Oma Frieda mit ihrem Soloprogramm „Rock am Stock“ zu Gast im Agaplesion Dietrich Bonhoeffer-Haus
„Von der Traube zur Rosine“
Oma Frieda hatte ihrem Publikum im Agaplesion Dietrich Bonhoeffer-Haus so einiges zu berichten. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Mit geblümtem Kleid, leicht schief sitzender Lockenperücke, langer Perlenkette und Brille kam sie daher und erinnerte deshalb nicht nur in ihrer Sprache „ans“ Hilde Becker: Kabarettistin Jutta Lindner aus dem Saarland, auch bekannt als Oma Frieda, stattete am Dienstagmittag den Senioren im Agaplesion Dietrich Bonhoeffer-Haus einen Besuch ab. Zu der offenen und kostenlosen Veranstaltung hatte das Team um Einrichtungsleiter Henning Krey auch alle Lampertheimer eingeladen. Regelmäßig finden für die Bewohner Veranstaltungen statt, „aber in dieser Form hatten wir das bisher noch nicht. Die Karnevalszeit steht vor der Tür, warum das Jahr also nicht humoristisch beginnen? Ich bin sehr gespannt“, brachte es der Einrichtungsleiter auf den Punkt, womit er offensichtlich nicht alleine war, denn der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt, auch Stühle hatte das Team noch herbei geholt, so dass alle das Geschehen mit der Bühnen-Oma und ihren Geschichten verfolgen konnten. In ihrem Seniorenclub im Saarland gibt sie bei den 80-plus-Partys die D-Jane und legt die besten Hits auf. Getreu dem Titel des Soloprogramms „Rock am Stock“, stimmte die rüstige Rentnerin hin und wieder ein Liedchen an, so auch die „Rock am Stock“-Hymne, die von den Zuschauern zum Queen-Klassiker „We will rock you“ mit Klatschen begleitet wurde und berichtete ausführlich aus dem abgelaufenen Jahr. Zuerst nahm sie den Umtauschwahnsinn nach den Feiertagen auf´s Korn und verglich dann „die Lichtgestalt“ Martin Schulz mit Franz Beckenbauer, der neben Schulz wie ein Teelicht wirke. Dieser Schulzsche-Glanz sei allerdings schnell nach der ersten Landtagswahl im Saarland verflogen. In dem kleinen Bundesland, sei übrigens jeder miteinander verwandt, „oder verkracht, oder beides“. Ob Bundestagswahl, Eurovision Song Contest, Lutherjubiläum und der Deutsche Fußball, zu jedem Thema hatte Oma Frieda etwas zu sagen. Nicht zu vergessen: „Niveau ist keine Handcreme!“. Auch für die kommenden Auftritte hat sich der Beirat des Agaplesion Dietrich Bonhoeffer-Haus etwas einfallen: So kommt am 10. März der bereits bei den Senioren bestens bekannte Alfred „Ali“ Büttner mit seinem Korbtheater. Da die Bewohner seine drei Seniorenprogramme bereits kennen, wird das Kinderprogramm gezeigt. „Hierzu werden wir die Kindergärten anschreiben. Ich fand das eine richtig gute Idee des Beirats“, freut sich der Einrichtungsleiter schon auf die nächste Veranstaltung. Eva Wiegand