selbstkostenpreis von acht Euro. Beratung und Hilfe beim Ausfüllen wird ebenfalls angeboten, wie der 1. Vorsitzende Wolfgang Zeißner erklärte. Auch der Behindertenbeirat, der vor etwa anderthalb Jahren gegründet wurde, hatte Vorsorge-Mappen am Stand vorrätig, dazu viel weiteres Infomaterial. Die enge räumliche Nähe zum Stand des Seniorenbeirates der Stadt Lampertheim und des Kreisseniorenbeirates sowie des Behindertenbeirates signalisierte die enge thematische Verknüpfung und zunehmende Zusammenarbeit, die Thomas Gentgen sehr begrüßt. Als Rollstuhlfahrer ist er auch am behindertengerechten Stadtumbau sehr interessiert, der für Senioren ebenso wünschenswert ist. Über den Stadtumbau informierte die Stadt Lampertheim an ihrem Infostand. Doch die Bürger brachten auch andere Themen zur Sprache, diese und viele Anregungen nahmen Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Dienste, Stefan Groß vom Bauamt und Markus Beck, zuständig für die Grünflächenplanung, gerne in ihre Notizen auf. Als Gesprächspartner waren sie durchweg gut beschäftigt. Manche Anliegen werden sie an die zuständigen Fachdienste weiterleiten. Randoald Reinhard vom Kreisseniorenbeirat stellte die neue Broschüre vor, die Ärzte und Apotheken im Kreis Bergstraße mit Fremdsprachenkenntnissen nennt. Mit 900 Mitgliedern zählt der VdK Lampertheim zu den großen Vereinen, erzählte Ortrud Goertz, die auch VdK-Kreisbeauftragte für Sozialpolitik ist. Der Sozialverband VdK bietet umfassende Beratung an, wie die ausgelegten Broschüren ahnen ließen. Seniorenberaterin Marianne Lange von der Caritas Seniorenberatung ist Ansprechpartnerin für jeden und alle Anliegen, sie berät umfassend und macht Hausbesuche, weshalb man häufig zunächst mit ihrem Anrufbeantworter Kontakt bekommt. Ein persönliches Gespräch sei jedoch immer wichtig, betonte sie im Gespräch mit dem TIP. Besonders freut sie sich, dass sie in Zusammenarbeit von Seniorenbeirat und Caritas Seniorenberatung am Freitag, 14. Juli um 17 Uhr wieder zum Tanztee in der Seniorenbegegnungsstätte „Alte Schule“ einladen kann. Ausführliche Sicherheitstipps, die den gefährlichen Stürzen im Alter entgegenwirken, gab es am Stand der Zeugen Jehovas auch in schriftlicher Form zum Mitnehmen. Das Team stand aber auch für andere allgemeine und spirituelle Fragen zur Verfügung. Was ist im Alter noch wichtig?  Christel Kuhn aus Sandhofen war es wichtig zu erläutern, dass bei den Zeugen Jehovas die Älteren mit der ganzen Familie in die Gemeinschaft integriert seien. Der rote Faden in der Bibel sei, dass die Menschen gesund und in Frieden auf der Erde leben können. Die ehrenamtlichen „Blauen Engel“ der Seniorenbegegnungsstätte „Alte Schule“ versorgten Jung und Alt zu freundlichen Preisen mit Kaffee und frisch gebackenen Waffeln, die Ältere gerne gemütlich in der aufgebauten Sitzecke genossen. An den Ständen von drei Alten- und Pflegeheimen ging es um Fragen rund um das Leben in Heim oder Residenz, angefangen von der stark nachgefragten Kurzzeitpflege bis zum kulinarischen Genussangebot. Wie man solange wie möglich zu Hause leben kann, war bei Pflegediensten und am Stand der Ökumenischen Sozialstation zu erfahren. Hannelore Nowacki

     

    Am 6. Lampertheimer Seniorentag waren zahlreiche interessierte Bürger unterwegs, bei den Informationsständen hätte man jedoch auch einen größeren Andrang bewältigen können. Foto: Hannelore Nowacki

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